Unternehmen halfen der GenoEifel

Die Generationengenossenschaft war eine von 16 Organisationen und Einrichtungen, die von Unternehmen beim Wirtschaftsaktionstag des Kreises Euskirchen unterstützt wurden
Kall-Keldenich/Schleiden-Bronsfeld – Im Kreis Euskirchen fand zum zweiten Mal der Aktionstag der Wirtschaft statt. 29 Unternehmen unterstützen 25 Projekte in 16 Einrichtungen oder Organisationen. Einer dieser Organisationen, denen geholfen wurde, war die GenoEifel eG – die Generationengenossenschaft.
Gleich mehrere Unternehmen hatten dem im vergangenen Jahr gegründeten Hilfe-Helfer-Netzwerk angeboten, es zu unterstützen. So war die Firma Papstar, genauer gesagt Claus Mielich aus dem Gebäudemanagement des Unternehmens, den ganzen Tag im Garten von Marion Neumann in Keldenich beschäftigt. Den Rasen hatte er schon früh gemäht und die Ränder fein säuberlich freigeschnitten.
„Jetzt gleich habe ich aber noch eine schwere Aufgabe für Sie: Der Wacholder drückt gegen den Zaun, können Sie da was machen?“, fragte Neumann. Für Mielich kein Problem, denn der Einsatz, für den ihn Papstar für einen Tag freistellte, war eine Rückkehr in seine eigene Vergangenheit: „In meinem ersten Leben habe ich Gärtner gelernt.“
Papstar hat Marion Neumann aber noch mehr geholfen: Damit der Grasschnitt die Witwe nicht belastet, hat das Unternehmen Biotonnen für den Einsatz gestellt. Vor drei Jahren ist Marion Neumanns Ehemann gestorben, seitdem wächst ihr die Arbeit im Garten über den Kopf. Mit diesem Problem hat sie sich an die Generationengenossenschaft gewandt: „Es ist gut, dass es die GenoEifel gibt.“
Zum gleichen Schluss kommt auch Maria Menzenbach. Die 92-Jährige aus Bronsfeld spielt für ihr Leben gerne Gesellschaftsspiele. Doch ihr fehlt es an Spielpartnern, ihr Mann ist vor 17 Jahren gestorben. „Die Enkel und Urenkel spielen, wenn sie zu Besuch sind, mit mir und fragen immer: Oma, hast du etwas Neues?“
Die sowohl geistig als auch körperliche topfitte Seniorin freute sich beim Aktionstag der Wirtschaft des Kreises Euskirchen auf den Besuch von Damian Meiswinkel, Manager des Projekts „Wanderwelt der Zukunft“ bei der Nordeifel Tourismus GmbH. Die beiden spielten unter anderem das Anlegespiel „Triominos Deluxe“. Auch „Wort & Fort“ hatte Menzenbach bereit gelegt. Mit ihrem Mann hat sie immer gerne „Scrabble“ gespielt, wie sie berichtet.
Mitglied der GenoEifel ist sie seit Anfang des Jahres. „Die Papiere hatte ich mir bereits im Herbst vergangenen Jahres geholt“, berichtete Menzenbach.
Auch weitere Einsätze für die GenoEifel gab es, etwa eine Einkaufsbegleitung und ein Gesellschaftleisten in Schleiden, Gesellschaftsspiele spielen in Kall, Hilfe im Umgang mit dem Handy in Dreiborn, Hilfe im Umgang mit dem PC in Olef und Wechsel von Glühbirnen und Festschrauben von Lampengläsern in Scheven.
pp/Agentur ProfiPress

Damian Meiswinkel von der Nordeifel Tourismus GmbH spielte in Bronsfeld mit Maria Menzenbach Gesellschaftsspiele. Foto: Thomas Schmitz/pp/Agentur ProfiPress

Claus Mielich, Mitarbeiter bei Papstar, kümmerte sich um den Garten von Marion Neumann in Keldenich. Foto: Thomas Schmitz/pp/Agentur ProfiPress

Kinder und Azubis waren ganz bunt

Vier Auszubildende der VR-Bank Nordeifel eG beteiligten sich am Wirtschaftsaktionstag des Kreises Euskirchen – Malereinsatz im Familienzentrum Kall
Kall – Schön sah die Wand im Außenbereich des Familienzentrums Kall nicht aus, auf die Leiterin Gaby Müller und ihr Team Tag für Tag blickten. Das hat sich während des Aktionstags der Wirtschaft des Kreises Euskirchen aber geändert. Dafür sorgten nicht nur die Kindergartenkinder, sondern auch vier Auszubildende der VR-Bank Nordeifel eG.
Die Bank-Azubis und das Familienzentrum hatten vor wenigen Monaten auf der dem Aktionstag vorausgehenden Börse zusammengefunden. „Wir hatten unser Problem geschildert und die Azubis sind übereingekommen, dass sie unsere Wand gerne bemalen wollen“, berichtete Gaby Müller. Maximilian Könn, der vonseiten der VR-Bank Nordeifel die Auszubildenden betreut, erklärte: „Ganz nach dem Credo unserer Bank wollen wir die Eifel lebens- und liebenswert machen. Deshalb ist die Teilnahme am Aktionstag für uns ein logischer Schritt. Die Idee kam aus dem Mitarbeiterkreis.“
Dabei stand das Projekt witterungsbedingt sogar auf der Kippe. Denn der Bauhof der Gemeinde Kall musste die Wand vorher verputzen – und das war bei zunächst anhaltenden Regenfällen und anschließendem Frost zunächst nicht möglich. „Zum Glück hatten wir dann doch noch ein paar schöne Sonnentage, sodass da geklappt hat“, sagte Müller.
Komplett unvoreingenommen reisten die vier Bank-Azubis Nora Frantzen, Patrick Jansen, Lars Meyer und Marcel Rodert mit Maximilian Könn nach Kall. Im Familienzentrum stimmten sie sich gemeinsam mit den Erziehern und den Kindern ab, wie die Wand gestaltet wurde.
Schnell war klar: Die Kinder werden miteinbezogen. Vor dem flachen Teil der Wand stellten sie sich auf, dann wurden ihre Umrisse auf die weiße Wand gezeichnet. Vor dem höheren Teil der Mauer platzierten sich die vier Azubis und taten es ihnen gleich. Anschließend wurden diese Umrisse farblich ausgemalt, auch die Vornamen der Kinder und Azubis wurden verewigt.
Fertig wurden die Azubis aber noch nicht am Aktionstag, ein zweiter Einsatztag wird folgen. Das liegt aber nicht daran, dass die Auszubildenden und die Kinder langsam gearbeitet hatten, sondern eher daran, dass bei sieben Grad die Farbe so schlecht getrocknet ist. „Wir werden hier noch Gesichter reinmalen“, versprach Könn. Und er geht auch davon aus, dass die VR-Bank Nordeifel in zwei Jahren beim dritten Wirtschaftsaktionstag des Kreises teilnimmt.
pp/Agentur ProfiPress

