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Die Eifel als gesunde Region

Auftakt des zweijährigen Projekts der Dienstleistungsgenossenschaft Eifel DLG am Mittwoch, 31. Oktober, 10 bis 16 Uhr, im Mechernicher Rathaus – Ziel ist die Förderung der betrieblichen Gesundheit bei kleinen und mittelständischen Unternehmen in der Region Eifel
Kreis Euskirchen/Mechernich – Die Eifel in den nächsten zwei Jahren ein Stückweit gesünder zu machen – das ist grob formuliert das Ziel des Projekts „Gesunde Region Eifel“ der Dienstleistungsgenossenschaft Eifel DLG. Obwohl ganz richtig ist das nicht. „Wir wollen das Thema betriebliches Gesundheitsmanagement ins Bewusstsein der Menschen rücken“, erklärt Projektleiterin Agnes Voerste. Die Auftaktveranstaltung für das Projekt findet am Mittwoch, 31. Oktober, von 10 bis 16 Uhr im Ratssaal des Mechernicher Rathauses (Bergstraße 1) statt. Eingeladen sind nicht nur Verantwortliche und Mitarbeiter der bislang 45 Mitgliedsunternehmen, sondern jedes Unternehmen in der Region Eifel mit Interesse an diesem Thema.
Betriebliches Gesundheitsmanagement bedeutet nicht nur, dass ein Unternehmen Sportangebote bereitstellt oder Obstteller aufstellt. Vielmehr geht es darum, dass besonders die Unternehmer erkennen, ob und wann sie ihren Mitarbeitern zu viel zumuten. Überstunden, fehlender Freizeitausgleich, Arbeiten am Leistungslimit, Dauerstress – all das führt vermehrt zu psychischen Erkrankungen, zu Burnout und Depressionen. „Mitarbeiter sind zwar körperlich anwesend, aber nicht mehr leistungsfähig“, weiß Agnes Voerste.
Im betrieblichen Gesundheitsmanagement fungiert der Chef deshalb als Dienstleister. Er soll dafür sorgen, dass das Arbeitsklima und die Arbeitsbedingungen stimmen, weil es letztlich die Leistungsfähigkeit der Mitarbeiter stärkt, was natürlich auch für das Unternehmen von Vorteil ist. „Wir wollen durch das Projekt Bedingungen schaffen, dass die Mitarbeiter bei bester geistiger und körperlicher Gesundheit zur Arbeit gehen“, so Agnes Voerste.
Die Region Eifel, gemeint ist hauptsächlich der südliche Kreis Euskirchen mit den Randgebieten und Nachbarkommunen, beherbergt zahlreiche Firmen und Betriebe. „Im Rahmen der Fürsorgepflicht müssen sie auch ein betriebliches Gesundheitsmanagement vorweisen. Was das ist, davon haben die Unternehmen aber ein sehr heterogenes Verständnis“, drückt es Agnes Voerste freundlich aus.
Deshalb hat das derzeit fünfköpfige Projektteam sechs Pilotunternehmen ausgewählt, um herauszufinden: Was verstehen die Betriebe in der Eifel denn überhaupt unter dem Begriff und wie füllen sie ihn mit Leben? Im Rahmen dieser Analysen werden – natürlich anonymisiert – die Mitarbeiter befragt. Zusätzlich legt der Geschäftsführer in einem Interview dar, wie betriebliches Gesundheitsmanagement umgesetzt wird.
Bedarfe in Unternehmen erkennen
Anhand der Auswertung der allgemeinen Gesundheitsbefragung der Mitarbeiter kann das Projektteam Bedarfe im Unternehmen erkennen und Lösungsansätze ausarbeiten. „Das reicht von Therapieangeboten bis hin zu schnell erreichbaren Sprechstunden“, erklärt Voerste, die noch einmal klarstellt: „Wir sind nicht für das betriebliche Gesundheitsmanagement zuständig, das sind die Unternehmen selbst. Wir erfassen in der Gesundheitsbefragung bei den Pilotunternehmen den Bedarf und unterstützen die Unternehmen in der Umsetzung eines betrieblichen Gesundheitsmanagements.“
Sowohl das Team des Projekts „Gesunde Region Eifel“ als auch die übergeordnete Dienstleistungsgenossenschaft Eifel DLG weiß, dass die Umsetzung gerade für kleinere Unternehmen nicht einfach ist und große Betriebe, etwa durch den Zugriff auf einen Betriebsarzt, einfacher haben. Doch da kommt die Eifel DLG ins Spiel. Sie will die Unternehmen vernetzen, Angebote bündeln und diese ihren derzeit 45 Mitgliedern mit insgesamt 5200 Mitarbeiterin zur Verfügung stellen, sei es eben ein gemeinsamer Betriebsarzt oder Vergünstigungen für bestimmte Dienstleistungen.
Außerdem werden im Rahmen des Projekts Gesundheitswochen durchgeführt und in Beratercafés (das erste soll am 27. November in Kall stattfinden) Mitglieds- und Nicht-Mitgliedsunternehmen zusammengebracht. „Bei all dem müssen wir dafür sorgen, dass die Unternehmen einen Nutzen davon haben“, sagt Agnes Voerste.
Bei der Auftaktveranstaltung in Mechernich stellt die Dienstleistungsgenossenschaft Eifel DLG zunächst sich und das Projekt „Gesunde Region Eifel“ vor. Außerdem werden in einer Podiumsdiskussion die ersten Erfahrungsberichte aus den Pilotunternehmen präsentiert. Am Nachmittag beginnt dann nach einem kurzen Vortrag im Rahmen eines Workshops die Netzwerkarbeit.
Die Veranstaltung richtet sich an Mitglieder Eifel DLG, an Unternehmen, die Mitglied werden möchten, an außerregionale Institutionen, die selbst eine Dienstleistungsgenossenschaft gründen oder eine gesunde Region werden wollen (oder dies bereits getan haben) sowie an Anbieter von Dienstleistungen, die für das Projekt „Gesunde Region Eifel“ sinnvoll und nützlich sind. Anmeldungen sind zu richten an agnes.voerste@dlg-eifel.de.
pp/Agentur Profipress

Der Beirat des Projekts „Gesunde Region Eifel“ (v.l.): Bernd Becker (PE Becker), Roland Fraatz (Bundesministerium für Arbeit und Soziales), Iris Poth (Kreis Euskirchen), Dr. Alois Kreins, (Bundesverband mittelständische Wirtschaft), Petra Vossen (Barmer Euskirchen), Michael Niehaus (Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin), Anita Zilliken (Institut für Betriebliche Gesundheitsförderung), Hans-Peter Pick (Bundesverband mittelständische Wirtschaft), Helmut Schneider (AOK Rheinland/Hamburg). Foto: DLG Eifel/pp/Agentur ProfiPress

