Neues Baugebiet in Dahlem

Es sind echte Filetstücke, die die Gemeinde Dahlem, die VR-Bank Nordeifel eG und Vieten Immobilien derzeit anbieten. Auf einer Gesamtfläche von 35.000 Quadratmetern stehen an der Markusstraße, direkt gegenüber dem Seniorenheim Haus Marienhöhe, in Hanglage 33 Grundstücke zum Verkauf. 26 davon gehören der Gemeinde, zwei von ihnen sind bereits verkauft. Die Aussicht über Dahlem und die Eifel ist traumhaft.
„Das Neubaugebiet am Buchenweg, auf der anderen Seite der Markusstraße, ist gefüllt. Jetzt nehmen wir den nächsten Abschnitt in Angriff – an diesem schönen Plätzchen“, berichtet Dahlems Bürgermeister Jan Lembach. Denn die Nachfrage nach Grundstücken in Dahlem ist da, die kleinste Gemeinde Nordrhein-Westfalens ist stetig gewachsen. „1995 hatte Dahlem noch 1400 Einwohner, mittlerweile sind es 1650“, so Lembach weiter.
Das liegt auch an der guten Infrastruktur in Dahlem, das mit Discounter, Bäcker, Metzger und weiteren Geschäften seinen Bewohnern alles bietet – inklusive eines Bahnanschlusses. „In Dahlem ist alles Wichtige im Ort“, fasst Lembach das zusammen.
Die Grundstücke, die „Auf Mittelweg“ (so die historische Flurbezeichnung) zum Verkauf stehen, sind zwischen 640 und 1000 Quadratmeter groß. Sie richten sich vor allen Dingen an junge Familien, die auf der Suche nach einem geeigneten Platz für ihr Eigenheim
sind. Denn Dahlem verfügt über einen Kindergarten und eine Grundschule. „Jeder, der herkommt, erhält für sein Kind auch garantiert einen Platz“, verspricht Lembach. Er ergänzt: „Das heißt natürlich nicht, dass sich nur Familien hier ansiedeln dürfen. Andere Interessenten sind ebenfalls herzlich willkommen.“
Entstehen werden drei Häuserreihen. Eine liegt an der Markusstraße, die anderen beiden werden über den neu geschaffenen Holunderweg erreichbar sein. Die Grundstücke werden einen Gasanschluss erhalten, außerdem werden Glasfaserleitungen verlegt. „Bis ins Haus mit einer Geschwindigkeit von 300 MBit/s“, verspricht Lembach.
Die VR-Bank Nordeifel eG und Vieten Immobilien aus Mechernich stehen der Gemeinde Dahlem zur Seite. „Wir freuen uns riesig, die bereits beim Projekt Waldpark bewährte Partnerschaft mit der Kommune fortzuführen“, meint Wolfgang Merten vom Vorstand der Hausbank der Region. Die VR-Bank Nordeifel eG tritt dabei nicht nur als Vermarkter auf, sondern auch als Finanzierungspartner. „Der Erwerb eines Grundstücks und der Bau eines Hauses sind Entscheidungen fürs Leben“, so Merten weiter. Das Angebot von neuen, preiswerten und hochklassigen Baugrundstücken wie nun in Dahlem sei wichtig für die Region.“ (ts)

INTERESSE?
Ansprechpartner:
Vieten Immobilien oHG
Tel. 02443/5323
info@vieten-immobilien.de


Preisen das Neubaugebiet in Dahlem an: v.l. Alfred Kirch und Andrea Finder (Vieten Immobilien), Bürgermeister Jan Lembach, VR-Bank-Vorstand Wolfgang Merten, Dahlems Wirtschaftsförderer Erwin Bungartz und Ortsbürgermeisterin Marita Schramm, die auch Mitarbeiterin der VR-Bank Nordeifel eG ist. Foto: Schmitz

Die Grundstücke liegen an der Markusstraße sowie am neu geschaffenen Holunderweg im Westen von Dahlem. Foto: Gemeinde Dahlem

GenoEifel erweitert Angebotspalette

Marie-Luise Contemprée aus Urfey und Karl-Heinz Pepping aus Nierfeld sind zwar Rentner, zum alten Eisen gehören sie aber deshalb noch lange nicht. Im Gegenteil: Sie beide wollen sich beschäftigen. Da kam ihnen die Idee der GenoEifel eG – Die Generationengenossenschaft gerade recht. Beide engagieren sich als Helfer in der im April gegründeten Genossenschaft. Die ersten Einsätze haben sie auch schon hinter sich gebracht – und zwar bei Helga Stein in Schleiden und Gerda Adleff in Dreiborn.
„Ich war schon bei der Gründungssitzung in Gemünd dabei“, berichtete die 93-jährige Adleff. Ihre Tochter habe sie schließlich überzeugt, der Genossenschaft beizutreten. Und tatsächlich folgte bald auch schon das erste Problem. An einem Sonntagmorgen musste sie von Dreiborn nach Mechernich gebracht werden, weil von dort aus eine Reise nach Borkum startete. „Du hast doch die Genossenschaft, da rufe ich mal an“, dachte Adleff, wie sie jetzt im Rahmen einer Pressekonferenz erzählte, in der die GenoEifel eine Zwischenbilanz präsentierte. Johanna Mertens, eine der Koordinatorinnen im festen Büro im Kaller Rathaus, vermittelte ihr Marie-Luise Contemprée. „Sie hat mich nicht nur pünktlich abgeholt. Sie ist auch noch geblieben, bis der Bus kam, damit ich nicht alleine warten musste“, lobte Gerda Adleff.
Ähnlich erging es Helga Stein. Seit dem Tod ihres Mannes ist sie mit ihrem großen Haus und dem Garten überfordert. „Da hat sich einiges angesammelt.“ Die GenoEifel vermittelte ihr Karl-Heinz Pepping, der sich als wahres Allround-Talent herausstellte und sowohl im Garten für Ordnung sorgte, als auch – in einem zweiten Termin – den tropfenden Wasserhahn reparierte, eine Lampe anbrachte und ihr sogar das Handy-Programm WhatsApp installierte und erklärte. „Seitdem habe ich wieder viel mehr Kontakt zu meiner Familie“, freute sich Stein.
Diese Beispiele sind der Beweis dafür, dass die GenoEifel eG – Die Generationengenossenschaft funktioniert, Vorstand und Aufsichtsrat zeigen sich äußerst zufrieden. Die Auftaktveranstaltung im Gemünder Kurhaus Ende Mai war furios. Der kleine Kursaal platzte bei der Vorstellung aus allen Nähten. Der Andrang auf die Beitrittserklärungen war ebenfalls enorm. Und tatsächlich: Die im April gegründete GenoEifel eG hat mittlerweile fast 100 Mitglieder. „Damit ist das Ziel, das wir uns für dieses Jahr gesetzt haben, beinahe erreicht“, freute sich Aufsichtsratsvorsitzender Wolfgang Merten und ergänzte: „Wir haben sogar das erste jugendliche Mitglied.“ Vorstandssprecher Malte Duisberg legt auf junge Unterstützer viel Wert: „Bei Schulungen wollen wir gucken, ob wir junge Leute gewinnen können.“
Trotz des erfolgreichen Starts gab es Bedenken. „Wir sind schon mit der Sorge gestartet, dass sich wenig Helfer, aber viele Hilfesuchende melden“, berichtete Merten. Doch diese Sorgen waren unberechtigt, denn auf die Eifeler ist Verlass. Man hilft sich wo man kann. Die Anzahl der Mitglieder teilt sich ungefähr zu je einem Drittel in Helfer, Hilfesuchende und Förderer auf, also Menschen, die der GenoEifel eG momentan nur mit ihrem Mitgliedsbeitrag unter die Arme greifen. „Viele von ihnen haben gesagt, dass Sie momentan noch keine Hilfe benötigen, das Konzept aber so toll finden, dass sie uns jetzt schon unterstützen möchten“, erzählte Koordinatorin Corinne Rasky. So ähnlich hält es auch Marie-Luise Contemprée. „Ich benötige derzeit keine Hilfe. Ich bin der GenoEifel aber beigetreten, weil sie eine Anlaufstelle ist, falls ich mal Hilfe brauche.“ Und so lange hilft die Urfeyerin eben anderen.