Kinder und Azubis machten, mit Unterstützung der Erzieher des Familienzentrums Kall, gemeinsame Sache und verschönerten eine Wand im Außenbereich. Foto: Thomas Schmitz/pp/Agentur ProfiPress

Die Kinder und auch die Azubis malten ihre auf der weißen Wand verewigten Umrisse bunt aus. Foto: Thomas Schmitz/pp/Agentur ProfiPress

Die beiden „Chefs“ sind zufrieden: Familienzentrums-Leiterin Gaby Müller und Maximilian Könn, Ansprechpartner für die Auszubildenden der VR-Bank Nordeifel. Foto: Thomas Schmitz/pp/Agentur ProfiPress

Azubi Lars Meyer verewigt seine Handabdrücke. Seinen Umriss hat er in den Farben der VR-Bank Nordeifel ausgemalt. Foto: Thomas Schmitz/pp/Agentur ProfiPress

Die GenoEifel stellte sich vor

Derzeit rund 140 Mitglieder im Südkreis – Weitere Helfer und Unterstützer werden gesucht – Spendenaktion im Möbelhaus Brucker – Die Landfrauen ließen die Waffeleisen glühen

Kall – Es ist seit einigen Jahren Tradition, dass das Kaller Möbelhaus Brucker soziale Einrichtungen in der Region unterstützt. Dies geschieht nicht nur durch eigene Spenden des Familienunternehmens an die Eifeler Hilfsorganisationen. Aktionen wie zum Beispiel das besonders beliebte „Waffeln backen für den guten Zweck“ finden mehrmals jährlich im Haupthaus des Unternehmens an der Hüttenstraße statt.
Nutznießer war in der Vergangenheit mehrmals die Hilfsgruppe Eifel. Auch eine Kaller Jugendeinrichtung profitierte schon vom Waffeln-Backen im Möbelhaus. Im März, während der Hausmesse bei Brucker, werden an drei Samstagen für die Euskirchener Initiative „Stark für Kinder“ die Waffeleisen glühen.
Jüngst war die „GenoEifel eG – die Generationengenossenschaft“ – eine generationenübergreifende Selbsthilfe-Gemeinschaft – im Möbelhaus zu Gast, um ihre Arbeit zu präsentieren. Mit dabei waren auch die Landfrauen des Kreisverbandes Euskirchen, die die Möbelhaus-Besucher gegen Spenden mit frischen Waffeln und Kaffee verwöhnten.
Im Foyer des Haupthauses waren vier Landfrauen von 11 bis 16 Uhr mit Waffelbacken und Kaffeekochen beschäftigt. Das Rezept für die Herstellung des Waffelteiges wollte Doris Felser, die Vorsitzende des Landfrauen-Bezirks Kall/Schleiden, jedoch nicht verraten. Es sei anlässlich der Zülpicher Landesgartenschau kreiert worden, wo die Landfrauen damals wochenlang Waffeln gebacken hatten.
Corinne Rasky, Koordinatorin der GenoEifel, und deren Kollegin Johanna Mertens standen den Möbelhausbesuchern Rede und Antwort. In vielen Gesprächen erläuterten sie den Zweck und die Ziele der Generations-Genossenschaft, in der sich Menschen mit gleichen Interessen zusammengeschlossen haben, um sich gegenseitig zu helfen.
„Als noch relativ neue Organisation sind wir immer auf der Suche nach weiteren Mitgliedern und Helfern“, berichtete Corinne Rasky. Derzeit habe die GenoEifel im Südkreis Euskirchen rund 140 Mitglieder aller Altersklassen, von denen sich etwa 60 ehrenamtlich engagierten. „Ältere Helferinnen stellen sich als „Leih-Omas“ und jüngere als Babysitter zur Verfügung“, nannte Corinne Rasky einige Beispiele.
Eine Präsentation in Verbindung mit einer Waffelaktion, wie jetzt im Möbelhaus Brucker, sei eine Premiere für die noch junge Genossenschaft. Deshalb sei man froh über die Mithilfe der Landfrauen beim Spenden-Sammeln. Dankbar sei man auch der Familie Brucker, die diese Aktion ermöglicht habe. Um in Kall weitere Menschen für eine Mitgliedschaft in der GenoEifel zu begeistern, finde am Dienstag, 8. Mai, im Saal Gier eine Präsentation der Genossenschaft statt.
pp/Agentur ProfiPress

Landfrauen des Kreisverbandes Euskirchen unterstützten die Spendenaktion mit Waffelbacken. Von links: Gertrud Sieberath, Helene Niebes, Doris Felser und Gabi Mauel. Im Hintergrund Johanna Mertens (links) und Koordinatorin Corinne Rasky von der GenoEifel. Foto: Reiner Züll/pp/Agentur ProfiPress

Landfrau Gertrud Sieberath ließ im Möbelhaus Brucker das Waffeleisen glühen. Foto: Reiner Züll/pp/Agentur ProfiPress

Die Vorsitzende des Landfrauen-Bezirks Kall/Schleiden, Doris Velser, sorgte für Kaffee-Nachschub. Foto: Reiner Züll/pp/Agentur ProfiPress