Die GenoEifel wächst und wächst

Zweite Generalversammlung der Generationengenossenschaft in Kall – Mittlerweile 183 Mitglieder – Zahl der Aufsichtsratsmitglieder verdoppelt – Zahlreiche Ziele formuliert
Kall – Es war eine faustdicke Überraschung, mit der auch die beiden Vorstände der GenoEifel eG – die Generationengenossenschaft, Malte Duisberg und Karl Vermöhlen, nicht gerechnet hatten. Bei der zweiten Generalversammlung, die im evangelischen Gemeindezentrum in Kall stattfand, sollte unter anderem der Aufsichtsrat um eine Position auf vier erweitert werden. Manfred Poth, allgemeiner Vertreter des Landrats, hatte sich dazu bereit erklärt und wurde später auch von den fast 50 anwesenden Genossen in Abwesenheit gewählt.
Doch mit Poths Nominierung alleine war es nicht getan. Aus dem Plenum heraus meldeten Birgit Wolff, selbstständige Berufsbetreuerin aus Schmidtheim, und Rita Wieland-Ecker, pensionierte Justizbeamtin aus Gemünd, Interesse an der Mitarbeit im Aufsichtsrat der GenoEifel an. Beide wurden einstimmig gewählt, der Aufsichtsrat, dem als Vorsitzender Wolfgang Merten, Claudia Weishaupt als dessen Stellvertreterin sowie Hans Reiff angehören, ist damit auf Maximalgröße angewachsen.
Das Interesse an der Mitarbeit demonstriert eindrucksvoll, wie die GenoEifel funktioniert und wie die Mitglieder „ticken“. Es geht ihnen ums Helfen, um die Unterstützung von Menschen, die Hilfe nötig haben. Und auch mit Wachstum kennt sich die Generationengenossenschaft aus. Denn bislang verzeichnet die GenoEifel nur Beitritte, ausgetreten ist in den zwei Jahren des Bestehens noch niemand. Mittlerweile beträgt die Mitgliederzahl 183, Tendenz stetig steigend.
Dass die GenoEifel nicht nur bei Privatpersonen, sondern auch in Verwaltungen ankommt, zeigt sich durch die Beitritte zahlreicher Kommunen. Aktuell hat der Kreis Euskirchen Interesse bekundet, Mitglied zu werden. Am 28. Juni gibt es einen offiziellen Startschuss in Mechernich. „Und dann wollen wir auch noch in den Bereich der Leader-Region außerhalb des Kreises Euskirchen, also nach Monschau/Simmerath/Roetgen sowie Heimbach/Nideggen/Hürtgenwald“, kündigte Malte Duisberg an. Anfragen aus Euskirchen oder Zülpich, die es immer wieder gibt, müssen abgelehnt werden, weil es sich um eine andere Leader-Region handelt. „Aber auch da sind wir in Gesprächen“, verkündet Duisberg.
„Lernende Genossenschaft“
Weil die GenoEifel eine „lernende Genossenschaft“ ist, wie Duisberg es ausdrückt, dreht sie auch permanent an den Stellschrauben. Dazu gehört, dass die Mitglieder eigene Themen und Arbeitsfelder einbringen. „Keine Idee ist kurios oder ungewöhnlich! Bringen Sie sie ein, und wir gucken, was wir daraus machen.“
Die Generationengenossenschaft hat neben der räumlichen Ausdehnung aus dem südlichen Kreis Euskirchen heraus noch weitere Ziele. Am 19. Juli werden Helfer zum Thema „Nähe und Distanz“ geschult, schon gut zwei Wochen vorher, am 2. Juli, ist die GenoEifel Thema in der Sendung „Gast mit Geschichte“ beim WDR Köln. Die Genossenschaft, die bisher größtenteils auf die Hilfe für ältere Leute beschränkt war, will sich auch für junge Familien öffnen und geschulte Babysitterinnen oder Leih-Großeltern anbieten. Und die Älteren sollen über die GenoEifel jungen Menschen Einblicke in Berufe geben, Kontakte bereiten. „Viele unserer Mitglieder bringen schließlich 30 bis 40 Jahre Arbeitserfahrung mit“, meinte Claudia Weishaupt.
Ein wichtiges nächstes Ziel ist der Aufbau eines bereits gegründeten Hilfsfonds‘, damit auch finanziell nicht so gut gestellte Menschen die GenoEifel nutzen können. Momentan werden Kriterien definiert, wie Personen unterstützt werden können. Außerdem wird über die Gründung eines Beirats nachgedacht, der aus Interessenvertretern besteht. Nach dem Hauptbüro im Kaller Rathaus und der Mitnutzung des Beratungsbüros in Nettersheim wird die GenoEifel in der Ahrstraße in Blankenheim ein Büro der Gemeinde mitverwenden. Die GenoEifel breitet sich weiter aus und damit wird auch das überaus sinnvolle Netzwerk aus Helfern und Hilfesuchenden immer größer.
pp/Agentur ProfiPress


Rita Wieland-Ecker (vorne l.) und Birgit Wolff (vorne r.) komplettieren den Aufsichtsrat der GenoEifel eG. Mit im Bild (v.l.) die Aufsichtsratsmitglieder Hans Reiff und Claudia Weishaupt sowie die Vorstände Karl Vermöhlen und Malte Duisberg. Foto: Thomas Schmitz/pp/Agentur ProfiPress

Überwiegend einstimmige Entscheidungen fällten die fast 50 anwesenden Genossenschaftsmitglieder bei der Generalversammlung der GenoEifel eG. Foto: Thomas Schmitz/pp/Agentur ProfiPress

Vorstand Malte Duisberg (v.l.), die stellvertretende Aufsichtsratsvorsitzende Claudia Weishaupt und Corinne Rasky stellten den Genossen verschiedene Berichte vor. Foto: Thomas Schmitz/pp/Agentur ProfiPress

Die stellvertretende Aufsichtsratsvorsitzende Claudia Weishaupt präsentierte den knapp 50 anwesenden Genossen den Geschäftsbericht für das Jahr 2017. Foto: Thomas Schmitz/pp/Agentur ProfiPress

Auch Geselligkeit spielt bei der GenoEifel eine große Rolle. Deshalb wurde ein geplanter Vortrag gegen einen Plausch bei Kaffee und Kuchen ausgetauscht. Foto: Thomas Schmitz/pp/Agentur ProfiPress