Nach der Auftaktveranstaltung zog die Generationengenossenschaft buchstäblich über die Dörfer. In Schmidtheim, Sistig, Scheven, Freilingen und Wolfert stellte sich die GenoEifel den interessierten Bürgern vor und beeindruckte mit ihrem Konzept so sehr, dass sich umgehend Kümmerer fanden, also ehrenamtliche Ansprechpartner vor Ort. Weitere Termine im Herbst sind geplant, nämlich am Donnerstag, 5. Oktober, im Dollendorfer „Gürzenich“, am Dienstag, 7. November, im Vereinshaus Dahlem sowie am Donnerstag, 16. November, im Olefer Pfarrsaal. Beginn ist jeweils um 18.30 Uhr. Geplant sind außerdem Veranstaltungen in Hellenthal und Kall, sie sind aber noch nicht terminiert.
Bei diesen Informationsveranstaltungen äußerten die Besucher ihre Sorgen und Nöte. „Dabei stellte sich heraus, dass wir bestimmte Felder bislang überhaupt nicht im Blick hatten“, erzählte Rasky. Wolfgang Merten ergänzte: „Bei diesen Veranstaltung zeigt sich das tatsächliche Leben der Eifeler und was sie wirklich benötigen.“
Deshalb hat die GenoEifel eG ihre Angebotspalette ausgebaut und bietet nun Hilfen an Computer und Smartphone, kleinere Näharbeiten, Hundesitting oder Mitfahrgelegenheiten an. Einige Mitglieder haben angeboten, als Leihomas eingesetzt werden zu wollen.
Auch Besuchsdienste sind ein Thema, denn einige Mitglieder haben sich gemeldet und dazu bereiterklärt, Menschen, die einsam sind, zu besuchen, ein Schwätzchen zu halten, füreinander da zu sein. „Gerade jetzt, zu Beginn der dunklen Jahreszeit, ist das ein wichtiges Thema, um die trüben Gedanken einsamer Menschen – egal ob alt oder jung – zu vertreiben“, erklärte Duisberg. Das entspricht auch dem Grundgedanken der GenoEifel eG. Es geht darum, sich gegenseitig im Alltag zu unterstützen, sich mit Menschen mit gleichen Interessen zusammenzuschließen, Dienste anzubieten und Dienste in Anspruch zu nehmen. Besonders einsame ältere Menschen sollen sich nicht scheuen, sich bei der GenoEifel zu melden, so Duisberg.
Mittlerweile haben Corinne Rasky und ihre Kolleginnen Johanna Mertens und Marita Manderfeld auch ein festes Büro im zweiten Stock des Kaller Rathauses bezogen, das montags und mittwochs von 10 bis 12 und donnerstags von 16 bis 18 Uhr geöffnet ist und barrierefrei zugänglich ist. Erreichbar ist die GenoEifel eG – Die Generationengenossenschaft aber natürlich auch telefonisch (02441/88861, bitte außerhalb der Öffnungszeiten auf den Anrufbeantworter sprechen) und per E-Mail (info@GenoEifel.de).
Wer Interesse an einer Mitgliedschaft bei der GenoEifel hat, findet Beitrittserklärungen in jeder Filiale der VR-Bank Nordeifel eG und auf der Internetseite www.genoeifel.de/files/GenoEifel/Beitrittserklärung.pdf. Eine Änderung betrifft den Mitgliedsbeitrag. Sind mehrere Personen aus einem Haushalt Mitglied der Generationengenossenschaft, gilt der neu geschaffene Haushalts-Jahresbeitrag von 40 Euro. „Wir fanden es unfair, dass Eheleute, die beide Mitglied sind, jeweils 40 Euro zahlen müssen“, erklärt Merten diese Änderung. Mitglied werden kann man ab 14 Jahren, bis zum Alter von 21 Jahren ist der vergünstigte Jahresbeitrag von zwölf Euro fällig.

Immobiliensuche leichtgemacht

Immobilien gibt es wie Sand am Meer – Um sich im Dschungel der Immobilienanzeigen zurechtzufinden, helfen die Berater der VR-Bank Nordeifel eG
Kall – Wie finde ich die richtige Immobilie oder das passende Grundstück? In Zeiten des Internets ist das Angebot riesig. Auf den Internetseiten der Immobilienportale findet man Häuser über Häuser. Doch in dem Dschungel das passende Objekt zu finden, ist gar nicht so einfach. Passt das Haus zu mir? Und vor allen Dingen: Kann ich mir die Immobilie überhaupt leisten?
Deshalb sollte laut Thomas Mahlberg, Leiter des Baufinanzierungsberaterteams der VR-Bank Nordeifel eG, noch vor der Immobiliensuche der Gang zur Bank erfolgen. Denn beim Bankbesuch ermitteln die Berater das Limit der Finanzierung. Damit kennen Interessenten nicht nur ihre finanziellen Grenzen. Viele Makler verlangen außerdem bei Interesse an einem Objekt eine Finanzierungsbestätigung – und die gibt es bei der Bank.
Doch das ist nicht alles: Eigenheimsuchende sollten den Beratern oder dem Service-Team der Bank mitteilen, was sie suchen, also die Größe der Immobilie oder des Grundstücks oder welche Ausstattung ein Haus oder eine Mietwohnung haben soll. Immobilienchecklisten, die es bei der VR-Bank Nordeifel eG gibt, helfen dabei. „Alle Serviceberater sind geschult“, so Mahlberg.
Die Kreditinstitute wie die VR-Bank Nordeifel eG präsentieren in den Schaufenstern ihrer Filialen außerdem Häuser. „Wenn Sie etwas Interessantes sehen, kommen Sie einfach rein und sprechen uns an“, sagt Mahlberg. „Wir leiten alle relevanten Infos an unseren Kooperationspartner, die Firma Vieten Immobilien aus Mechernich, weiter.“
Natürlich können auch Immobilien über die Bank verkauft werden. „Dazu benötigen wir Unterlagen, die wir an das Maklerbüro Vieten weitergeben“, berichtet Mahlberg. Dieser Service ist besonders für ältere Menschen ohne Internet interessant, da ihre Immobilie durch die Unterstützung der Bank über viele Medien angeboten wird.
pp/Agentur ProfiPress
Lesen Sie im dritten Teil der Baufinanzierungsserie ab Anfang September alles zum Thema Förderungen durch den Staat, das Land oder die Kommune

