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Kultur bei Nacht in der Nordeifel

Mechernich, Blankenheim und Nettersheim kooperieren bei der Veranstaltungsreihe

Historische Orte, Museen und unentdeckte Kleinode der Nordeifel öffnen im Herbst zum vierten Mal ihre Tore bis in die Nacht und laden zu acht packenden Abendveranstaltungen an spannenden Locations ein. Erstmals steht die Reihe unter dem Leitthema „Wasser“, dem prägenden Element der Eifel. Die Veranstaltungsreihe der Nordeifel Tourismus GmbH ist eine Hommage an die vielfach unbekannte kulturelle Vielfalt und Einmaligkeit der Nordeifel. Sie wird vom Ministerium für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport des Landes NRW finanziell gefördert.

Unter dem Motto „Panta Rhei – Alles fließt“ haben sich die Städte und Gemeinden Blankenheim, Mechernich und Nettersheim zusammen mit dem Freundeskreis Römerkanal e.V. ein ganz besonderes Programm zum Thema „Wassertechnik“ einfallen lassen: An drei Veranstaltungstagen im September und Oktober wird Professor Klaus Grewe auf unterschiedlichste Arten Wissenswertes über die Technik des Wasserleitungsbaus vermitteln. Den Auftakt bildet dabei ein Vortrag am Samstag, 23. September, 20 Uhr, in der Römischen Brunnenstube „Klausbrunnen“ bei Kallmuth.

Bei der Veranstaltung „Panta Rhei I – Die Wassertechnik im neuen Licht“ wird die Brunnenstube in einem völlig neuen Licht erscheinen; mit modernen Leuchtmitteln sphärisch illuminiert, wird sie an diesem Abend zur Vortragsbühne, auf der Klaus Grewe mit Hilfe moderner Technik eine fachkundige Einführung in die Wassertechnik längst vergangener Zeiten geben wird. „Wir sind gespannt, wie sich unsere Besucher fühlen, wenn das Sammelbecken zum Besucherraum umfunktioniert wird und sie dort sitzen, wo früher das Quellwasser gesammelt wurde“, so Sabine Wahlen von der Stadtverwaltung Mechernich.

Die grandiose Technik des 95,4 Kilometer langen Römerkanals ist nach wie vor überwältigend, und es ist laut Professor Grewe „erstaunlich, mit welch einfachen Hilfsmitteln die römischen Ingenieure es geschafft haben, dieses Bauwerk in kürzester Zeit fertigzustellen“.

Zur Veranstaltung werden Erfrischungen und ein kleiner Imbiss angeboten. Karten sind zum Preis von zehn Euro im Vorverkauf erhältlich im Rathaus Mechernich, Bergstraße 1, 53894 Mechernich, Telefon: 02443/49-4320. Restkarten gibt es an der Abendkasse. Warme Kleidung und festes Schuhwerk werden empfohlen.

Bei „Panta Rhei II“ in Nettersheim werden die Besucher am Samstag, 7. Oktober, ab 19 Uhr auf eine nächtliche Wanderung mit römischen Legionären geschickt. Mit Professor Grewe wird die Trasse des Römerkanals erkundet, um das technische Meisterwerk „mit Füßen zu begreifen“.

Am Samstag, 21. Oktober, gibt es ab 18 Uhr bei „Panta Rhei III – Die Wasserspuren der Grafen von Blankenheim“ einen Zeitsprung ins Mittelalter. Die Wasserleitung der Grafen von Blankenheim ist Ziel der Exkursion, bei der mit Pechfackeln in der Hand, erneut unter Leitung von Klaus Grewe, die Trasse erkundet wird.

Das Programmheft von „Nordeifel – Kultur bei Nacht 2017“ mit allen Highlights und teilnehmenden Partnern liegt in allen Tourist-Informationen und bei allen Partnern aus. Alle Informationen können Interessierte auch unter www.nordeifel-tourismus.de abrufen. Die Eintrittspreise liegen je nach Veranstaltung für Erwachsene zwischen sechs und 19,50 Euro. Tickets können bei den jeweiligen Veranstaltern bezogen werden.