Alleinstellungsmerkmal für die Region

Generalversammlung der Dienstleistungsgenossenschaft Eifel bei Papstar – Projekt „Gesunde Region“ wird mit 726.000 Euro gefördert – Mitgliederzahl soll deutlich steigen
Kall/Eifel – Neue Projekte, große Ziele und Personalwechsel: Es hat sich in den vergangenen Monaten in der Dienstleistungsgenossenschaft (DLG) Eifel viel getan. Das wurde bei der zweiten Generalversammlung der Genossenschaft in der Papstar-Zentrale in Kall deutlich.
Genauso klar ist auch der Auftrag der Dienstleistungsgenossenschaft: Es geht darum, den Unternehmen einer kompletten Region, die nicht nur auf den Kreis Euskirchen beschränkt ist, Leistungen vom Betriebsarzt bis zur Krankenzusatzversicherung anzubieten, die sich sonst nur große Konzerne leisten können. „Wir sind Unternehmensberatung und Einkäufer“, erklärt Vorstand Thomas Artmann.
„Gesunde Region“ heißt passenderweise auch gleich das erste Projekt, für dessen Umsetzung die DLG Eifel mit Unterstützung der VR-Bank Nordeifel in den vergangenen Monaten hart gekämpft hat. Mittlerweile sind alle Auflagen des Bundesarbeitsministeriums für das Projekt erfüllt, das mit 726.000 Euro bis Dezember 2020 gefördert wird. Die Projektleitung hat die Diplom-Ingenieurin Agnes Voerste aus Zülpich inne, dem Projektteam gehören Dr. Katharina Hoß, Michael Romeis und Mona Lohr an.
Ziel von „Gesunde Region“ ist die Erstellung eines datengestützten Gesundheitsmanagements inklusive einer Gesundheitsbefragung, ein moderierter Steuerkreis Gesundheit, der Zugang zu geförderten Gesundheitsmanagement- und Gesundheitsförderangeboten, Angebote für Auszubildende sowie Gesundheitsaktionswochen.
Projektmitarbeiter kommen in die Unternehmen und machen eine Bestands- und Bedarfsanalyse. Mit „Gesunde Region“ sollen ab Juli auch Workshops angeboten werden.
Vieles geleistet, vieles geplant
Im Jahresbericht des Vorstandes listete er auch das bisher Geleistete auf: Man habe einen Angebotskatalog entwickelt, der in Zukunft zur vierteljährlichen Mitgliederzeitung ausgedehnt werden soll. Mit dem DLG-Mitglied Papstar wurde vereinbart, einen Staplerführerschein anzubieten, der natürlich unter dem gängigen Preis lag. Ein Info-Abend zur Datenschutzgrundverordnung wurde ebenfalls angeboten wie die Gesundheitstage beim DLG-Mitglied Sportwelt Schäfer in Bad Münstereifel. Die Genossenschaft kann diese Angebote weitaus günstiger anbieten, als auf dem „freien Markt“ üblich, denn das ist ja eines ihrer Ziele: Unternehmen der Region werden gebündelt, um ihnen etwas anzubieten, was sie sich alleine nur schwer leisten können.
Zahlreiche Projekte werden außerdem derzeit erarbeitet. So soll es auf Initiative der Stadt Mechernich Kurzworkshops geben zum Thema „Gesunde Ernährung“, es soll für Führungskräfte eine „Werkzeugkiste“ mit Tipps, Infobroschüren und regionalen Gesundheits- und Hilfsangeboten entwickelt werden, das regionale Gesundheitsportal Chilp wird es demnächst als App geben, auch die Platzierung von Stellenanzeigenkontingenten in Zeitungen und Internetportalen wird derzeit geprüft. Verhandlungen mit einem Betriebsarzt laufen ebenso wie mit einer Fachkraft für Arbeitssicherheit.
Vorstand Joachim Hees stellte außerdem eine betriebliche Krankenzusatzversicherung im Rahmentarif vor, die sein Unternehmen Papstar den Mitarbeitern anbietet. So ermöglicht Papstar seinen Angestellten im bestimmten Rahmen Vorsorge-Checkups und bietet außerdem günstig eine privatärztlich-ambulante Aufstockung der gesetzlichen Krankenversicherung an. „Gesetzlich versicherte erhalten so einen Privatversichertenstatus“, erklärt Artmann. Auch einen Baustein für Klinikaufenthalte beinhaltet diese Versicherung.
7500 Mitarbeiter sollen erreicht werden
51 Betriebe und Firmen mit insgesamt 4150 Mitarbeitern haben sich der DLG Eifel bereits angeschlossen. „Damit ist der Break-Even-Point erreicht, wir können kostendeckend arbeiten“, berichtete Vorstand Joachim Hees, der aber gleich ein großes Ziel verkündete: Die DLG Eifel will, dass sich ihr noch deutlich mehr Mitgliedsunternehmen anschließen. Hees‘ Wunsch ist die Unterstützung von insgesamt 7500 Mitarbeitern.. Denn nur wenn die DLG genug Aufträge hat, kann sie existieren.
Dazu ist aber auch nötig, dass die Dienstleistungsgenossenschaft in aller Munde ist. „Der Mehrwert für die Mitarbeiter wird noch nicht erkannt, deshalb begeben wir uns demnächst auf Roadshow durch die Firmen“, kündigt Thomas Artmann an. Aufsichtsratsvorsitzender Rolf Klöcker gibt unumwunden zu: „Wir Arbeitgeber müssen uns an die eigene Nase fassen, denn wir müssen die DLG in den Unternehmen bekannter machen.“
Großes Lob gab es von Aufsichtsratsmitglied Bernd Becker. Er gab den Anwesenden – ein Großteil der Mitgliedsunternehmen war bei Papstar erschienen – zum Schluss mit auf den Weg: „Die Dienstleistungsgenossenschaft ist ein Alleinstellungsmerkmal für die Region.“
Personell hat sich seit dem Start vor zwei Jahren viel getan. Doris Ley und Julia Klinkhammer sind aus dem Vorstand ausgeschieden und wurden durch Thomas Artmann, Thomas Hambach und Joachim Hees ersetzt. Komplettiert wird der Vorstand durch Gründungsmitglied Gisela Caspers. Im Aufsichtsrat rückte für Bernd Altgen Wolfgang Merten als Vorsitzender nach. Der dann noch aus Rolf Klöcker und Franz-Peter Schäfer bestehende Aufsichtsrat wurde um Bernd Becker und Bert Kantelberg erweitert. Zu finden ist die Dienstleistungsgenossenschaft in Kürze im eigenen Büro in Schleiden, Am Markt 35 (direkt neben der VR-Bank).
pp/Agentur ProfiPress

Der Schleidener Realschullehrerin Lydia Thomson gab die Dienstleistungsgenossenschaft unter dem Punkt „Verschiedenes“ die Möglichkeit, Werbung für ein Projekt zu machen, für das die Schule noch Unternehmen in der Region sucht. Für ihr Exzellenzprogramm „Young Professionals Academy“ ist die Schule an Partnerschaften interessiert: Zehn Prozent der Schüler der Jahrgangsstufe 9 sollen in einem Unternehmen an diversen Handwerks-Praktika teilnehmen: im ersten Halbjahr eine Woche, im zweiten drei Wochen. Für die Teilnahme gibt es für die Schüler eine Zeugnisbemerkung und ein Zertifikat. Damit will die Schule die Lust bei Schülern wecken, nach der zehnten Klasse direkt in eine Ausbildung in einem Handwerksberuf zu gehen. (pp)


Führten durch die zweite Generalversammlung der DLG Eifel: (v.l.) Vize-Aufsichtsratsvorsitzender Rolf Klöcker sowie die Vorstände Thomas Artmann und Joachim Hees. Foto: Thomas Schmitz/pp/Agentur ProfiPress

Die rund 30 anwesenden Mitglieder der Dienstleistungsgenossenschaft fällten alle Entscheidungen einstimmig. Foto: Thomas Schmitz/pp/Agentur ProfiPress

Vorstand und Aufsichtsrat der Dienstleistungsgenossenschaft Eifel DLG (v.l.): Thomas Artmann, Bernd Becker, Rolf Klöcker, Joachim Hees, Thomas Hambach, Franz-Peter Schäfer, Hubertus Kantelberg und Gisela Caspers. Es fehlt Wolfgang Merten. Foto: Thomas Schmitz/pp/Agentur ProfiPress

Die Schleidener Realschul-Lehrerin Lydia Thomson warb bei Unternehmen darum, dass sie sich der „Young Professionals Academy“ der Schule anschließen, damit Neuntklässler bei ihnen Praktika absolvieren können. Foto: Thomas Schmitz/pp/Agentur ProfiPress