Thomas Mahlberg, Leiter des Baufinanzierungsteams der VR-Bank Nordeifel eG, erklärt, wie man das richtige Objekt findet. Foto: Thomas Schmitz/pp/Agentur ProfiPress

Kultur bei Nacht in der Nordeifel

Mechernich, Blankenheim und Nettersheim kooperieren bei der Veranstaltungsreihe

Historische Orte, Museen und unentdeckte Kleinode der Nordeifel öffnen im Herbst zum vierten Mal ihre Tore bis in die Nacht und laden zu acht packenden Abendveranstaltungen an spannenden Locations ein. Erstmals steht die Reihe unter dem Leitthema „Wasser“, dem prägenden Element der Eifel. Die Veranstaltungsreihe der Nordeifel Tourismus GmbH ist eine Hommage an die vielfach unbekannte kulturelle Vielfalt und Einmaligkeit der Nordeifel. Sie wird vom Ministerium für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport des Landes NRW finanziell gefördert.

Unter dem Motto „Panta Rhei – Alles fließt“ haben sich die Städte und Gemeinden Blankenheim, Mechernich und Nettersheim zusammen mit dem Freundeskreis Römerkanal e.V. ein ganz besonderes Programm zum Thema „Wassertechnik“ einfallen lassen: An drei Veranstaltungstagen im September und Oktober wird Professor Klaus Grewe auf unterschiedlichste Arten Wissenswertes über die Technik des Wasserleitungsbaus vermitteln. Den Auftakt bildet dabei ein Vortrag am Samstag, 23. September, 20 Uhr, in der Römischen Brunnenstube „Klausbrunnen“ bei Kallmuth.

Bei der Veranstaltung „Panta Rhei I – Die Wassertechnik im neuen Licht“ wird die Brunnenstube in einem völlig neuen Licht erscheinen; mit modernen Leuchtmitteln sphärisch illuminiert, wird sie an diesem Abend zur Vortragsbühne, auf der Klaus Grewe mit Hilfe moderner Technik eine fachkundige Einführung in die Wassertechnik längst vergangener Zeiten geben wird. „Wir sind gespannt, wie sich unsere Besucher fühlen, wenn das Sammelbecken zum Besucherraum umfunktioniert wird und sie dort sitzen, wo früher das Quellwasser gesammelt wurde“, so Sabine Wahlen von der Stadtverwaltung Mechernich.

Die grandiose Technik des 95,4 Kilometer langen Römerkanals ist nach wie vor überwältigend, und es ist laut Professor Grewe „erstaunlich, mit welch einfachen Hilfsmitteln die römischen Ingenieure es geschafft haben, dieses Bauwerk in kürzester Zeit fertigzustellen“.

Zur Veranstaltung werden Erfrischungen und ein kleiner Imbiss angeboten. Karten sind zum Preis von zehn Euro im Vorverkauf erhältlich im Rathaus Mechernich, Bergstraße 1, 53894 Mechernich, Telefon: 02443/49-4320. Restkarten gibt es an der Abendkasse. Warme Kleidung und festes Schuhwerk werden empfohlen.

Bei „Panta Rhei II“ in Nettersheim werden die Besucher am Samstag, 7. Oktober, ab 19 Uhr auf eine nächtliche Wanderung mit römischen Legionären geschickt. Mit Professor Grewe wird die Trasse des Römerkanals erkundet, um das technische Meisterwerk „mit Füßen zu begreifen“.

Am Samstag, 21. Oktober, gibt es ab 18 Uhr bei „Panta Rhei III – Die Wasserspuren der Grafen von Blankenheim“ einen Zeitsprung ins Mittelalter. Die Wasserleitung der Grafen von Blankenheim ist Ziel der Exkursion, bei der mit Pechfackeln in der Hand, erneut unter Leitung von Klaus Grewe, die Trasse erkundet wird.

Das Programmheft von „Nordeifel – Kultur bei Nacht 2017“ mit allen Highlights und teilnehmenden Partnern liegt in allen Tourist-Informationen und bei allen Partnern aus. Alle Informationen können Interessierte auch unter www.nordeifel-tourismus.de abrufen. Die Eintrittspreise liegen je nach Veranstaltung für Erwachsene zwischen sechs und 19,50 Euro. Tickets können bei den jeweiligen Veranstaltern bezogen werden.

Baufinanzierung – Welche Unterlagen brauche ich?