Baufinanzierung – Welche Unterlagen brauche ich?

Welche Unterlagen brauche ich?
Erster Teil der Baufinanzierungsserie im Blog „Wir in der Eifel“ – Unterschiede bei Finanzierung eines Immobilienkaufs oder eines Bauvorhabens
Der Bau oder Kauf eines Eigenheims ist heutzutage mit einem hohen bürokratischen Aufwand verbunden. Am Ende ist in der Regel ein kompletter Aktenordner prall gefüllt. Diese Unterlagen sollten sie beim Gespräch mit dem Berater Ihrer Bank auch alle mitbringen, wie Arno Graff vom Baufinanzierungsteam der VR-Bank Nordeifel eG erklärt. Alternativ können Sie Ihrem Berater bei der VR-Bank diese Unterlagen auch schon vor dem Termin als PDF-Dateien zukommen lassen. Die E-Mail-Adresse erhalten Sie bei der Terminabsprache.
„Einem Berater muss zunächst klar sein, was ein Kunde überhaupt vorhat. Will er kaufen oder bauen?“, beschreibt es Graff. In beiden Fällen sollten folgende Dokumente auf jeden Fall mitgebracht werden: Personalausweis, Einkommensnachweise (bei Eheleuten, die beide im Kaufvertrag stehen, von beiden) der letzten drei Monate und vom Dezember, eine Selbstauskunft, die es per PDF bei der VR-Bank Nordeifel eG gibt sowie eine Übersicht über Vermögen oder Verbindlichkeiten.
Hinzu kommen, je nach Grund für die Finanzierung, noch weitere Unterlagen:
Beim Kauf einer bereits existierenden Immobilie sollten die Unterlagen, die der Makler zur Verfügung stellt, mitgebracht werden, also das gesamte Exposé inklusive aller Pläne, Zeichnungen und Bilder sowie der Objektbeschreibung. Eine Aufstellung der Modernisierungsmaßnahmen wäre ebenfalls angebracht, weil daraus der Bankberater erkennen kann, ob hohe Renovierungskosten anfallen oder nicht. „Plant ein Käufer ein Veränderung des Grundrisses ist es natürlich teurer, als wenn nur Farbe und Tapete gekauft werden müssen“, berichtet Arno Graff, Filialleiter der VR-Bank Nordeifel eG.
Beim Bau eines Hauses ist natürlich nicht der Makler der erste Ansprechpartner, sondern im Regelfall der Architekt. Der ist sowohl für die Pläne als auch die Baukostenaufstellung zuständig. Beides sollte zum Beratungsgespräch mitgebracht werden. Außerdem benötigt die Bank einen Grundbuchauszug mit den Angaben zum Grundstück, den es in der Regel beim zuständigen Amtsgericht (im Einzugsgebiet der VR-Bank Nordeifel eG das Amtsgericht Schleiden) gibt. „Wenn aber beispielsweise Städte und Gemeinden die Baugrundstücke veräußern, erhält man als Käufer den Grundbuchauszug in den Rathäusern“, erklärt Graff. Wichtig für den Bankberater ist auch die Frage, ob der Käufer Eigenleistungen am Haus plant, denn je mehr ein Hausbesitzer selber macht, desto weniger Kosten fallen an. „Bei der Erstellung einer Eigenleistungstabelle ist eventuell auch der Architekt der erste Ansprechpartner“, erzählt Graff. So kann die Bank errechnen, wie hoch die erforderliche Summe bei einer Komplettfinanzierung ist oder wie hoch die Summe ist, wenn nur das Material erworben werden muss, weil der Kunde selbst tätig wird.
Sind alle Unterlagen vorhanden, verspricht die VR-Bank Nordeifel eG, innerhalb von 48 Stunden eine Entscheidung über die Vergabe eines Kredites zu fällen.