Neues Baugebiet in Dahlem

Es sind echte Filetstücke, die die Gemeinde Dahlem, die VR-Bank Nordeifel eG und Vieten Immobilien derzeit anbieten. Auf einer Gesamtfläche von 35.000 Quadratmetern stehen an der Markusstraße, direkt gegenüber dem Seniorenheim Haus Marienhöhe, in Hanglage 33 Grundstücke zum Verkauf. 26 davon gehören der Gemeinde, zwei von ihnen sind bereits verkauft. Die Aussicht über Dahlem und die Eifel ist traumhaft.
„Das Neubaugebiet am Buchenweg, auf der anderen Seite der Markusstraße, ist gefüllt. Jetzt nehmen wir den nächsten Abschnitt in Angriff – an diesem schönen Plätzchen“, berichtet Dahlems Bürgermeister Jan Lembach. Denn die Nachfrage nach Grundstücken in Dahlem ist da, die kleinste Gemeinde Nordrhein-Westfalens ist stetig gewachsen. „1995 hatte Dahlem noch 1400 Einwohner, mittlerweile sind es 1650“, so Lembach weiter.
Das liegt auch an der guten Infrastruktur in Dahlem, das mit Discounter, Bäcker, Metzger und weiteren Geschäften seinen Bewohnern alles bietet – inklusive eines Bahnanschlusses. „In Dahlem ist alles Wichtige im Ort“, fasst Lembach das zusammen.
Die Grundstücke, die „Auf Mittelweg“ (so die historische Flurbezeichnung) zum Verkauf stehen, sind zwischen 640 und 1000 Quadratmeter groß. Sie richten sich vor allen Dingen an junge Familien, die auf der Suche nach einem geeigneten Platz für ihr Eigenheim
sind. Denn Dahlem verfügt über einen Kindergarten und eine Grundschule. „Jeder, der herkommt, erhält für sein Kind auch garantiert einen Platz“, verspricht Lembach. Er ergänzt: „Das heißt natürlich nicht, dass sich nur Familien hier ansiedeln dürfen. Andere Interessenten sind ebenfalls herzlich willkommen.“
Entstehen werden drei Häuserreihen. Eine liegt an der Markusstraße, die anderen beiden werden über den neu geschaffenen Holunderweg erreichbar sein. Die Grundstücke werden einen Gasanschluss erhalten, außerdem werden Glasfaserleitungen verlegt. „Bis ins Haus mit einer Geschwindigkeit von 300 MBit/s“, verspricht Lembach.
Die VR-Bank Nordeifel eG und Vieten Immobilien aus Mechernich stehen der Gemeinde Dahlem zur Seite. „Wir freuen uns riesig, die bereits beim Projekt Waldpark bewährte Partnerschaft mit der Kommune fortzuführen“, meint Wolfgang Merten vom Vorstand der Hausbank der Region. Die VR-Bank Nordeifel eG tritt dabei nicht nur als Vermarkter auf, sondern auch als Finanzierungspartner. „Der Erwerb eines Grundstücks und der Bau eines Hauses sind Entscheidungen fürs Leben“, so Merten weiter. Das Angebot von neuen, preiswerten und hochklassigen Baugrundstücken wie nun in Dahlem sei wichtig für die Region.“ (ts)

INTERESSE?
Ansprechpartner:
Vieten Immobilien oHG
Tel. 02443/5323
info@vieten-immobilien.de


Preisen das Neubaugebiet in Dahlem an: v.l. Alfred Kirch und Andrea Finder (Vieten Immobilien), Bürgermeister Jan Lembach, VR-Bank-Vorstand Wolfgang Merten, Dahlems Wirtschaftsförderer Erwin Bungartz und Ortsbürgermeisterin Marita Schramm, die auch Mitarbeiterin der VR-Bank Nordeifel eG ist. Foto: Schmitz

Die Grundstücke liegen an der Markusstraße sowie am neu geschaffenen Holunderweg im Westen von Dahlem. Foto: Gemeinde Dahlem

GenoEifel erweitert Angebotspalette

Marie-Luise Contemprée aus Urfey und Karl-Heinz Pepping aus Nierfeld sind zwar Rentner, zum alten Eisen gehören sie aber deshalb noch lange nicht. Im Gegenteil: Sie beide wollen sich beschäftigen. Da kam ihnen die Idee der GenoEifel eG – Die Generationengenossenschaft gerade recht. Beide engagieren sich als Helfer in der im April gegründeten Genossenschaft. Die ersten Einsätze haben sie auch schon hinter sich gebracht – und zwar bei Helga Stein in Schleiden und Gerda Adleff in Dreiborn.
„Ich war schon bei der Gründungssitzung in Gemünd dabei“, berichtete die 93-jährige Adleff. Ihre Tochter habe sie schließlich überzeugt, der Genossenschaft beizutreten. Und tatsächlich folgte bald auch schon das erste Problem. An einem Sonntagmorgen musste sie von Dreiborn nach Mechernich gebracht werden, weil von dort aus eine Reise nach Borkum startete. „Du hast doch die Genossenschaft, da rufe ich mal an“, dachte Adleff, wie sie jetzt im Rahmen einer Pressekonferenz erzählte, in der die GenoEifel eine Zwischenbilanz präsentierte. Johanna Mertens, eine der Koordinatorinnen im festen Büro im Kaller Rathaus, vermittelte ihr Marie-Luise Contemprée. „Sie hat mich nicht nur pünktlich abgeholt. Sie ist auch noch geblieben, bis der Bus kam, damit ich nicht alleine warten musste“, lobte Gerda Adleff.
Ähnlich erging es Helga Stein. Seit dem Tod ihres Mannes ist sie mit ihrem großen Haus und dem Garten überfordert. „Da hat sich einiges angesammelt.“ Die GenoEifel vermittelte ihr Karl-Heinz Pepping, der sich als wahres Allround-Talent herausstellte und sowohl im Garten für Ordnung sorgte, als auch – in einem zweiten Termin – den tropfenden Wasserhahn reparierte, eine Lampe anbrachte und ihr sogar das Handy-Programm WhatsApp installierte und erklärte. „Seitdem habe ich wieder viel mehr Kontakt zu meiner Familie“, freute sich Stein.
Diese Beispiele sind der Beweis dafür, dass die GenoEifel eG – Die Generationengenossenschaft funktioniert, Vorstand und Aufsichtsrat zeigen sich äußerst zufrieden. Die Auftaktveranstaltung im Gemünder Kurhaus Ende Mai war furios. Der kleine Kursaal platzte bei der Vorstellung aus allen Nähten. Der Andrang auf die Beitrittserklärungen war ebenfalls enorm. Und tatsächlich: Die im April gegründete GenoEifel eG hat mittlerweile fast 100 Mitglieder. „Damit ist das Ziel, das wir uns für dieses Jahr gesetzt haben, beinahe erreicht“, freute sich Aufsichtsratsvorsitzender Wolfgang Merten und ergänzte: „Wir haben sogar das erste jugendliche Mitglied.“ Vorstandssprecher Malte Duisberg legt auf junge Unterstützer viel Wert: „Bei Schulungen wollen wir gucken, ob wir junge Leute gewinnen können.“
Trotz des erfolgreichen Starts gab es Bedenken. „Wir sind schon mit der Sorge gestartet, dass sich wenig Helfer, aber viele Hilfesuchende melden“, berichtete Merten. Doch diese Sorgen waren unberechtigt, denn auf die Eifeler ist Verlass. Man hilft sich wo man kann. Die Anzahl der Mitglieder teilt sich ungefähr zu je einem Drittel in Helfer, Hilfesuchende und Förderer auf, also Menschen, die der GenoEifel eG momentan nur mit ihrem Mitgliedsbeitrag unter die Arme greifen. „Viele von ihnen haben gesagt, dass Sie momentan noch keine Hilfe benötigen, das Konzept aber so toll finden, dass sie uns jetzt schon unterstützen möchten“, erzählte Koordinatorin Corinne Rasky. So ähnlich hält es auch Marie-Luise Contemprée. „Ich benötige derzeit keine Hilfe. Ich bin der GenoEifel aber beigetreten, weil sie eine Anlaufstelle ist, falls ich mal Hilfe brauche.“ Und so lange hilft die Urfeyerin eben anderen.