Welche Unterlagen brauche ich?
Erster Teil der Baufinanzierungsserie im Blog „Wir in der Eifel“ – Unterschiede bei Finanzierung eines Immobilienkaufs oder eines Bauvorhabens
Der Bau oder Kauf eines Eigenheims ist heutzutage mit einem hohen bürokratischen Aufwand verbunden. Am Ende ist in der Regel ein kompletter Aktenordner prall gefüllt. Diese Unterlagen sollten sie beim Gespräch mit dem Berater Ihrer Bank auch alle mitbringen, wie Arno Graff vom Baufinanzierungsteam der VR-Bank Nordeifel eG erklärt. Alternativ können Sie Ihrem Berater bei der VR-Bank diese Unterlagen auch schon vor dem Termin als PDF-Dateien zukommen lassen. Die E-Mail-Adresse erhalten Sie bei der Terminabsprache.
„Einem Berater muss zunächst klar sein, was ein Kunde überhaupt vorhat. Will er kaufen oder bauen?“, beschreibt es Graff. In beiden Fällen sollten folgende Dokumente auf jeden Fall mitgebracht werden: Personalausweis, Einkommensnachweise (bei Eheleuten, die beide im Kaufvertrag stehen, von beiden) der letzten drei Monate und vom Dezember, eine Selbstauskunft, die es per PDF bei der VR-Bank Nordeifel eG gibt sowie eine Übersicht über Vermögen oder Verbindlichkeiten.
Hinzu kommen, je nach Grund für die Finanzierung, noch weitere Unterlagen:
Beim Kauf einer bereits existierenden Immobilie sollten die Unterlagen, die der Makler zur Verfügung stellt, mitgebracht werden, also das gesamte Exposé inklusive aller Pläne, Zeichnungen und Bilder sowie der Objektbeschreibung. Eine Aufstellung der Modernisierungsmaßnahmen wäre ebenfalls angebracht, weil daraus der Bankberater erkennen kann, ob hohe Renovierungskosten anfallen oder nicht. „Plant ein Käufer ein Veränderung des Grundrisses ist es natürlich teurer, als wenn nur Farbe und Tapete gekauft werden müssen“, berichtet Arno Graff, Filialleiter der VR-Bank Nordeifel eG.
Beim Bau eines Hauses ist natürlich nicht der Makler der erste Ansprechpartner, sondern im Regelfall der Architekt. Der ist sowohl für die Pläne als auch die Baukostenaufstellung zuständig. Beides sollte zum Beratungsgespräch mitgebracht werden. Außerdem benötigt die Bank einen Grundbuchauszug mit den Angaben zum Grundstück, den es in der Regel beim zuständigen Amtsgericht (im Einzugsgebiet der VR-Bank Nordeifel eG das Amtsgericht Schleiden) gibt. „Wenn aber beispielsweise Städte und Gemeinden die Baugrundstücke veräußern, erhält man als Käufer den Grundbuchauszug in den Rathäusern“, erklärt Graff. Wichtig für den Bankberater ist auch die Frage, ob der Käufer Eigenleistungen am Haus plant, denn je mehr ein Hausbesitzer selber macht, desto weniger Kosten fallen an. „Bei der Erstellung einer Eigenleistungstabelle ist eventuell auch der Architekt der erste Ansprechpartner“, erzählt Graff. So kann die Bank errechnen, wie hoch die erforderliche Summe bei einer Komplettfinanzierung ist oder wie hoch die Summe ist, wenn nur das Material erworben werden muss, weil der Kunde selbst tätig wird.
Sind alle Unterlagen vorhanden, verspricht die VR-Bank Nordeifel eG, innerhalb von 48 Stunden eine Entscheidung über die Vergabe eines Kredites zu fällen.

Lesen Sie  im nächsten Teil der Baufinanzierungsserie: Wie finde ich überhaupt ein Haus oder ein Grundstück?

Baufinanzierung von A bis Z

Niedrige Kreditzinsen, gutes Wetter – Frühjahr und Sommer sind die perfekte Zeit, um mit dem Hausbau anzufangen. Im Interview gibt Baufinanzierungsspezialist der VR-bank Nordeifel eG Arno Graff Tipps zu Krediten.

» Herr Graff, welche Voraussetzung sollte ich als Kunde mitbringen, wenn ich einen Kredit aufnehmen will?

Arno Graff: Die Kunden sollten über ein gewisses Maß an Eigenkapital verfügen, als Faustregel gelten 10 bis 20 Prozent der Kaufsumme oder Baukosten. Wenn man natürlich, wie in der Eifel oft immer noch üblich, bereits über ein Baugrundstück verfügt oder beim Bau vieles in Eigenleistung erledigt, dann wirkt sich das auch positiv aus. Wichtig ist natürlich auch, dass das Einkommen für die Ratenzahlung reicht. Dabei sollten auch Eventualitäten berücksichtigt werden, etwa der Wegfall eines Gehalts durch Elternzeit oder Arbeitslosigkeit.

» Und wenn kein Eigenkapital vorhanden ist?

Arno Graff: Natürlich muss man immer betrachten, warum kein Eigenkapital da ist: Wer eine Ausbildung gemacht oder studiert hat, konnte natürlich nicht sparen. Wenn er aber nachweisen kann, dass er jetzt gut verdient, dann macht das eventuell doch den entscheidenden Unterschied. Hin und wieder kommen wir aber auch zu dem Schluss, dass ein Kredit besser erst später genommen wird. Die Interessenten sollten gemeinsam mit dem Berater einen Finanzplan aufstellen und zunächst sparen. Gerade wer baut sollte auch über mehrere Monate mit einer Doppelbelastung von Kreditrate und Monatsmiete über die Runden kommen beziehungsweise dies bei der Planung berücksichtigen.

» Welche Unterschiede bestehen eigentlich zwischen einem Hauskauf und einer Baufinanzierung?

Arno Graff: Hauptunterschied ist der Bereitstellungszeitpunkt des Geldes. Beim Kauf bezahlt man zeitnah die Gesamtsumme, beim Bau nach und nach, nämlich dann, wenn der nächste große Meilenstein des Hauses ansteht.

» Erklären Sie doch bitte mal, wie ein Kredit überhaupt funktioniert.

Arno Graff: Viele Menschen ziehen von der Kreditsumme einfach ihre Rate ab und rechnen das dann um. Aber das ist natürlich nicht richtig, denn es wird ja nicht nur getilgt, sondern es müssen auch Zinsen an die Bank gezahlt werden. Ich veranschauliche das mal an einem einfachen Beispiel. Sie nehmen eine Kreditsumme von 100.000 Euro auf, es fallen im Jahr 1,5 Prozent Zinsen und zwei Prozent Tilgung an. Im ersten Jahr hat man also 3.500 Euro gezahlt, die Kreditsumme liegt aber nicht bei 96.500 Euro, sondern bei 98.000 Euro, weil die Bank 1.500 Euro erhält.

» Kommen weitere Ausgaben auf einen zu?

Arno Graff: Beim Hauskauf sind neben dem Kaufpreis noch Notarkosten von bis zu zwei Prozent, die Grunderwerbssteuer von 6,5 Prozent und eventuell eine Makler-Courtage, die zwischen 3,57 und 5,95 Prozent liegt, fällig. Beim Hausbau fallen neben den Baukosten auch Zahlungen an den Architekten, einen Energieberater, einen Statiker, weitere Bauplanungskosten sowie die Kosten für die BauBG an, genau wie die Doppelbelastung von Miete und Rate über mehrere Monate hinweg. Auch eine Rohbau-, Feuer- und Bauherrenhelfer-Versicherung sind anzuraten.

» Worauf muss ich noch bei der Baufinanzierung achten?