Unternehmer gestalten Zukunft gemeinsam

Dienstleistungsgenossenschaft Eifel DLG gegründet – 52 Unternehmen mit 4200 Mitarbeitern bereits Mitglied – Bereits während der Gründungsphase ausgezeichnet
Kreis Euskirchen/Schleiden – In der Nordeifel haben sich getreu dem genossenschaftlichen Grundprinzip „Was einer alleine nicht schafft, das schaffen viele“ 52 Unternehmen unterschiedlicher Branchen zusammengeschlossen und gemeinsam eine Dienstleistungsgenossenschaft gegründet. Ziel ist es, für die Mitglieder Leistungen aus den Bereichen Personalführung, Chancengleichheit, Gesundheit, Digitalisierung, Wissen und Kompetenz zu entwickeln, bereitzustellen oder einzukaufen.
Initiator war die VR-Bank Nordeifel eG, die als Genossenschaft die nötige Expertise zur Gründung mitgebracht hat. Die Dienstleistungsgenossenschaft Eifel DLG soll ihre Mitglieder wirtschaftlich und sozial fördern und damit die Infrastruktur der Region und die Region selbst nach vorne bringen. Bereits Ende 2016, die Eifel DLG befand sich da noch in Gründung, erhielt sie den Demografie Exzellenz Award in der Kategorie „Arbeiten und glücklich leben“. Mit diesem Preis wollen die Vereine Demografie Exzellenz und Demographie Netzwerk Leuchtturmprojekte bekannt machen.
Im gleichberechtigten Vorstand der Genossenschaft befinden sich Thomas Artmann (Eudemos), Gisela Caspers (VR-Bank Nordeifel eG), Thomas Hambach (Eifel-Therme Zikkurat) sowie Joachim Hees (Papstar). Über den Vorstand wacht der fünfköpfige Aufsichtsrat, bestehend aus dem Aufsichtsratsvorsitzenden Wolfgang Merten (VR-Bank Nordeifel), dessen Stellvertreter Rolf Klöcker (DRK-Kreisverband Euskirchen) sowie Bernd Becker (PE Becker), Hubertus Kantelberg (CL Rick Produktionsgesellschaft) und Franz-Peter Schäfer (Sportwelt Schäfer).
Mit bisher 52 teilnehmenden Unternehmen können mehr als 4.200 Mitarbeiter auf die Leistungen der Dienstleistungsgesellschaft zugreifen. So sollen Know-how und Nachfrage gebündelt werden, Firmen sollen Ideen und Erfahrungen austauschen oder eben über die Genossenschaft Leistungen von außen einkaufen – natürlich zu möglichst guten Konditionen für alle. „Wir sind eben auch eine Einkaufsgenossenschaft“, sagte Thomas Artmann. Diese Leistungen beziehen sich auf die Nicht-Kern-Dienstleistungen der Unternehmen, etwa in den Bereichen Personal, IT oder Datenschutz.
Mitarbeiter der Unternehmen erhalten einen Mitgliedsausweis. Dieser gilt als Berechtigungsnachweis für Leistungen und Vergünstigungen, die DLG-Mitglieder bei Partnerunternehmen beziehen können. Anmelden können sich die Mitarbeiter beim Gesundheitsportal Chilp, wo es Informationen zu Gesundheitsthemen, eine Ärztesuche, den Zugang zur Familiengenossenschaft und aktuelle Angebote und Neuigkeiten der Dienstleistungsgenossenschaft gibt.
Kooperation mit Familiengenossenschaft
Ein Großteil der beteiligten Unternehmen war schon über die Familiengenossenschaft Nordeifel-Euskirchen miteinander verbunden. Die Dienstleistungsgenossenschaft hat das Angebot der Familiengenossenschaft nun im Bereich „Chancengleichheit und Diversity“ in ihr Konzept aufgenommen und eine Kooperationsvereinbarung abgeschlossen.
So haben die Mitglieder weiterhin Zugriff auf die Online-Leistungen der Familiengenossenschaft und auf die telefonische Beratung. Für alle Fragen rund um Kinderbetreuung und Pflege werden sie aber jetzt direkt an die Anbieter aus der Region weitergeleitet: an das Rote Kreuz im Kreis Euskirchen (Kinderbetreuung) und an die Stiftung Evangelisches Alten- und Pflegeheim Gemünd (EvA). „Das ist unser Antrieb, vor allem regionale Anbieter einzubinden“, erklärte Gisela Caspers. „Wir wollen die Unternehmen im Kreis Euskirchen stärken“, ergänzt Franz-Peter Schäfer.
Für die Säule „Gesundheit“ kooperiert die Eifel DLG mit dem Beratungs- und Trainingsunternehmen Eudemos aus Königswinter, das sich auf betriebliches Gesundheitsmanagement spezialisiert hat. Ziel sei es, so Geschäftsführer Thomas Artmann, das Gesundheitswissen der Mitarbeiter zu erhöhen, um sie sensibler für den eigenen Körper zu machen, denn: „Krankheiten fallen nicht vom Himmel, das ist ein Entwicklungsprozess.“
Mit „Eudemos“ könnten alle Mitglieder der Dienstleistungsgenossenschaft verschiedene Leistungen des Unternehmens in Anspruch nehmen. Dazu kann zum Beispiel die Betreuung im Krankheitsfall zur Verhinderung von Langzeiterkrankungen gehören, aber auch der Zugriff auf Lernfilme zur Gesundheitsvorsorge oder die Organisation von regionalen Kursangeboten. Ziel ist es, den Krankenstand in den beteiligten Unternehmen zu senken – ganz nach dem Motto: „Gesunde Mitarbeiter in gesunden Unternehmen in einer gesunden Region Nordeifel“.
Die fünf Bereiche, in denen die Dienstleistungsgenossenschaft tätig ist, entsprechen den vier INQA-Säulen plus den Aspekt Digitalisierung. Die Abkürzung INQA steht für „Initiative Neue Qualität der Arbeit“, ein Projekt, für das die VR-Bank als eines von zehn Pionierunternehmen bundesweit im Auftrag des Bundesarbeitsministeriums federführend Kriterien für „Unternehmen der Zukunft“ entwickelt. Neben der VR-Bank Nordeifel haben auch die Eifel-DLG-Mitglieder Rotes Kreuz, Stadt Mechernich, Papstar und der Rewe Koch in Adenau das Zertifikat des INQA-Audits „Zukunftsfähige Unternehmenskultur“ erworben.
Weitere Informationen zur Dienstleistungsgenossenschaft Eifel DLG gibt es auf der Homepage www.dlg-eifel.de. Im Mai öffnet außerdem die Geschäftsstelle der Dienstleistungsgenossenschaft in Schleiden, Am Markt 35. Die Öffnungszeiten werden auf der Homepage bekanntgegeben.
pp/Agentur ProfiPress


Vorstand und Aufsichtsrat der Dienstleistungsgenossenschaft Eifel DLG eG (v.l.) vor der Geschäftsstelle in Schleiden: Joachim Hees, Rolf Klöcker, Hubertus Kantelberg, Thomas Artmann, Gisela Caspers, Thomas Hambach und Franz-Peter Schäfer. Es fehlen Bernd Becker und Wolfgang Merten. Foto: Thomas Schmitz/pp/Agentur ProfiPress