Nach der Auftaktveranstaltung zog die Generationengenossenschaft buchstäblich über die Dörfer. In Schmidtheim, Sistig, Scheven, Freilingen und Wolfert stellte sich die GenoEifel den interessierten Bürgern vor und beeindruckte mit ihrem Konzept so sehr, dass sich umgehend Kümmerer fanden, also ehrenamtliche Ansprechpartner vor Ort. Weitere Termine im Herbst sind geplant, nämlich am Donnerstag, 5. Oktober, im Dollendorfer „Gürzenich“, am Dienstag, 7. November, im Vereinshaus Dahlem sowie am Donnerstag, 16. November, im Olefer Pfarrsaal. Beginn ist jeweils um 18.30 Uhr. Geplant sind außerdem Veranstaltungen in Hellenthal und Kall, sie sind aber noch nicht terminiert.
Bei diesen Informationsveranstaltungen äußerten die Besucher ihre Sorgen und Nöte. „Dabei stellte sich heraus, dass wir bestimmte Felder bislang überhaupt nicht im Blick hatten“, erzählte Rasky. Wolfgang Merten ergänzte: „Bei diesen Veranstaltung zeigt sich das tatsächliche Leben der Eifeler und was sie wirklich benötigen.“
Deshalb hat die GenoEifel eG ihre Angebotspalette ausgebaut und bietet nun Hilfen an Computer und Smartphone, kleinere Näharbeiten, Hundesitting oder Mitfahrgelegenheiten an. Einige Mitglieder haben angeboten, als Leihomas eingesetzt werden zu wollen.
Auch Besuchsdienste sind ein Thema, denn einige Mitglieder haben sich gemeldet und dazu bereiterklärt, Menschen, die einsam sind, zu besuchen, ein Schwätzchen zu halten, füreinander da zu sein. „Gerade jetzt, zu Beginn der dunklen Jahreszeit, ist das ein wichtiges Thema, um die trüben Gedanken einsamer Menschen – egal ob alt oder jung – zu vertreiben“, erklärte Duisberg. Das entspricht auch dem Grundgedanken der GenoEifel eG. Es geht darum, sich gegenseitig im Alltag zu unterstützen, sich mit Menschen mit gleichen Interessen zusammenzuschließen, Dienste anzubieten und Dienste in Anspruch zu nehmen. Besonders einsame ältere Menschen sollen sich nicht scheuen, sich bei der GenoEifel zu melden, so Duisberg.
Mittlerweile haben Corinne Rasky und ihre Kolleginnen Johanna Mertens und Marita Manderfeld auch ein festes Büro im zweiten Stock des Kaller Rathauses bezogen, das montags und mittwochs von 10 bis 12 und donnerstags von 16 bis 18 Uhr geöffnet ist und barrierefrei zugänglich ist. Erreichbar ist die GenoEifel eG – Die Generationengenossenschaft aber natürlich auch telefonisch (02441/88861, bitte außerhalb der Öffnungszeiten auf den Anrufbeantworter sprechen) und per E-Mail (info@GenoEifel.de).
Wer Interesse an einer Mitgliedschaft bei der GenoEifel hat, findet Beitrittserklärungen in jeder Filiale der VR-Bank Nordeifel eG und auf der Internetseite www.genoeifel.de/files/GenoEifel/Beitrittserklärung.pdf. Eine Änderung betrifft den Mitgliedsbeitrag. Sind mehrere Personen aus einem Haushalt Mitglied der Generationengenossenschaft, gilt der neu geschaffene Haushalts-Jahresbeitrag von 40 Euro. „Wir fanden es unfair, dass Eheleute, die beide Mitglied sind, jeweils 40 Euro zahlen müssen“, erklärt Merten diese Änderung. Mitglied werden kann man ab 14 Jahren, bis zum Alter von 21 Jahren ist der vergünstigte Jahresbeitrag von zwölf Euro fällig.