Arno Graff: Nach Möglichkeit sollte die Kreditrate 30 bis 40 Prozent des zur Verfügung stehenden Nettoeinkommens betragen. Weitere zehn Prozent sollte man idealerweise sparen. Wenn also das Nettoeinkommen 2000 Euro beträgt, zieht man im Regelfall 1000 Euro für Lebenshaltungskosten ab. Die Kreditrate beträgt 600 bis 800 Euro. Und im Idealfall werden 100 Euro auf Seite gelegt.
» Wie viel Geld sollte ich denn immer „auf der hohen Kante“ haben?

Arno Graff: Es können immer unvorhergesehene Dinge passieren, Geräte gehen kaputt und müssen neu gekauft werden. Deshalb empfehlen wir, das so schnell wie möglich wieder eine Summe von rund 10.000 Euro angespart wird und die dann immer zur Verfügung steht.
» Über welchen Zeitraum sollte man einen Kredit zurückzahlen?

Arno Graff: Die meisten Leute wollen natürlich ihren Kredit vor Beginn der Rente abbezahlt haben, also mit 65 bis 67 Jahren. Das gelingt aber nicht immer.
» Man kann die Dauer doch auch mit Sondertilgungen verkürzen?

Arno Graff: Das stimmt, aber nicht jeder möchte das nutzen – vor allen Dingen wird diese Option selten ausgeschöpft. Wichtig ist: Nutzen Sie nicht das Urlaub- und Weihnachtsgeld für Sondertilgungen, die sollen wirklich für den Zweck, nach dem sie benannt sind, genutzt werden.
» Welche Modelle der Finanzierung gibt es überhaupt?

Arno Graff: Klassisch ist das Annuitätendarlehen mit Zinsen und Tilgung in einer Rate, also so, wie eben skizziert. Dann gibt es noch Zinszahlungsdarlehen der Bausparkassen. Dabei wird das Darlehen nicht sofort getilgt, man spart stattdessen Geld auf der anderen Seite an. Vorteil ist die Zinssicherheit. Als Sparer bestimme ich selbst, wann ich über das Geld verfügen möchte.
» Apropos: Für welche Dauer sollte man Zinsen festschreiben lassen?

Arno Graff: Möglich ist eine Zinsbindung zwischen drei und 30 Jahre. Je länger die Bindung, desto höher sind dann die Zinsen. Die Bank bietet auch nicht jede Dauer an, das erfolgt dann oft über den Verbund, also die Schwäbisch-Hall, die R+V-Versicherung oder die WL-Bank. Außerdem: Je länger die Zinsbindung dauert, desto mehr Sicherheiten müssen vorgewiesen werden. Natürlich ist alles individuell: Wer beispielsweise weiß, dass er Sondertilgungen ausschöpft, für den ergibt eine lange Zinsbindung keinen Sinn.
» Gibt es Förderungen durch den Staat?

Arno Graff: Die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) hat unterschiedliche Programme, etwa Wohn-Eigentum oder Energie-Effizienz. Dabei wird entweder ein Kredit gewährt oder Anschaffungen bezuschusst, die Antragstellung erfolgt über die Bank. Dann gibt es noch Zuschüsse des Bundesamtes für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (Bafa). Gerade für Familien ist auch Riester ein interessanter Baustein.
» Ich habe nun meinen Kredit abgeschlossen, alles läuft. Wie geht es weiter?

Arno Graff: Sie sollten sich dann weiteren wichtigen Dingen widmen, nämlich den Themen Sicherheit und Versicherungen.
» Welche sind denn wichtig?

Arno Graff: Der Todesfall sollte durch eine Risikolebensversicherung abgesichert werden, dann natürlich noch Versicherungen gegen Berufsunfähigkeit, Krankheit, Arbeitslosigkeit. Ein guter Ansprechpartner ist natürlich unser Verbundpartner, die R+V Versicherung.
» Das war’s dann aber – zumindest für die Dauer der Zinsbindung, oder?

Arno Graff: Spätestens nach zehn Jahren muss man sich zusammensetzen. Besser wäre aber eine Beratung alle zwei Jahre. Denn es kann sich ja immer etwas geändert haben. So kann man die Finanzierung und die langfristige Konzeption den individuellen Bedürfnissen anpassen. Und wenn man merkt, dass irgendwas nicht passt oder nicht verstanden wird, sollte man nicht den Kopf in den Sand stecken, sondern das Gespräch mit uns suchen. Gemeinsam finden wir bestimmt eine Lösung.