Unternehmen halfen der GenoEifel

Die Generationengenossenschaft war eine von 16 Organisationen und Einrichtungen, die von Unternehmen beim Wirtschaftsaktionstag des Kreises Euskirchen unterstützt wurden
Kall-Keldenich/Schleiden-Bronsfeld – Im Kreis Euskirchen fand zum zweiten Mal der Aktionstag der Wirtschaft statt. 29 Unternehmen unterstützen 25 Projekte in 16 Einrichtungen oder Organisationen. Einer dieser Organisationen, denen geholfen wurde, war die GenoEifel eG – die Generationengenossenschaft.
Gleich mehrere Unternehmen hatten dem im vergangenen Jahr gegründeten Hilfe-Helfer-Netzwerk angeboten, es zu unterstützen. So war die Firma Papstar, genauer gesagt Claus Mielich aus dem Gebäudemanagement des Unternehmens, den ganzen Tag im Garten von Marion Neumann in Keldenich beschäftigt. Den Rasen hatte er schon früh gemäht und die Ränder fein säuberlich freigeschnitten.
„Jetzt gleich habe ich aber noch eine schwere Aufgabe für Sie: Der Wacholder drückt gegen den Zaun, können Sie da was machen?“, fragte Neumann. Für Mielich kein Problem, denn der Einsatz, für den ihn Papstar für einen Tag freistellte, war eine Rückkehr in seine eigene Vergangenheit: „In meinem ersten Leben habe ich Gärtner gelernt.“
Papstar hat Marion Neumann aber noch mehr geholfen: Damit der Grasschnitt die Witwe nicht belastet, hat das Unternehmen Biotonnen für den Einsatz gestellt. Vor drei Jahren ist Marion Neumanns Ehemann gestorben, seitdem wächst ihr die Arbeit im Garten über den Kopf. Mit diesem Problem hat sie sich an die Generationengenossenschaft gewandt: „Es ist gut, dass es die GenoEifel gibt.“
Zum gleichen Schluss kommt auch Maria Menzenbach. Die 92-Jährige aus Bronsfeld spielt für ihr Leben gerne Gesellschaftsspiele. Doch ihr fehlt es an Spielpartnern, ihr Mann ist vor 17 Jahren gestorben. „Die Enkel und Urenkel spielen, wenn sie zu Besuch sind, mit mir und fragen immer: Oma, hast du etwas Neues?“
Die sowohl geistig als auch körperliche topfitte Seniorin freute sich beim Aktionstag der Wirtschaft des Kreises Euskirchen auf den Besuch von Damian Meiswinkel, Manager des Projekts „Wanderwelt der Zukunft“ bei der Nordeifel Tourismus GmbH. Die beiden spielten unter anderem das Anlegespiel „Triominos Deluxe“. Auch „Wort & Fort“ hatte Menzenbach bereit gelegt. Mit ihrem Mann hat sie immer gerne „Scrabble“ gespielt, wie sie berichtet.
Mitglied der GenoEifel ist sie seit Anfang des Jahres. „Die Papiere hatte ich mir bereits im Herbst vergangenen Jahres geholt“, berichtete Menzenbach.
Auch weitere Einsätze für die GenoEifel gab es, etwa eine Einkaufsbegleitung und ein Gesellschaftleisten in Schleiden, Gesellschaftsspiele spielen in Kall, Hilfe im Umgang mit dem Handy in Dreiborn, Hilfe im Umgang mit dem PC in Olef und Wechsel von Glühbirnen und Festschrauben von Lampengläsern in Scheven.
pp/Agentur ProfiPress

Damian Meiswinkel von der Nordeifel Tourismus GmbH spielte in Bronsfeld mit Maria Menzenbach Gesellschaftsspiele. Foto: Thomas Schmitz/pp/Agentur ProfiPress

Claus Mielich, Mitarbeiter bei Papstar, kümmerte sich um den Garten von Marion Neumann in Keldenich. Foto: Thomas Schmitz/pp/Agentur ProfiPress

Kinder und Azubis waren ganz bunt

Vier Auszubildende der VR-Bank Nordeifel eG beteiligten sich am Wirtschaftsaktionstag des Kreises Euskirchen – Malereinsatz im Familienzentrum Kall
Kall – Schön sah die Wand im Außenbereich des Familienzentrums Kall nicht aus, auf die Leiterin Gaby Müller und ihr Team Tag für Tag blickten. Das hat sich während des Aktionstags der Wirtschaft des Kreises Euskirchen aber geändert. Dafür sorgten nicht nur die Kindergartenkinder, sondern auch vier Auszubildende der VR-Bank Nordeifel eG.
Die Bank-Azubis und das Familienzentrum hatten vor wenigen Monaten auf der dem Aktionstag vorausgehenden Börse zusammengefunden. „Wir hatten unser Problem geschildert und die Azubis sind übereingekommen, dass sie unsere Wand gerne bemalen wollen“, berichtete Gaby Müller. Maximilian Könn, der vonseiten der VR-Bank Nordeifel die Auszubildenden betreut, erklärte: „Ganz nach dem Credo unserer Bank wollen wir die Eifel lebens- und liebenswert machen. Deshalb ist die Teilnahme am Aktionstag für uns ein logischer Schritt. Die Idee kam aus dem Mitarbeiterkreis.“
Dabei stand das Projekt witterungsbedingt sogar auf der Kippe. Denn der Bauhof der Gemeinde Kall musste die Wand vorher verputzen – und das war bei zunächst anhaltenden Regenfällen und anschließendem Frost zunächst nicht möglich. „Zum Glück hatten wir dann doch noch ein paar schöne Sonnentage, sodass da geklappt hat“, sagte Müller.
Komplett unvoreingenommen reisten die vier Bank-Azubis Nora Frantzen, Patrick Jansen, Lars Meyer und Marcel Rodert mit Maximilian Könn nach Kall. Im Familienzentrum stimmten sie sich gemeinsam mit den Erziehern und den Kindern ab, wie die Wand gestaltet wurde.
Schnell war klar: Die Kinder werden miteinbezogen. Vor dem flachen Teil der Wand stellten sie sich auf, dann wurden ihre Umrisse auf die weiße Wand gezeichnet. Vor dem höheren Teil der Mauer platzierten sich die vier Azubis und taten es ihnen gleich. Anschließend wurden diese Umrisse farblich ausgemalt, auch die Vornamen der Kinder und Azubis wurden verewigt.
Fertig wurden die Azubis aber noch nicht am Aktionstag, ein zweiter Einsatztag wird folgen. Das liegt aber nicht daran, dass die Auszubildenden und die Kinder langsam gearbeitet hatten, sondern eher daran, dass bei sieben Grad die Farbe so schlecht getrocknet ist. „Wir werden hier noch Gesichter reinmalen“, versprach Könn. Und er geht auch davon aus, dass die VR-Bank Nordeifel in zwei Jahren beim dritten Wirtschaftsaktionstag des Kreises teilnimmt.
pp/Agentur ProfiPress

Kinder und Azubis machten, mit Unterstützung der Erzieher des Familienzentrums Kall, gemeinsame Sache und verschönerten eine Wand im Außenbereich. Foto: Thomas Schmitz/pp/Agentur ProfiPress

Die Kinder und auch die Azubis malten ihre auf der weißen Wand verewigten Umrisse bunt aus. Foto: Thomas Schmitz/pp/Agentur ProfiPress

Die beiden „Chefs“ sind zufrieden: Familienzentrums-Leiterin Gaby Müller und Maximilian Könn, Ansprechpartner für die Auszubildenden der VR-Bank Nordeifel. Foto: Thomas Schmitz/pp/Agentur ProfiPress

Azubi Lars Meyer verewigt seine Handabdrücke. Seinen Umriss hat er in den Farben der VR-Bank Nordeifel ausgemalt. Foto: Thomas Schmitz/pp/Agentur ProfiPress

Die GenoEifel stellte sich vor

Derzeit rund 140 Mitglieder im Südkreis – Weitere Helfer und Unterstützer werden gesucht – Spendenaktion im Möbelhaus Brucker – Die Landfrauen ließen die Waffeleisen glühen