Immobiliensuche leichtgemacht

Immobilien gibt es wie Sand am Meer – Um sich im Dschungel der Immobilienanzeigen zurechtzufinden, helfen die Berater der VR-Bank Nordeifel eG
Kall – Wie finde ich die richtige Immobilie oder das passende Grundstück? In Zeiten des Internets ist das Angebot riesig. Auf den Internetseiten der Immobilienportale findet man Häuser über Häuser. Doch in dem Dschungel das passende Objekt zu finden, ist gar nicht so einfach. Passt das Haus zu mir? Und vor allen Dingen: Kann ich mir die Immobilie überhaupt leisten?
Deshalb sollte laut Thomas Mahlberg, Leiter des Baufinanzierungsberaterteams der VR-Bank Nordeifel eG, noch vor der Immobiliensuche der Gang zur Bank erfolgen. Denn beim Bankbesuch ermitteln die Berater das Limit der Finanzierung. Damit kennen Interessenten nicht nur ihre finanziellen Grenzen. Viele Makler verlangen außerdem bei Interesse an einem Objekt eine Finanzierungsbestätigung – und die gibt es bei der Bank.
Doch das ist nicht alles: Eigenheimsuchende sollten den Beratern oder dem Service-Team der Bank mitteilen, was sie suchen, also die Größe der Immobilie oder des Grundstücks oder welche Ausstattung ein Haus oder eine Mietwohnung haben soll. Immobilienchecklisten, die es bei der VR-Bank Nordeifel eG gibt, helfen dabei. „Alle Serviceberater sind geschult“, so Mahlberg.
Die Kreditinstitute wie die VR-Bank Nordeifel eG präsentieren in den Schaufenstern ihrer Filialen außerdem Häuser. „Wenn Sie etwas Interessantes sehen, kommen Sie einfach rein und sprechen uns an“, sagt Mahlberg. „Wir leiten alle relevanten Infos an unseren Kooperationspartner, die Firma Vieten Immobilien aus Mechernich, weiter.“
Natürlich können auch Immobilien über die Bank verkauft werden. „Dazu benötigen wir Unterlagen, die wir an das Maklerbüro Vieten weitergeben“, berichtet Mahlberg. Dieser Service ist besonders für ältere Menschen ohne Internet interessant, da ihre Immobilie durch die Unterstützung der Bank über viele Medien angeboten wird.
pp/Agentur ProfiPress
Lesen Sie im dritten Teil der Baufinanzierungsserie ab Anfang September alles zum Thema Förderungen durch den Staat, das Land oder die Kommune

Thomas Mahlberg, Leiter des Baufinanzierungsteams der VR-Bank Nordeifel eG, erklärt, wie man das richtige Objekt findet. Foto: Thomas Schmitz/pp/Agentur ProfiPress

Kultur bei Nacht in der Nordeifel

Mechernich, Blankenheim und Nettersheim kooperieren bei der Veranstaltungsreihe

Historische Orte, Museen und unentdeckte Kleinode der Nordeifel öffnen im Herbst zum vierten Mal ihre Tore bis in die Nacht und laden zu acht packenden Abendveranstaltungen an spannenden Locations ein. Erstmals steht die Reihe unter dem Leitthema „Wasser“, dem prägenden Element der Eifel. Die Veranstaltungsreihe der Nordeifel Tourismus GmbH ist eine Hommage an die vielfach unbekannte kulturelle Vielfalt und Einmaligkeit der Nordeifel. Sie wird vom Ministerium für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport des Landes NRW finanziell gefördert.

Unter dem Motto „Panta Rhei – Alles fließt“ haben sich die Städte und Gemeinden Blankenheim, Mechernich und Nettersheim zusammen mit dem Freundeskreis Römerkanal e.V. ein ganz besonderes Programm zum Thema „Wassertechnik“ einfallen lassen: An drei Veranstaltungstagen im September und Oktober wird Professor Klaus Grewe auf unterschiedlichste Arten Wissenswertes über die Technik des Wasserleitungsbaus vermitteln. Den Auftakt bildet dabei ein Vortrag am Samstag, 23. September, 20 Uhr, in der Römischen Brunnenstube „Klausbrunnen“ bei Kallmuth.

Bei der Veranstaltung „Panta Rhei I – Die Wassertechnik im neuen Licht“ wird die Brunnenstube in einem völlig neuen Licht erscheinen; mit modernen Leuchtmitteln sphärisch illuminiert, wird sie an diesem Abend zur Vortragsbühne, auf der Klaus Grewe mit Hilfe moderner Technik eine fachkundige Einführung in die Wassertechnik längst vergangener Zeiten geben wird. „Wir sind gespannt, wie sich unsere Besucher fühlen, wenn das Sammelbecken zum Besucherraum umfunktioniert wird und sie dort sitzen, wo früher das Quellwasser gesammelt wurde“, so Sabine Wahlen von der Stadtverwaltung Mechernich.

Die grandiose Technik des 95,4 Kilometer langen Römerkanals ist nach wie vor überwältigend, und es ist laut Professor Grewe „erstaunlich, mit welch einfachen Hilfsmitteln die römischen Ingenieure es geschafft haben, dieses Bauwerk in kürzester Zeit fertigzustellen“.

Zur Veranstaltung werden Erfrischungen und ein kleiner Imbiss angeboten. Karten sind zum Preis von zehn Euro im Vorverkauf erhältlich im Rathaus Mechernich, Bergstraße 1, 53894 Mechernich, Telefon: 02443/49-4320. Restkarten gibt es an der Abendkasse. Warme Kleidung und festes Schuhwerk werden empfohlen.

Bei „Panta Rhei II“ in Nettersheim werden die Besucher am Samstag, 7. Oktober, ab 19 Uhr auf eine nächtliche Wanderung mit römischen Legionären geschickt. Mit Professor Grewe wird die Trasse des Römerkanals erkundet, um das technische Meisterwerk „mit Füßen zu begreifen“.

Am Samstag, 21. Oktober, gibt es ab 18 Uhr bei „Panta Rhei III – Die Wasserspuren der Grafen von Blankenheim“ einen Zeitsprung ins Mittelalter. Die Wasserleitung der Grafen von Blankenheim ist Ziel der Exkursion, bei der mit Pechfackeln in der Hand, erneut unter Leitung von Klaus Grewe, die Trasse erkundet wird.