NS-Denkmäler mutig demontiert

Stiftung Aktive Bürgerschaft zeichnet Sturmius-Gymnasium als eine von fünf Schulen bundesweit aus – Sozial-genial-Projekte werden von VR-Bank Nordeifel eG gefördert
Schleiden – „Wir freuen uns riesig!“, sagt Schulleiter Georg Jöbkes. Das städtische Johannes-Sturmius-Gymnasium in Schleiden wurde jetzt als einer von fünf Gewinnern im bundesweiten „Service-Learning-Wettbewerb“ der Stiftung Aktive Bürgerschaft in Berlin ausgezeichnet.
„Service Learning“ sei ein Bildungskonzept, das bürgerschaftliches Engagement und Unterricht verbinde, erläutert der Schulleiter. Das Programm wird gefördert von der DZ Bank und örtlichen Genossenschaftsbanken wie der VR-Bank Nordeifel eG.
Seit 2012 Schule engagiert sich die Schule im Service-Learning-Programm. Viele Projekte wurden unter dem Titel: „Sozialgenial – Schüler engagieren sich“ bereits umgesetzt. „Ohne die finanzielle Unterstützung der VR-Bank wäre das nicht möglich gewesen“, so der Schulleiter.
„Das haben wir daher gerne unterstützt“, freut sich Wolfgang Merten, Vorstandsmitglied der VR-Bank Nordeifel eG, mit den Schülern und der Schule. Er selbst war auch bei der Preisverleihung in Berlin mit vor Ort. Dort präsentierten die Schleidener Schüler, was in ihren Projekten steckt. Sie hatten sich mit unbequemen Denkmälern wie dem Täterort Vogelsang und furchteinflößenden Wandbildern der NS-Zeit intensiv beschäftigt.
Die Jury lobte die Themenauswahl der Schüler als „mutig“. Beachtenswert sei auch, dass die Schule die „sozial-genial“ Projekte nicht punktuell anbiete, sondern stattdessen in den Schulalltag dauerhaft integriert habe. Die Schüler befassten sich gemeinsam mit ihren Lehrern intensiv mit den Themen, führten Gespräche mit Zeitzeugen, durchforsteten Archive und Quellen, lernten historisch-wissenschaftliches Arbeiten und nahmen auch Experten mit ins Boot.
Sie recherchierten: Wo liegt der Wert eines Denkmals? Wie sahen Bildung und Bildungsziele in der NS-Zeit aus – und heute? Gibt es eine Verbindung der damaligen Hitlerschule in der damaligen Ordensburg und der Schleidener Schule? Letztere gab es tatsächlich, wie Lehrerin Michaela Schnettker berichtete: „Kinder von Angestellten durften hier zur Schule gehen, weil es als unzumutbar galt, dass Mädchen der Angestellten in Vogelsang auf das kirchliche Gymnasium in Schleiden gehen.“
Unter dem Titel „Konstruktive Bilddemontage des Täterortes Vogelsang“ haben die Schüler mit Unterstützung der Vogelsang IP und polnischen Schülern in Collagen etwa die furchteinflößenden Wandbilder und Statuen der Architektur auf Vogelsang verändert – so wurden beispielsweise aus heroischen Reiterstatuen nun fackeltragende Freiheitsstatuen.
„Als Bürgermeister ist man natürlich froh und stolz, wenn man als Schulträger eine Schule in der Stadt hat, die bundesweit eine von fünf Schulen ist, die eine solche Auszeichnung bekommt“, so Schleidens Bürgermeister Udo Meister. Die Schule gebe mit ihrer „sozial-genialen“ Arbeit wichtige gesellschaftliche Impulse. Schließlich sei die Institution kein isolierter (Lebens)-Raum „wie ein Aquarium“: „Hier werden Beziehungen hergestellt, verknüpft und es werden gesellschaftliche Prozesse angestoßen. Ihr bringt die Menschen zum Nachdenken.“
„Ich habe früher gar nicht so auf Denkmäler geachtet“, sagte Schülerin Nela Esken. „Heute sehe ich sie mit anderen Augen und nehme auch die Umgebung viel bewusster wahr.“
Weitere Projekte sollen folgen, verspricht Jöbkes. Passend dazu hatte VR-Bank-Vorstandsmitglied Merten eine weitere tolle Nachricht im Gepäck: Er versprach der Schule eine „Exklusiv-Partnerschaft“. Damit erkläre sich die VR-Bank auf vertraglicher Basis bereit, dauerhaft solch „sozial-genialen“ Projekte zu unterstützen.
Das Bildungskonzept mache Sinn, sagt Werner Böhnke, Vorsitzender der Stiftung: „Junge Menschen werden sich flexibel und schnell auf unterschiedliche und komplexe Situationen einstellen müssen, nicht nur im Berufsleben, sondern auch in der Mitgestaltung der Gesellschaft. Sie werden mit dem, was sie gelernt haben, neue, heute noch unbekannte Fragen beantworten müssen.“ Die dafür nötigen Kompetenzen fördere „Service Learning“.
Neben dem Schleidener Sturmius-Gymnasium waren 2017 die vier weiteren Gewinner-Schulen: Ernst-Reuter-Schule in Karlsruhe (Baden-Württemberg), Heinz-Nixdorf-Gesamtschule Paderborn (NRW), Integrierte Gesamtschule Kreyenbrück in Oldenburg (Niedersachsen), Regenbogenschule in Stolberg (Nordrhein-Westfalen). Bislang haben sich laut Stiftung über 80.000 Schüler aus 600 Schulen in 2000 sozial-genial-Projekten engagiert.

Das Schleidener Johannes-Sturmius-Gymnasium ist eine der fünf Gewinner-Schulen beim bundesweiten Service-Learning-Wettbewerb – zur Freude von Schulleiter Georg Jöbkes (hinten links), Bürgermeister Udo Meister (links), Lehrern und Schülern. Die VR-Bank Nordeifel eG, hier vertreten durch Vorstandsmitglied Wolfgang Merten (4.v.l.), unterstützte das Projekt. Foto: Kirsten Röder/pp/Agentur ProfiPress

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Gewaltiger Andrang bei der Auftaktveranstaltung zur Generationengenossenschaft GenoEifel eG im Gemünder Kurhaus – Vorstand, Aufsichtsrats und Koordinatorin stellten Konzept vor

Schleiden-Gemünd/Eifel – Wolfgang Merten war „überwältigt vom Andrang“, Malte Duisberg „sehr froh, dass Sie so zahlreich erschienen sind“. Tatsache ist: Wenn noch ein paar Leute mehr gekommen wären, hätte die Auftaktveranstaltung der Generationengenossenschaft GenoEifel eG in eine andere Lokalität verlegt werden müssen. Denn der kleine Kursaal im Gemünder Kurhaus platzte buchstäblich aus allen Nähten, der große Kursaal wäre zur Not frei gewesen. Die fleißigen Helfer der VR-Bank Nordeifel eG schafften von dort noch eilig Stühle herbei, dennoch mussten einige der rund 160 Besucher stehen. Auch die ausgelegten 100 Beitrittserklärungen waren flugs vergriffen.

Das Interesse an diesem im Kreis Euskirchen und der Eifel einmaligen Konzept war und ist gewaltig. Es geht vereinfacht gesagt darum, dass Menschen anderen, meist älteren Menschen in alltäglichen Situationen helfen – bei der Gartenarbeit, der Hausarbeit oder sich einfach mal eine Stunde pro Woche Zeit nehmen. „Die Grundidee zur Generationengenossenschaft, die damals noch eine Seniorengenossenschaft werden sollte, hat unser Vorstandsvorsitzender Bernd Altgen von einem Seminar in Baden-Württemberg mitgebracht“, berichtete VR-Bank-Nordeifel-Vorstand Wolfgang Merten, gleichzeitig auch Aufsichtsratsvorsitzender der GenoEifel eG.

Unterstützt wird die Generationengenossenschaft mit Leader-Mitteln. 118.000 Euro fließen aus diesem EU-Maßnahmenprogramm bis 2022 an die GenoEifel, hinzu kommen 63.000 Euro von Dritten, darunter auch von der VR-Bank Nordeifel eG sowie deren Stiftung, der Dr.-Axe-Stiftung aus Bonn, der Stiftung Evangelisches Altenheim Gemünd und der Heinen-L’homme-Weishaupt und Partner Steuerberater Partnerschaft mbB. Mitglieder der Generationengenossenschaft erwerben außerdem für 50 Euro einen Geschäftsanteil, pro Jahr werden außerdem 40 Euro Mitgliedsbeitrag fällig.

Dieses Geld wird nicht nur zum Aufbau der GenoEifel eG benötigt, sondern auch um die Gehälter der beiden festen Mitarbeiterinnen Corinne Rasky und Marita Manderfeld zu bezahlen, die derzeit ein Büro im Kaller Rathaus bezogen haben und im Jahr 2019 ins „Haus der Begegnung“ umziehen sollen, das neben dem Rathaus entsteht. Übrigens: Wer sich die Beiträge nicht leisten kann, soll in Zukunft von einem noch einzurichtenden Hilfsfonds partizipieren.