Kall – Es ist seit einigen Jahren Tradition, dass das Kaller Möbelhaus Brucker soziale Einrichtungen in der Region unterstützt. Dies geschieht nicht nur durch eigene Spenden des Familienunternehmens an die Eifeler Hilfsorganisationen. Aktionen wie zum Beispiel das besonders beliebte „Waffeln backen für den guten Zweck“ finden mehrmals jährlich im Haupthaus des Unternehmens an der Hüttenstraße statt.
Nutznießer war in der Vergangenheit mehrmals die Hilfsgruppe Eifel. Auch eine Kaller Jugendeinrichtung profitierte schon vom Waffeln-Backen im Möbelhaus. Im März, während der Hausmesse bei Brucker, werden an drei Samstagen für die Euskirchener Initiative „Stark für Kinder“ die Waffeleisen glühen.
Jüngst war die „GenoEifel eG – die Generationengenossenschaft“ – eine generationenübergreifende Selbsthilfe-Gemeinschaft – im Möbelhaus zu Gast, um ihre Arbeit zu präsentieren. Mit dabei waren auch die Landfrauen des Kreisverbandes Euskirchen, die die Möbelhaus-Besucher gegen Spenden mit frischen Waffeln und Kaffee verwöhnten.
Im Foyer des Haupthauses waren vier Landfrauen von 11 bis 16 Uhr mit Waffelbacken und Kaffeekochen beschäftigt. Das Rezept für die Herstellung des Waffelteiges wollte Doris Felser, die Vorsitzende des Landfrauen-Bezirks Kall/Schleiden, jedoch nicht verraten. Es sei anlässlich der Zülpicher Landesgartenschau kreiert worden, wo die Landfrauen damals wochenlang Waffeln gebacken hatten.
Corinne Rasky, Koordinatorin der GenoEifel, und deren Kollegin Johanna Mertens standen den Möbelhausbesuchern Rede und Antwort. In vielen Gesprächen erläuterten sie den Zweck und die Ziele der Generations-Genossenschaft, in der sich Menschen mit gleichen Interessen zusammengeschlossen haben, um sich gegenseitig zu helfen.
„Als noch relativ neue Organisation sind wir immer auf der Suche nach weiteren Mitgliedern und Helfern“, berichtete Corinne Rasky. Derzeit habe die GenoEifel im Südkreis Euskirchen rund 140 Mitglieder aller Altersklassen, von denen sich etwa 60 ehrenamtlich engagierten. „Ältere Helferinnen stellen sich als „Leih-Omas“ und jüngere als Babysitter zur Verfügung“, nannte Corinne Rasky einige Beispiele.
Eine Präsentation in Verbindung mit einer Waffelaktion, wie jetzt im Möbelhaus Brucker, sei eine Premiere für die noch junge Genossenschaft. Deshalb sei man froh über die Mithilfe der Landfrauen beim Spenden-Sammeln. Dankbar sei man auch der Familie Brucker, die diese Aktion ermöglicht habe. Um in Kall weitere Menschen für eine Mitgliedschaft in der GenoEifel zu begeistern, finde am Dienstag, 8. Mai, im Saal Gier eine Präsentation der Genossenschaft statt.
pp/Agentur ProfiPress

Landfrauen des Kreisverbandes Euskirchen unterstützten die Spendenaktion mit Waffelbacken. Von links: Gertrud Sieberath, Helene Niebes, Doris Felser und Gabi Mauel. Im Hintergrund Johanna Mertens (links) und Koordinatorin Corinne Rasky von der GenoEifel. Foto: Reiner Züll/pp/Agentur ProfiPress

Landfrau Gertrud Sieberath ließ im Möbelhaus Brucker das Waffeleisen glühen. Foto: Reiner Züll/pp/Agentur ProfiPress

Die Vorsitzende des Landfrauen-Bezirks Kall/Schleiden, Doris Velser, sorgte für Kaffee-Nachschub. Foto: Reiner Züll/pp/Agentur ProfiPress

Immobiliensuche leichtgemacht

Immobilien gibt es wie Sand am Meer – Um sich im Dschungel der Immobilienanzeigen zurechtzufinden, helfen die Berater der VR-Bank Nordeifel eG
Kall – Wie finde ich die richtige Immobilie oder das passende Grundstück? In Zeiten des Internets ist das Angebot riesig. Auf den Internetseiten der Immobilienportale findet man Häuser über Häuser. Doch in dem Dschungel das passende Objekt zu finden, ist gar nicht so einfach. Passt das Haus zu mir? Und vor allen Dingen: Kann ich mir die Immobilie überhaupt leisten?
Deshalb sollte laut Thomas Mahlberg, Leiter des Baufinanzierungsberaterteams der VR-Bank Nordeifel eG, noch vor der Immobiliensuche der Gang zur Bank erfolgen. Denn beim Bankbesuch ermitteln die Berater das Limit der Finanzierung. Damit kennen Interessenten nicht nur ihre finanziellen Grenzen. Viele Makler verlangen außerdem bei Interesse an einem Objekt eine Finanzierungsbestätigung – und die gibt es bei der Bank.
Doch das ist nicht alles: Eigenheimsuchende sollten den Beratern oder dem Service-Team der Bank mitteilen, was sie suchen, also die Größe der Immobilie oder des Grundstücks oder welche Ausstattung ein Haus oder eine Mietwohnung haben soll. Immobilienchecklisten, die es bei der VR-Bank Nordeifel eG gibt, helfen dabei. „Alle Serviceberater sind geschult“, so Mahlberg.
Die Kreditinstitute wie die VR-Bank Nordeifel eG präsentieren in den Schaufenstern ihrer Filialen außerdem Häuser. „Wenn Sie etwas Interessantes sehen, kommen Sie einfach rein und sprechen uns an“, sagt Mahlberg. „Wir leiten alle relevanten Infos an unseren Ansprechpartner weiter.“
Natürlich können auch Immobilien über die Bank verkauft werden. „Dazu benötigen wir Unterlagen, die wir an das Maklerbüro Vieten weitergeben“, berichtet Mahlberg. Dieser Service ist besonders für ältere Menschen ohne Internet interessant, da ihre Immobilie durch die Unterstützung der Bank über viele Medien angeboten wird.
pp/Agentur ProfiPress
Lesen Sie im dritten Teil der Baufinanzierungsserie ab Anfang September alles zum Thema Förderungen durch den Staat, das Land oder die Kommune

Thomas Mahlberg, Leiter des Baufinanzierungsteams der VR-Bank Nordeifel eG, erklärt, wie man das richtige Objekt findet. Foto: Thomas Schmitz/pp/Agentur ProfiPress