Das Programmheft von „Nordeifel – Kultur bei Nacht 2017“ mit allen Highlights und teilnehmenden Partnern liegt in allen Tourist-Informationen und bei allen Partnern aus. Alle Informationen können Interessierte auch unter www.nordeifel-tourismus.de abrufen. Die Eintrittspreise liegen je nach Veranstaltung für Erwachsene zwischen sechs und 19,50 Euro. Tickets können bei den jeweiligen Veranstaltern bezogen werden.

Baufinanzierung – Welche Unterlagen brauche ich?

Welche Unterlagen brauche ich?
Erster Teil der Baufinanzierungsserie im Blog „Wir in der Eifel“ – Unterschiede bei Finanzierung eines Immobilienkaufs oder eines Bauvorhabens
Der Bau oder Kauf eines Eigenheims ist heutzutage mit einem hohen bürokratischen Aufwand verbunden. Am Ende ist in der Regel ein kompletter Aktenordner prall gefüllt. Diese Unterlagen sollten sie beim Gespräch mit dem Berater Ihrer Bank auch alle mitbringen, wie Arno Graff vom Baufinanzierungsteam der VR-Bank Nordeifel eG erklärt. Alternativ können Sie Ihrem Berater bei der VR-Bank diese Unterlagen auch schon vor dem Termin als PDF-Dateien zukommen lassen. Die E-Mail-Adresse erhalten Sie bei der Terminabsprache.
„Einem Berater muss zunächst klar sein, was ein Kunde überhaupt vorhat. Will er kaufen oder bauen?“, beschreibt es Graff. In beiden Fällen sollten folgende Dokumente auf jeden Fall mitgebracht werden: Personalausweis, Einkommensnachweise (bei Eheleuten, die beide im Kaufvertrag stehen, von beiden) der letzten drei Monate und vom Dezember, eine Selbstauskunft, die es per PDF bei der VR-Bank Nordeifel eG gibt sowie eine Übersicht über Vermögen oder Verbindlichkeiten.
Hinzu kommen, je nach Grund für die Finanzierung, noch weitere Unterlagen:
Beim Kauf einer bereits existierenden Immobilie sollten die Unterlagen, die der Makler zur Verfügung stellt, mitgebracht werden, also das gesamte Exposé inklusive aller Pläne, Zeichnungen und Bilder sowie der Objektbeschreibung. Eine Aufstellung der Modernisierungsmaßnahmen wäre ebenfalls angebracht, weil daraus der Bankberater erkennen kann, ob hohe Renovierungskosten anfallen oder nicht. „Plant ein Käufer ein Veränderung des Grundrisses ist es natürlich teurer, als wenn nur Farbe und Tapete gekauft werden müssen“, berichtet Arno Graff, Filialleiter der VR-Bank Nordeifel eG.
Beim Bau eines Hauses ist natürlich nicht der Makler der erste Ansprechpartner, sondern im Regelfall der Architekt. Der ist sowohl für die Pläne als auch die Baukostenaufstellung zuständig. Beides sollte zum Beratungsgespräch mitgebracht werden. Außerdem benötigt die Bank einen Grundbuchauszug mit den Angaben zum Grundstück, den es in der Regel beim zuständigen Amtsgericht (im Einzugsgebiet der VR-Bank Nordeifel eG das Amtsgericht Schleiden) gibt. „Wenn aber beispielsweise Städte und Gemeinden die Baugrundstücke veräußern, erhält man als Käufer den Grundbuchauszug in den Rathäusern“, erklärt Graff. Wichtig für den Bankberater ist auch die Frage, ob der Käufer Eigenleistungen am Haus plant, denn je mehr ein Hausbesitzer selber macht, desto weniger Kosten fallen an. „Bei der Erstellung einer Eigenleistungstabelle ist eventuell auch der Architekt der erste Ansprechpartner“, erzählt Graff. So kann die Bank errechnen, wie hoch die erforderliche Summe bei einer Komplettfinanzierung ist oder wie hoch die Summe ist, wenn nur das Material erworben werden muss, weil der Kunde selbst tätig wird.
Sind alle Unterlagen vorhanden, verspricht die VR-Bank Nordeifel eG, innerhalb von 48 Stunden eine Entscheidung über die Vergabe eines Kredites zu fällen.

Lesen Sie  im nächsten Teil der Baufinanzierungsserie: Wie finde ich überhaupt ein Haus oder ein Grundstück?

Baufinanzierung von A bis Z

Niedrige Kreditzinsen, gutes Wetter – Frühjahr und Sommer sind die perfekte Zeit, um mit dem Hausbau anzufangen. Im Interview gibt Baufinanzierungsspezialist der VR-bank Nordeifel eG Arno Graff Tipps zu Krediten.

» Herr Graff, welche Voraussetzung sollte ich als Kunde mitbringen, wenn ich einen Kredit aufnehmen will?

Arno Graff: Die Kunden sollten über ein gewisses Maß an Eigenkapital verfügen, als Faustregel gelten 10 bis 20 Prozent der Kaufsumme oder Baukosten. Wenn man natürlich, wie in der Eifel oft immer noch üblich, bereits über ein Baugrundstück verfügt oder beim Bau vieles in Eigenleistung erledigt, dann wirkt sich das auch positiv aus. Wichtig ist natürlich auch, dass das Einkommen für die Ratenzahlung reicht. Dabei sollten auch Eventualitäten berücksichtigt werden, etwa der Wegfall eines Gehalts durch Elternzeit oder Arbeitslosigkeit.

» Und wenn kein Eigenkapital vorhanden ist?

Arno Graff: Natürlich muss man immer betrachten, warum kein Eigenkapital da ist: Wer eine Ausbildung gemacht oder studiert hat, konnte natürlich nicht sparen. Wenn er aber nachweisen kann, dass er jetzt gut verdient, dann macht das eventuell doch den entscheidenden Unterschied. Hin und wieder kommen wir aber auch zu dem Schluss, dass ein Kredit besser erst später genommen wird. Die Interessenten sollten gemeinsam mit dem Berater einen Finanzplan aufstellen und zunächst sparen. Gerade wer baut sollte auch über mehrere Monate mit einer Doppelbelastung von Kreditrate und Monatsmiete über die Runden kommen beziehungsweise dies bei der Planung berücksichtigen.