Lesen Sie  im nächsten Teil der Baufinanzierungsserie: Wie finde ich überhaupt ein Haus oder ein Grundstück?

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Gewaltiger Andrang bei der Auftaktveranstaltung zur Generationengenossenschaft GenoEifel eG im Gemünder Kurhaus – Vorstand, Aufsichtsrats und Koordinatorin stellten Konzept vor

Schleiden-Gemünd/Eifel – Wolfgang Merten war „überwältigt vom Andrang“, Malte Duisberg „sehr froh, dass Sie so zahlreich erschienen sind“. Tatsache ist: Wenn noch ein paar Leute mehr gekommen wären, hätte die Auftaktveranstaltung der Generationengenossenschaft GenoEifel eG in eine andere Lokalität verlegt werden müssen. Denn der kleine Kursaal im Gemünder Kurhaus platzte buchstäblich aus allen Nähten, der große Kursaal wäre zur Not frei gewesen. Die fleißigen Helfer der VR-Bank Nordeifel eG schafften von dort noch eilig Stühle herbei, dennoch mussten einige der rund 160 Besucher stehen. Auch die ausgelegten 100 Beitrittserklärungen waren flugs vergriffen.

Das Interesse an diesem im Kreis Euskirchen und der Eifel einmaligen Konzept war und ist gewaltig. Es geht vereinfacht gesagt darum, dass Menschen anderen, meist älteren Menschen in alltäglichen Situationen helfen – bei der Gartenarbeit, der Hausarbeit oder sich einfach mal eine Stunde pro Woche Zeit nehmen. „Die Grundidee zur Generationengenossenschaft, die damals noch eine Seniorengenossenschaft werden sollte, hat unser Vorstandsvorsitzender Bernd Altgen von einem Seminar in Baden-Württemberg mitgebracht“, berichtete VR-Bank-Nordeifel-Vorstand Wolfgang Merten, gleichzeitig auch Aufsichtsratsvorsitzender der GenoEifel eG.

Unterstützt wird die Generationengenossenschaft mit Leader-Mitteln. 118.000 Euro fließen aus diesem EU-Maßnahmenprogramm bis 2022 an die GenoEifel, hinzu kommen 63.000 Euro von Dritten, darunter auch von der VR-Bank Nordeifel eG sowie deren Stiftung, der Dr.-Axe-Stiftung aus Bonn, der Stiftung Evangelisches Altenheim Gemünd und der Heinen-L’homme-Weishaupt und Partner Steuerberater Partnerschaft mbB. Mitglieder der Generationengenossenschaft erwerben außerdem für 50 Euro einen Geschäftsanteil, pro Jahr werden außerdem 40 Euro Mitgliedsbeitrag fällig.

Dieses Geld wird nicht nur zum Aufbau der GenoEifel eG benötigt, sondern auch um die Gehälter der beiden festen Mitarbeiterinnen Corinne Rasky und Marita Manderfeld zu bezahlen, die derzeit ein Büro im Kaller Rathaus bezogen haben und im Jahr 2019 ins „Haus der Begegnung“ umziehen sollen, das neben dem Rathaus entsteht. Übrigens: Wer sich die Beiträge nicht leisten kann, soll in Zukunft von einem noch einzurichtenden Hilfsfonds partizipieren.

Doch warum ist eine Generationengenossenschaft überhaupt nötig? „Es gibt im Gegensatz zu früher keine Mehrgenerationenhaushalte mehr“, erklärte Vorstandssprecher Malte Duisberg. Heute würden Eltern bei ihren Kindern nach dem Prinzip verfahren „Lerne war, leiste was, geh‘ hinaus in die Welt und werde was“. Zwar gebe es schon das Netzwerk an Urft und Olef, Koordinatorin ist wie bei der GenoEifel Corinne Rasky, doch das beschränke sich auf Freizeitaktivitäten.