Silberne Ehrennadel für Bernd Altgen

Der Vorstandsvorsitzende der VR-Bank Nordeifel eG wurde vom RWGV ausgezeichnet – Weitere Ehrung für den Aufsichtsratsvorsitzenden Robert Pelzer
Schleiden – Dass Aufsichtsrat, Vorstand und Mitarbeiter einer Bank verschwiegen sein müssen ist allgemein bekannt und gesetzlich durch das Bankgeheimnis vorgeschrieben. Daran halten sich offenbar auch alle Beteiligten, wenn es um Ehrungen verdienter Menschen geht. Denn man darf mit Fug und Recht behaupten: die doppelte Überraschung bei der Vertreterversammlung der VR-Bank Nordeifel eG am Donnerstagabend in der Mensa des Clara-Fey-Gymnasiums, zu der rund 80 Vertreter der 25.444 Mitglieder der VR-Bank erschienen waren, war geglückt.
Denn gleich zwei Personen waren vollkommen ahnungslos, dass Sie plötzlich für ihre besonderen Verdienste ausgezeichnet wurden. Bei dem ersten Geehrten handelte es sich um Robert Pelzer, den Aufsichtsratsvorsitzenden der Bank. Aufsichtsratsmitglied Malte Duisberg begann mit den Worten „Lieber Robert, da musst du jetzt durch“ eine wundervolle Laudatio auf den Mann, der seit 1995 im Aufsichtsrat der Bank ist und ihm seit 1996 vorsitzt. Duisberg attestierte Pelzer eine bewundernswerte Bescheidenheit, fachlichen Sachverstand und beneidenswerte Souveränität.
Um zu verdeutlichen, wie aufwendig die Arbeit auf der Position ist, führte Duisberg ein paar Zahlen auf: 220 Aufsichtsratssitzungen habe Pelzer in den 21 Jahren geleitet, an 20 Vertreterversammlungen teilgenommen. Hinzu kommen stundenlange Vorbereitungen auf die Sitzungen sowie interne Abstimmungen mit dem Bank-Vorstand. Pelzer sei stets offen für Neues, hellwach und habe mit gesundem Menschenverstand stets Wertschöpfung und Wertschätzung im Blick.
Ralf W. Barkey, Vorstandsvorsitzender des Rheinisch-Westfälischen Genossenschaftsverbandes, war ebenfalls zur Vertreterversammlung erschienen. Er überreichte Rechtsanwalt Robert Pelzer eine Ehrenurkunde und fand es alles andere als selbstverständlich, dass jemand sich durchgängig mehr als 20 Jahre für sein Bankhaus einsetzt. „Das ist völlig überzogen, gleichwohl ans Herz gehend“, bedankte sich der sichtlich gerührte Aufsichtsratsvorsitzende bei Duisberg und Barkey.
„Er hat die Bank geprägt wie kein anderer“
Pelzer und Barkey übernahmen dann auch gleich die nächste Ehrung. Just auf den Tag genau vor 25 Jahren war der heutige Vorstandsvorsitzende Bernd Altgen zum 1. Juli 1992 in den Vorstand der VR-Bank Nordeifel eG berufen worden. „Er ist derjenige, der die Bank wie kein anderer geprägt hat. Die kleine, feine Bank verdankt ihren Bestand, die Fortdauer ihrer Existenz, Bernd Altgen, der mit Geschick, Weitsicht und unter Raubbau an seiner Gesundheit seit 2002 als Vorstandssprecher und seit 2010 als Vorstandsvorsitzender die Bank leitet“, sagte Aufsichtsratsvorsitzender Robert Pelzer.
Ralf Barkey bezeichnete Altgen nicht nur als genossenschaftliches Urgestein, sondern als „Raiffeisen der Nordeifel“, der den Beruf vor mehr als 38 Jahren von der Pike auf gelernt habe – als Auszubildender zum Bankkaufmann in der damaligen Volksbank Blankenheim. „Bernd Altgen steht für die zentralen genossenschaftliche Werte und setzt sich für die Menschen in der Nordeifel ein“, so Barkey. Drei Fusionen habe er in seiner Vorstandszeit vorangetrieben. Gleichzeitig sei Altgen Vorsitzender der größten Personengemeinschaft der Eifel, denn die Hälfte der rund 50.000 Einwohner im VR-Bank-Nordeifel-Bereich sei Mitglied der Genossenschaftsbank.
Gleichwohl sei Altgen der Motor und Treiber in der Region, der unter anderem die Familiengenossenschaft Nordeifel-Euskirchen eG, die Dienstleistungsgenossenschaft Eifel DLG eG, die Generationengenossenschaft GenoEifel eG und die Schülergenossenschaft der Realschule Schleiden als Initiator begleitet habe. „Sie haben bewiesen, dass Sie nicht nur eine Bank leiten können, sondern sind ein Impulsgeber der Region“, sprach Barkey Altgen direkt an, „solche Menschen wie Sie sind der Grund, warum die Genossenschaftsidee zum immateriellen Weltkulturerbe ernannt wurde.“ Barkey verlieh Altgen daraufhin die silberne Ehrennadel des RWGV.
Der Geehrte selbst bat Barkey und Pelzer um ihre Redemanuskripte. „Denn meine Frau glaubt mir das sonst nie“, erzählte er lachend. Altgen machte aber auch deutlich, dass die aufgezählten Verdienste ohne Unterstützung des gesamten Mitarbeiterteams unmöglich gewesen seien und mahnte, mit Erinnerung an den im Alter von 54 Jahren verstorbenen Vorstandskollegen Albert Reidt, dass man auch in seiner Position demütig sein müsse und nur „Führer auf Zeit“ einer Bank sei. Altgen, der tief verwurzelt in der Region ist, hatte aber auch noch einen weiteren Grund für die Erfolge: „All das ist nur möglich mit solch tollen Menschen hier in der Nordeifel.“
pp/Agentur ProfiPress

Ralf W. Barkey, Vorstandsvorsitzender des Rheinisch-Westfälischen Genossenschaftsverbandes (r.), ehrte sowohl den Vorstandsvorsitzenden der VR-Bank Nordeifel eG, Bernd Altgen (M.) als auch den Aufsichtsratsvorsitzenden der Bank, Robert Pelzer. Foto: Thomas Schmitz/pp/Agentur ProfiPress

Ralf W. Barkey vom RWGV steckte Bernd Altgen die silberne Ehrennadel des Verbandes ans Revers. Foto: Thomas Schmitz/pp/Agentur ProfiPress


Aufsichtsratsmitglied Malte Duisberg hielt eine umwerfende Laudatio auf seinen „Chef“ Robert Pelzer. Foto: Thomas Schmitz/pp/Agentur ProfiPress

Helfen und helfen lassen

Statt Mehrgenerationenhaushalt kommt die Mehrgenerationenregion: Wer fit ist, hilft denen, die Gesellschaft und Unterstützung über die Pflege hinaus brauchen – GenoEifel eG, die Generationengenossenschaft mit Sitz in Kall, bringt beide Seiten zusammen – LEADER-Projekt startet mit 181.000 Euro in der Nordeifel und mit Ausdehnungsabsichten auf den gesamten Kreis Euskirchen – Die Betätigungsfelder sind reich: Fahren, Arztbesuche, Behördengänge, Vorlesen, Rasenmähen, Mensch-ärgere-dich-nicht spielen, im Haushalt helfen, Zuwendung geben – Neun Euro die Stunde, ein Geschäft ausschließlich unter Genossenschaftsmitgliedern

Schleiden/Kreis Euskirchen – Das Prinzip ist ebenso genial wie einfach: „Fitte“ Menschen kümmern sich um gebrechlichere Frauen und Männer, gehen für sie einkaufen, erledigen kleinere Arbeiten und Besorgungen und leisten den oft einsamen Alleinstehenden Gesellschaft. Sie tun über die Pflege hinaus das, was früher in einem Mehrgenerationenhaushalt die Kinder für die Eltern, die Enkel für Oma und Opa getan haben.
„Wir versuchen, das Modell Familie auf die ganze Nordeifel-Region zu übertragen“, sagte Wolfgang Merten heute in einer Pressekonferenz in Schleiden.  Bei dem Termin in der VR-Bank Nordeifel stellten Aufsichtsratsvorsitzender Wolfgang Merten und Vorstandsvorsitzender Malte Duisberg gemeinsam mit den Koordinatorinnen Corinne Rasky und Marita Manderfeld die „GenoEifel eG“ vor, eine Generationengenossenschaft, die ab sofort Hilfsbedürftige und Helfer zusammenbringen will.
„Es geht nicht um klassische Pflege“, so Malte Duisberg, „dafür ist in aller Regel durch vorhandene Dienste gesorgt.“ Aber die haben kaum Zeit für Gespräche, Zuwendung, kleine Hilfen im Alltag, so Wolfgang Merten: „Ich kenne eine Frau, die könnte jetzt weiter zu Hause alleine leben, obwohl sie keine Angehörigen mehr hat, wenn sie die Leistungen der Dienstleistungsgenossenschaft in Anspruch nähme, sich jemand um sie kümmern würde, ihr den Rasen mäht, Besorgungen macht und auch mal Zeit für eine Partie Mensch-ärgere-dich-nicht hat.“