» Welche Unterschiede bestehen eigentlich zwischen einem Hauskauf und einer Baufinanzierung?

Arno Graff: Hauptunterschied ist der Bereitstellungszeitpunkt des Geldes. Beim Kauf bezahlt man zeitnah die Gesamtsumme, beim Bau nach und nach, nämlich dann, wenn der nächste große Meilenstein des Hauses ansteht.

» Erklären Sie doch bitte mal, wie ein Kredit überhaupt funktioniert.

Arno Graff: Viele Menschen ziehen von der Kreditsumme einfach ihre Rate ab und rechnen das dann um. Aber das ist natürlich nicht richtig, denn es wird ja nicht nur getilgt, sondern es müssen auch Zinsen an die Bank gezahlt werden. Ich veranschauliche das mal an einem einfachen Beispiel. Sie nehmen eine Kreditsumme von 100.000 Euro auf, es fallen im Jahr 1,5 Prozent Zinsen und zwei Prozent Tilgung an. Im ersten Jahr hat man also 3.500 Euro gezahlt, die Kreditsumme liegt aber nicht bei 96.500 Euro, sondern bei 98.000 Euro, weil die Bank 1.500 Euro erhält.

» Kommen weitere Ausgaben auf einen zu?

Arno Graff: Beim Hauskauf sind neben dem Kaufpreis noch Notarkosten von bis zu zwei Prozent, die Grunderwerbssteuer von 6,5 Prozent und eventuell eine Makler-Courtage, die zwischen 3,57 und 5,95 Prozent liegt, fällig. Beim Hausbau fallen neben den Baukosten auch Zahlungen an den Architekten, einen Energieberater, einen Statiker, weitere Bauplanungskosten sowie die Kosten für die BauBG an, genau wie die Doppelbelastung von Miete und Rate über mehrere Monate hinweg. Auch eine Rohbau-, Feuer- und Bauherrenhelfer-Versicherung sind anzuraten.

» Worauf muss ich noch bei der Baufinanzierung achten?

Arno Graff: Nach Möglichkeit sollte die Kreditrate 30 bis 40 Prozent des zur Verfügung stehenden Nettoeinkommens betragen. Weitere zehn Prozent sollte man idealerweise sparen. Wenn also das Nettoeinkommen 2000 Euro beträgt, zieht man im Regelfall 1000 Euro für Lebenshaltungskosten ab. Die Kreditrate beträgt 600 bis 800 Euro. Und im Idealfall werden 100 Euro auf Seite gelegt.
» Wie viel Geld sollte ich denn immer „auf der hohen Kante“ haben?

Arno Graff: Es können immer unvorhergesehene Dinge passieren, Geräte gehen kaputt und müssen neu gekauft werden. Deshalb empfehlen wir, das so schnell wie möglich wieder eine Summe von rund 10.000 Euro angespart wird und die dann immer zur Verfügung steht.
» Über welchen Zeitraum sollte man einen Kredit zurückzahlen?

Arno Graff: Die meisten Leute wollen natürlich ihren Kredit vor Beginn der Rente abbezahlt haben, also mit 65 bis 67 Jahren. Das gelingt aber nicht immer.
» Man kann die Dauer doch auch mit Sondertilgungen verkürzen?

Arno Graff: Das stimmt, aber nicht jeder möchte das nutzen – vor allen Dingen wird diese Option selten ausgeschöpft. Wichtig ist: Nutzen Sie nicht das Urlaub- und Weihnachtsgeld für Sondertilgungen, die sollen wirklich für den Zweck, nach dem sie benannt sind, genutzt werden.
» Welche Modelle der Finanzierung gibt es überhaupt?

Arno Graff: Klassisch ist das Annuitätendarlehen mit Zinsen und Tilgung in einer Rate, also so, wie eben skizziert. Dann gibt es noch Zinszahlungsdarlehen der Bausparkassen. Dabei wird das Darlehen nicht sofort getilgt, man spart stattdessen Geld auf der anderen Seite an. Vorteil ist die Zinssicherheit. Als Sparer bestimme ich selbst, wann ich über das Geld verfügen möchte.
» Apropos: Für welche Dauer sollte man Zinsen festschreiben lassen?

Arno Graff: Möglich ist eine Zinsbindung zwischen drei und 30 Jahre. Je länger die Bindung, desto höher sind dann die Zinsen. Die Bank bietet auch nicht jede Dauer an, das erfolgt dann oft über den Verbund, also die Schwäbisch-Hall, die R+V-Versicherung oder die WL-Bank. Außerdem: Je länger die Zinsbindung dauert, desto mehr Sicherheiten müssen vorgewiesen werden. Natürlich ist alles individuell: Wer beispielsweise weiß, dass er Sondertilgungen ausschöpft, für den ergibt eine lange Zinsbindung keinen Sinn.
» Gibt es Förderungen durch den Staat?

Arno Graff: Die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) hat unterschiedliche Programme, etwa Wohn-Eigentum oder Energie-Effizienz. Dabei wird entweder ein Kredit gewährt oder Anschaffungen bezuschusst, die Antragstellung erfolgt über die Bank. Dann gibt es noch Zuschüsse des Bundesamtes für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (Bafa). Gerade für Familien ist auch Riester ein interessanter Baustein.
» Ich habe nun meinen Kredit abgeschlossen, alles läuft. Wie geht es weiter?

Arno Graff: Sie sollten sich dann weiteren wichtigen Dingen widmen, nämlich den Themen Sicherheit und Versicherungen.
» Welche sind denn wichtig?

Arno Graff: Der Todesfall sollte durch eine Risikolebensversicherung abgesichert werden, dann natürlich noch Versicherungen gegen Berufsunfähigkeit, Krankheit, Arbeitslosigkeit. Ein guter Ansprechpartner ist natürlich unser Verbundpartner, die R+V Versicherung.
» Das war’s dann aber – zumindest für die Dauer der Zinsbindung, oder?