Doch warum ist eine Generationengenossenschaft überhaupt nötig? „Es gibt im Gegensatz zu früher keine Mehrgenerationenhaushalte mehr“, erklärte Vorstandssprecher Malte Duisberg. Heute würden Eltern bei ihren Kindern nach dem Prinzip verfahren „Lerne war, leiste was, geh‘ hinaus in die Welt und werde was“. Zwar gebe es schon das Netzwerk an Urft und Olef, Koordinatorin ist wie bei der GenoEifel Corinne Rasky, doch das beschränke sich auf Freizeitaktivitäten.

Leistungsempfänger und Leistungsgeber

„Bei uns geht es um gegenseitige Hilfestellungen, wir wollen Menschen zusammenbringen, die Bedarf haben“, erklärt Duisberg. Unterschieden wird bei der Generationengenossenschaft zwischen Leistungsempfänger und Leistungsgeber. Damit das Konzept funktioniert, werden beide Seiten benötigt.

Neun Euro Stundenlohn zahlen die Leistungsempfänger auf ein Konto ein. Drei Euro davon gehen an die GenoEifel eG. „Nach der Förderung muss sich die Genossenschaft selbst tragen“, erklärt Wolfgang Merten. Die restlichen sechs Euro erhalten die Leistungsgeber, die sich das Geld auch auf einem Zeitkonto gutschreiben lassen können, das Geld also „parken“ und später, wenn sie Hilfe benötigen, wieder abrufen. Als Vermittler dienen Corinne Rasky und Marita Manderfeld. Die werden beide Seiten auch interviewen, damit der Leistungsgeber genau weiß, was auf ihn zukommt. Wichtig auch: Weil es sich bei der GenoEifel um eine gemeinnützige Genossenschaft handelt, ist der Leistungsgeber auch über die Berufsgenossenschaft versichert.

Doch was für Arbeiten sind überhaupt vorstellbar? Es geht um Begleitung bei Terminen, Fahrdienste, Besuche inklusive Gesellschaft leisten und Gesellschaftsspielen, Entlastungen im Alltag und Hilfen im Haushalt, Einkaufsdienste, „mit Rädern zum Essen“, Hilfe beim Ausfüllen von Formularen, gemeinsame Ausflüge oder gemeinsames Wandern oder auch Gartenarbeit. „Ich selbst fahre zweimal im Jahr zu einer Tante nach Wuppertal, weil ich ihre Matratze wenden muss. Alleine kann sie das nicht mehr“, erklärte Malte Duisberg und betonte: „Wir sind aber kein professioneller Anbieter und wollen uns klar abgrenzen von allen Handwerkerleistungen, denn wir wollen keine Konkurrenz darstellen.“

Auch wenn die Hauptzielgruppe die Senioren sind, richtet sich das Angebot der GenoEifel nicht nur an diese. „Als Mama weiß ich, dass auch jüngere Menschen Hilfe benötigen“, sagte Corinne Rasky und meint Babysitter-, Begleit-, Hol- und Bringdienste für die Kinder, Kinderbetreuung in den Kita-Randzeiten oder eine Leseoma oder einen Leseopa.

Erreichbar ist die GenoEifel eG im Rathaus Kall unter 02441/88861 oder per E-Mail unter info@genoeifel.de. Weitere Informationen gibt es auf der Homepage www.genoeifel.de, außerdem liegen in allen Filialen der VR-Bank Nordeifel eG Broschüren aus, die auch Beitrittserklärungen beinhalten. In Zukunft sollen sich in Ortschaften Kümmerer finden, die als ehrenamtliche Ansprechpartner fungieren. „In Sistig, Scheven und Schmidtheim gibt es schon welche“, berichtete Malte Duisberg.

Beschränkt ist das Angebot zu Beginn auf die sechs Südeifelkommunen Blankenheim, Dahlem, Hellenthal, Kall, Nettersheim und Schleiden sowie auf das Stadtgebiet Mechernich. Das Gebiet soll aber nach und nach auf den gesamten Kreis Euskirchen und sogar auf die Leader-Region, zu der auch Teile von Aachen und Düren gehören, ausgeweitet werden. „Wir müssen die GenoEifel aber zuerst ans Laufen bekommen“, sagte Wolfgang Merten. Den Grundstein, der eher die Wirkung eines Meilensteins hatte, haben alle Beteiligten im Gemünder Kurhaus gelegt

Fast 27.000 Euro fürs Überleben

Die liebenswerte Eifel muss lebenswert bleiben.“ Das ist für Bernd Altgen, Vorstandsvorsitzender der VR-Bank Nordeifel eG, eine der Hauptantriebe seines Tuns. Damit die Eifel sogar überlebenswert
bleibt, nimmt die VR-Bank fast 27.000 Euro in die Hand. 13.650 Euro will sie in einem Crowdfunding-Projekt mit Schulen für die Anschaffung von Defibrillatoren ausgeben. Weitere 10.000 Euro erhalten die Jugendfeuerwehren in den sechs Eifelkommunen,
in denen die VR-Bank präsent ist. Das Geld stammt aus dem VR-MitgliederFonds Nordeifel. Der Strategiebeirat hat die Verteilung der Mittel für beide Zwecke befürwortet. Bernd Altgen
und sein Vorstandskollege Wolfgang Merten überreichten
Schecks an Udo Crespin, Leiter der Feuerwehr und des Rettungsdienstes im Kreis Euskirchen, sowie an Schleidens Wehrleiter Udo Schmitz, der mit Stadtjugendwärtin
Vanessa Reder und Jugendfeuerwehrmann Niklas Hupp das Geld stellvertretend für alle Jugendfeuerwehren der Region in Empfang nahm. Bei dem Crowdfunding-Projekt wurden 21 Eifeler
Schulen und deren Fördervereine angeschrieben. 650 Euro stellt die VR-Bank ihnen für die Anschaffung eines Defibrillators in Aussicht. Dafür müssen aber von den Schulen Spenden in Höhe von weiteren 650 Euro gesammelt werden. Nur wenn diese
Summe erreicht ist, fließt auch das Geld aus dem VR-MitgliederFonds. „Wir wollen die jungen Leute
animieren, mitzumachen“, erzählt Merten. Wie wichtig ein Defibrillator sein kann, erklärt Udo Crespin. „In jeder Minute, die bei einem Herz-/Kreislaufstillstand nicht reagiert wird, sinkt die Überlebenschance um zehn Prozent.“ Angst brauche man bei der Verwendung eines „Defis“ nicht zu haben, das Gerät „spreche“ mit dem Nutzer. Da es Kammerflimmern erkennt, kann es auch nicht fälschlicherweise ausgelöst werden.
Auch das Geld für die Jugendfeuerwehren ist gut
angelegt. Pro Mitglied erhalten die kommunalen
Jugendfeuerwehren 27,50 Euro. Das Geld muss für
die Ausbildung, die Ausrüstung und die Bekleidung
verwendet werden.