Leistungsempfänger und Leistungsgeber

„Bei uns geht es um gegenseitige Hilfestellungen, wir wollen Menschen zusammenbringen, die Bedarf haben“, erklärt Duisberg. Unterschieden wird bei der Generationengenossenschaft zwischen Leistungsempfänger und Leistungsgeber. Damit das Konzept funktioniert, werden beide Seiten benötigt.

Neun Euro Stundenlohn zahlen die Leistungsempfänger auf ein Konto ein. Drei Euro davon gehen an die GenoEifel eG. „Nach der Förderung muss sich die Genossenschaft selbst tragen“, erklärt Wolfgang Merten. Die restlichen sechs Euro erhalten die Leistungsgeber, die sich das Geld auch auf einem Zeitkonto gutschreiben lassen können, das Geld also „parken“ und später, wenn sie Hilfe benötigen, wieder abrufen. Als Vermittler dienen Corinne Rasky und Marita Manderfeld. Die werden beide Seiten auch interviewen, damit der Leistungsgeber genau weiß, was auf ihn zukommt. Wichtig auch: Weil es sich bei der GenoEifel um eine gemeinnützige Genossenschaft handelt, ist der Leistungsgeber auch über die Berufsgenossenschaft versichert.

Doch was für Arbeiten sind überhaupt vorstellbar? Es geht um Begleitung bei Terminen, Fahrdienste, Besuche inklusive Gesellschaft leisten und Gesellschaftsspielen, Entlastungen im Alltag und Hilfen im Haushalt, Einkaufsdienste, „mit Rädern zum Essen“, Hilfe beim Ausfüllen von Formularen, gemeinsame Ausflüge oder gemeinsames Wandern oder auch Gartenarbeit. „Ich selbst fahre zweimal im Jahr zu einer Tante nach Wuppertal, weil ich ihre Matratze wenden muss. Alleine kann sie das nicht mehr“, erklärte Malte Duisberg und betonte: „Wir sind aber kein professioneller Anbieter und wollen uns klar abgrenzen von allen Handwerkerleistungen, denn wir wollen keine Konkurrenz darstellen.“

Auch wenn die Hauptzielgruppe die Senioren sind, richtet sich das Angebot der GenoEifel nicht nur an diese. „Als Mama weiß ich, dass auch jüngere Menschen Hilfe benötigen“, sagte Corinne Rasky und meint Babysitter-, Begleit-, Hol- und Bringdienste für die Kinder, Kinderbetreuung in den Kita-Randzeiten oder eine Leseoma oder einen Leseopa.

Erreichbar ist die GenoEifel eG im Rathaus Kall unter 02441/88861 oder per E-Mail unter info@genoeifel.de. Weitere Informationen gibt es auf der Homepage www.genoeifel.de, außerdem liegen in allen Filialen der VR-Bank Nordeifel eG Broschüren aus, die auch Beitrittserklärungen beinhalten. In Zukunft sollen sich in Ortschaften Kümmerer finden, die als ehrenamtliche Ansprechpartner fungieren. „In Sistig, Scheven und Schmidtheim gibt es schon welche“, berichtete Malte Duisberg.

Beschränkt ist das Angebot zu Beginn auf die sechs Südeifelkommunen Blankenheim, Dahlem, Hellenthal, Kall, Nettersheim und Schleiden sowie auf das Stadtgebiet Mechernich. Das Gebiet soll aber nach und nach auf den gesamten Kreis Euskirchen und sogar auf die Leader-Region, zu der auch Teile von Aachen und Düren gehören, ausgeweitet werden. „Wir müssen die GenoEifel aber zuerst ans Laufen bekommen“, sagte Wolfgang Merten. Den Grundstein, der eher die Wirkung eines Meilensteins hatte, haben alle Beteiligten im Gemünder Kurhaus gelegt