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NS-Denkmäler mutig demontiert

Stiftung Aktive Bürgerschaft zeichnet Sturmius-Gymnasium als eine von fünf Schulen bundesweit aus – Sozial-genial-Projekte werden von VR-Bank Nordeifel eG gefördert
Schleiden – „Wir freuen uns riesig!“, sagt Schulleiter Georg Jöbkes. Das städtische Johannes-Sturmius-Gymnasium in Schleiden wurde jetzt als einer von fünf Gewinnern im bundesweiten „Service-Learning-Wettbewerb“ der Stiftung Aktive Bürgerschaft in Berlin ausgezeichnet.
„Service Learning“ sei ein Bildungskonzept, das bürgerschaftliches Engagement und Unterricht verbinde, erläutert der Schulleiter. Das Programm wird gefördert von der DZ Bank und örtlichen Genossenschaftsbanken wie der VR-Bank Nordeifel eG.
Seit 2012 Schule engagiert sich die Schule im Service-Learning-Programm. Viele Projekte wurden unter dem Titel: „Sozialgenial – Schüler engagieren sich“ bereits umgesetzt. „Ohne die finanzielle Unterstützung der VR-Bank wäre das nicht möglich gewesen“, so der Schulleiter.
„Das haben wir daher gerne unterstützt“, freut sich Wolfgang Merten, Vorstandsmitglied der VR-Bank Nordeifel eG, mit den Schülern und der Schule. Er selbst war auch bei der Preisverleihung in Berlin mit vor Ort. Dort präsentierten die Schleidener Schüler, was in ihren Projekten steckt. Sie hatten sich mit unbequemen Denkmälern wie dem Täterort Vogelsang und furchteinflößenden Wandbildern der NS-Zeit intensiv beschäftigt.
Die Jury lobte die Themenauswahl der Schüler als „mutig“. Beachtenswert sei auch, dass die Schule die „sozial-genial“ Projekte nicht punktuell anbiete, sondern stattdessen in den Schulalltag dauerhaft integriert habe. Die Schüler befassten sich gemeinsam mit ihren Lehrern intensiv mit den Themen, führten Gespräche mit Zeitzeugen, durchforsteten Archive und Quellen, lernten historisch-wissenschaftliches Arbeiten und nahmen auch Experten mit ins Boot.
Sie recherchierten: Wo liegt der Wert eines Denkmals? Wie sahen Bildung und Bildungsziele in der NS-Zeit aus – und heute? Gibt es eine Verbindung der damaligen Hitlerschule in der damaligen Ordensburg und der Schleidener Schule? Letztere gab es tatsächlich, wie Lehrerin Michaela Schnettker berichtete: „Kinder von Angestellten durften hier zur Schule gehen, weil es als unzumutbar galt, dass Mädchen der Angestellten in Vogelsang auf das kirchliche Gymnasium in Schleiden gehen.“
Unter dem Titel „Konstruktive Bilddemontage des Täterortes Vogelsang“ haben die Schüler mit Unterstützung der Vogelsang IP und polnischen Schülern in Collagen etwa die furchteinflößenden Wandbilder und Statuen der Architektur auf Vogelsang verändert – so wurden beispielsweise aus heroischen Reiterstatuen nun fackeltragende Freiheitsstatuen.
„Als Bürgermeister ist man natürlich froh und stolz, wenn man als Schulträger eine Schule in der Stadt hat, die bundesweit eine von fünf Schulen ist, die eine solche Auszeichnung bekommt“, so Schleidens Bürgermeister Udo Meister. Die Schule gebe mit ihrer „sozial-genialen“ Arbeit wichtige gesellschaftliche Impulse. Schließlich sei die Institution kein isolierter (Lebens)-Raum „wie ein Aquarium“: „Hier werden Beziehungen hergestellt, verknüpft und es werden gesellschaftliche Prozesse angestoßen. Ihr bringt die Menschen zum Nachdenken.“
„Ich habe früher gar nicht so auf Denkmäler geachtet“, sagte Schülerin Nela Esken. „Heute sehe ich sie mit anderen Augen und nehme auch die Umgebung viel bewusster wahr.“
Weitere Projekte sollen folgen, verspricht Jöbkes. Passend dazu hatte VR-Bank-Vorstandsmitglied Merten eine weitere tolle Nachricht im Gepäck: Er versprach der Schule eine „Exklusiv-Partnerschaft“. Damit erkläre sich die VR-Bank auf vertraglicher Basis bereit, dauerhaft solch „sozial-genialen“ Projekte zu unterstützen.
Das Bildungskonzept mache Sinn, sagt Werner Böhnke, Vorsitzender der Stiftung: „Junge Menschen werden sich flexibel und schnell auf unterschiedliche und komplexe Situationen einstellen müssen, nicht nur im Berufsleben, sondern auch in der Mitgestaltung der Gesellschaft. Sie werden mit dem, was sie gelernt haben, neue, heute noch unbekannte Fragen beantworten müssen.“ Die dafür nötigen Kompetenzen fördere „Service Learning“.
Neben dem Schleidener Sturmius-Gymnasium waren 2017 die vier weiteren Gewinner-Schulen: Ernst-Reuter-Schule in Karlsruhe (Baden-Württemberg), Heinz-Nixdorf-Gesamtschule Paderborn (NRW), Integrierte Gesamtschule Kreyenbrück in Oldenburg (Niedersachsen), Regenbogenschule in Stolberg (Nordrhein-Westfalen). Bislang haben sich laut Stiftung über 80.000 Schüler aus 600 Schulen in 2000 sozial-genial-Projekten engagiert.

Das Schleidener Johannes-Sturmius-Gymnasium ist eine der fünf Gewinner-Schulen beim bundesweiten Service-Learning-Wettbewerb – zur Freude von Schulleiter Georg Jöbkes (hinten links), Bürgermeister Udo Meister (links), Lehrern und Schülern. Die VR-Bank Nordeifel eG, hier vertreten durch Vorstandsmitglied Wolfgang Merten (4.v.l.), unterstützte das Projekt. Foto: Kirsten Röder/pp/Agentur ProfiPress