Silberne Ehrennadel für Bernd Altgen

Der Vorstandsvorsitzende der VR-Bank Nordeifel eG wurde vom RWGV ausgezeichnet – Weitere Ehrung für den Aufsichtsratsvorsitzenden Robert Pelzer
Schleiden – Dass Aufsichtsrat, Vorstand und Mitarbeiter einer Bank verschwiegen sein müssen ist allgemein bekannt und gesetzlich durch das Bankgeheimnis vorgeschrieben. Daran halten sich offenbar auch alle Beteiligten, wenn es um Ehrungen verdienter Menschen geht. Denn man darf mit Fug und Recht behaupten: die doppelte Überraschung bei der Vertreterversammlung der VR-Bank Nordeifel eG am Donnerstagabend in der Mensa des Clara-Fey-Gymnasiums, zu der rund 80 Vertreter der 25.444 Mitglieder der VR-Bank erschienen waren, war geglückt.
Denn gleich zwei Personen waren vollkommen ahnungslos, dass Sie plötzlich für ihre besonderen Verdienste ausgezeichnet wurden. Bei dem ersten Geehrten handelte es sich um Robert Pelzer, den Aufsichtsratsvorsitzenden der Bank. Aufsichtsratsmitglied Malte Duisberg begann mit den Worten „Lieber Robert, da musst du jetzt durch“ eine wundervolle Laudatio auf den Mann, der seit 1995 im Aufsichtsrat der Bank ist und ihm seit 1996 vorsitzt. Duisberg attestierte Pelzer eine bewundernswerte Bescheidenheit, fachlichen Sachverstand und beneidenswerte Souveränität.
Um zu verdeutlichen, wie aufwendig die Arbeit auf der Position ist, führte Duisberg ein paar Zahlen auf: 220 Aufsichtsratssitzungen habe Pelzer in den 21 Jahren geleitet, an 20 Vertreterversammlungen teilgenommen. Hinzu kommen stundenlange Vorbereitungen auf die Sitzungen sowie interne Abstimmungen mit dem Bank-Vorstand. Pelzer sei stets offen für Neues, hellwach und habe mit gesundem Menschenverstand stets Wertschöpfung und Wertschätzung im Blick.
Ralf W. Barkey, Vorstandsvorsitzender des Rheinisch-Westfälischen Genossenschaftsverbandes, war ebenfalls zur Vertreterversammlung erschienen. Er überreichte Rechtsanwalt Robert Pelzer eine Ehrenurkunde und fand es alles andere als selbstverständlich, dass jemand sich durchgängig mehr als 20 Jahre für sein Bankhaus einsetzt. „Das ist völlig überzogen, gleichwohl ans Herz gehend“, bedankte sich der sichtlich gerührte Aufsichtsratsvorsitzende bei Duisberg und Barkey.
„Er hat die Bank geprägt wie kein anderer“
Pelzer und Barkey übernahmen dann auch gleich die nächste Ehrung. Just auf den Tag genau vor 25 Jahren war der heutige Vorstandsvorsitzende Bernd Altgen zum 1. Juli 1992 in den Vorstand der VR-Bank Nordeifel eG berufen worden. „Er ist derjenige, der die Bank wie kein anderer geprägt hat. Die kleine, feine Bank verdankt ihren Bestand, die Fortdauer ihrer Existenz, Bernd Altgen, der mit Geschick, Weitsicht und unter Raubbau an seiner Gesundheit seit 2002 als Vorstandssprecher und seit 2010 als Vorstandsvorsitzender die Bank leitet“, sagte Aufsichtsratsvorsitzender Robert Pelzer.
Ralf Barkey bezeichnete Altgen nicht nur als genossenschaftliches Urgestein, sondern als „Raiffeisen der Nordeifel“, der den Beruf vor mehr als 38 Jahren von der Pike auf gelernt habe – als Auszubildender zum Bankkaufmann in der damaligen Volksbank Blankenheim. „Bernd Altgen steht für die zentralen genossenschaftliche Werte und setzt sich für die Menschen in der Nordeifel ein“, so Barkey. Drei Fusionen habe er in seiner Vorstandszeit vorangetrieben. Gleichzeitig sei Altgen Vorsitzender der größten Personengemeinschaft der Eifel, denn die Hälfte der rund 50.000 Einwohner im VR-Bank-Nordeifel-Bereich sei Mitglied der Genossenschaftsbank.
Gleichwohl sei Altgen der Motor und Treiber in der Region, der unter anderem die Familiengenossenschaft Nordeifel-Euskirchen eG, die Dienstleistungsgenossenschaft Eifel DLG eG, die Generationengenossenschaft GenoEifel eG und die Schülergenossenschaft der Realschule Schleiden als Initiator begleitet habe. „Sie haben bewiesen, dass Sie nicht nur eine Bank leiten können, sondern sind ein Impulsgeber der Region“, sprach Barkey Altgen direkt an, „solche Menschen wie Sie sind der Grund, warum die Genossenschaftsidee zum immateriellen Weltkulturerbe ernannt wurde.“ Barkey verlieh Altgen daraufhin die silberne Ehrennadel des RWGV.
Der Geehrte selbst bat Barkey und Pelzer um ihre Redemanuskripte. „Denn meine Frau glaubt mir das sonst nie“, erzählte er lachend. Altgen machte aber auch deutlich, dass die aufgezählten Verdienste ohne Unterstützung des gesamten Mitarbeiterteams unmöglich gewesen seien und mahnte, mit Erinnerung an den im Alter von 54 Jahren verstorbenen Vorstandskollegen Albert Reidt, dass man auch in seiner Position demütig sein müsse und nur „Führer auf Zeit“ einer Bank sei. Altgen, der tief verwurzelt in der Region ist, hatte aber auch noch einen weiteren Grund für die Erfolge: „All das ist nur möglich mit solch tollen Menschen hier in der Nordeifel.“
pp/Agentur ProfiPress

Ralf W. Barkey, Vorstandsvorsitzender des Rheinisch-Westfälischen Genossenschaftsverbandes (r.), ehrte sowohl den Vorstandsvorsitzenden der VR-Bank Nordeifel eG, Bernd Altgen (M.) als auch den Aufsichtsratsvorsitzenden der Bank, Robert Pelzer. Foto: Thomas Schmitz/pp/Agentur ProfiPress

Ralf W. Barkey vom RWGV steckte Bernd Altgen die silberne Ehrennadel des Verbandes ans Revers. Foto: Thomas Schmitz/pp/Agentur ProfiPress


Aufsichtsratsmitglied Malte Duisberg hielt eine umwerfende Laudatio auf seinen „Chef“ Robert Pelzer. Foto: Thomas Schmitz/pp/Agentur ProfiPress