Kontakt Tel. 0160/ 90 95 27 18,
E-Mail: genoeifel@vr-banknordeifel.de

Auch Corinne Rasky nannte ein Beispiel aus dem so genannten „richtigen Leben“: „Die Ehefrau muss operiert werden, braucht übergangsweise für drei Wochen jemanden, der ein wenig im Haushalt hilft, sie fährt und Besorgungen macht – denn der eigene Mann ist selbst krank und in Reha.“ Da wird die GenoEifel eG mit Sitz im Kaller Rathaus (Tel. 0160/ 90 95 27 18, E-Mail: genoeifel@vr-banknordeifel.de) künftig in ihre Kartei an potenziellen Helfern gucken, wen sie für die drei Wochen vermitteln kann.
Das System lebt von der Hoffnung, dass sich genügend Menschen in Eifel und Kreis Euskirchen finden, die einen Teil ihrer Zeit für solche Hilfen zu geben bereit sind. Hilfebedürftige gibt es durch die demografische Entwicklung immer mehr . . .
Wer ihnen beisteht, indem er zum Beispiel Fahrdienste erledigt, die Senioren zur Kirche oder zum Arzt begleitet, sie im Heim besucht, mit ihnen spazieren geht, ihnen vorliest, Bilder aufhängt oder die Betten bezieht, soll das nicht ohne Gegenleistung tun.
Denn die Generationengenossenschaft führt Buch über die geleisteten Stunden. Die kann man in einem Zeitkonto ansparen – und in Anspruch nehmen, wenn und falls man selbst einmal Begleitung und Unterstützung dieser Art in Anspruch nehmen will.
Außerdem besteht die Möglichkeit, sich die geleisteten Stunden bezahlen zu lassen. Malte Duisberg: „Wer der Meinung ist, dass das Leben so gut zu ihm war, dass er ohne Gegenleistung unterstützen und begleiten will, der kann sich auch so engagieren.“

Ein Geno-Anteil für 50 Euro,
40 Euro Beitrag im Jahr

Der Stundensatz beträgt neun Euro für diejenigen, die Hilfe in Anspruch nehmen. Der Helfer bekommt davon sechs, die Genossenschaft drei Euro. Außerdem müssen Helfer wie Hilfsbedürftige, um überhaupt zueinander vermittelt zu werden, Mitglied der GenoEifel eG werden. Der Jahresbeitrag kostet 40 Euro. Außerdem muss man einmalig mindestens einen Anteil an der Genossenschaft erwerben (50 Euro).
„Das ist eine faire Grundlage, auf der wir den Versuch wagen, eine solidarische Gesellschaft in der Nordeifelregion und später im ganzen Kreis Euskirchen zu organisieren“, so Wolfgang Merten, der Aufsichtsratsvorsitzende. Das hat auch die EU erkannt und das Projekt in seine LEADER-Förderung aufgenommen.
Insgesamt fließen in der Startphase der Jahre 2017 bis 2022 181.000 Euro Fördermittel in die GenoEifel eG, 118.000 aus dem LEADER-Programm, 63.000 Euro von insgesamt zehn regionalen Partnern, darunter Firmen und Stiftungen wie die Stiftung Evangelisches Alten- und Pflegeheim Gemünd, deren Geschäftsführer Malte Duisberg ist. Natürlich engagierte sich auch die VR-Bank Nordeifel stark, deren Vorstandsmitglied Wolfgang Merten ist.
Außerdem die Dr. Axe-Stiftung Köln, die DHPG Euskirchen, der Weiss-Verlag Monschau, e-regio Euskirchen, die Anwaltskanzlei Pelzer in Schleiden, die Steuerkanzlei Heinen/L`homme/Weishaupt & Partner in Mechermich, Heimbach und Schleiden, Bohnen & Mies in Schmidtheim und die Energie Nordeifel in Kall.
Im Vorfeld der Genossenschaftsgründung hatten sich Malte Duisberg und Wolfgang Merten bei vergleichbaren Genossenschaften vor allem in Süddeutschland umgesehen und unter Weglassen von Schwächen und Nachteilen ein eigenes Modell aus den positiven Erfahrungen konstruiert, das sie jetzt in einer Pressekonferenz vorstellten.

Auftaktveranstaltung am
29. Mai, 18.30 Uhr, in Gemünd

Im Oktober war die Gründung, am 29. Mai soll die Geno Eifel eG in einer Auftaktveranstaltung um 18.30 Uhr im Kleinen Kursaal Gemünd der Region vorgestellt werden. Dem Vorstand gehört neben Malte Duisberg Karl Vermöhlen an, dem Aufsichtsrat außer Merten auch Claudia Weishaupt von Heinen/L’homme/Weishaupt und der frühere Geschäftsführer, jetzige Pensionär und Kommunalpolitiker Hans Reiff.
Zum Auftakt der Pressekonferenz nannte Malte Duisberg die Grundvoraussetzung für die Generationengenossenschaft in Eifel und Börde: „Wir stellen uns damit einer der größten Voraussetzungen unserer Zukunft, das muss klar sein. Die Gesellschaft wird älter, gerade auf dem Land wollen viele möglichst lange selbstbestimmt und möglichst selbstständig leben. Dazu brauchen sie die Hilfe, die früher eine Mehrgenerationenfamilie gegeben hat. Da es die nicht mehr gibt, hilft kein Zetern und klagen: Wir mussten und wir haben nach einer Alternative gesucht!“
Wolfgang Merten: „Neben professioneller Hilfe wird bürgerschaftliches Engagement immer wichtiger. Noch nie haben so viele ältere Menschen so viel Kompetenz und Berufserfahrung im Alter eingebracht wie heute.  Noch nie haben ältere Menschen über so viel Zeit verfügt, nicht zuletzt durch die länger werdende Zeit des Ruhestandes, wie heute. Ältere Menschen wollen Dinge selber in die Hand nehmen, sich ehrenamtlich einbringen und gleichzeitig für sich selbst einen Nutzen generieren. Wir bringen beide Seiten zusammen: Die, die Unterstützung brauchen und die, die sie geben wollen und geben können!“
pp/Agentur ProfiPress

Ein historisches Bild, es entstand am 7. Oktober 2016 in den Räumen der VR-Bank Nordeifel: Die Versammlungsteilnehmer der Genossenschaftsgründung der GenoEifel eG haben die entsprechenden Protokolle unterzeichnet. Foto: Manfred Lang/pp/Agentur ProfiPress

„Geniale Idee“ bescheinigten Medienvertreter in einer Pressekonferenz den „Erfindern“ der Generationengenossenschaft GenoEifel eG (von links): Karl Vermöhlen, Wolfgang Merten, Corinne Rasky, Malte Duisberg, Marita Manderfeld, Claudia Weishaupt und Hans Reiff.  Foto: Manfred Lang/pp/Agentur ProfiPress

Vorstandsvorsitzender Malte Duisberg sprach von einem nachhaltigen Konzept auf Generationen. Professionellen Diensten und Handwerkern sollen die freiwilligen Helfer nicht ins Gehege kommen: „Es geht um ehrenamtliche Begleitung und kleine Hilfen im Alltag, Erzählen, vorlesen, mit auf den Friedhof, in die Kirche oder zum Arzt gehen, die Matratzen drehen, Betten neu beziehen, Rasen mähen, Mensch-ärgere-dich-nicht-spielen.“ Dass die Hilfsbedürftigen etwas für die Leistung bezahlen sollen, habe auch etwas mit Würde und Respekt zu tun: „Wir wollen die Menschen nicht zu Almosenempfängern machen.“ Foto: Manfred Lang/pp/Agentur ProfiPress

Corinne Rasky will gemeinsam mit Marita Manderfeld Helfer und Hilfsbedürftige betreuen und zusammenbringen. Sie nannte ein Beispiel: „Die Ehefrau muss operiert werden, braucht übergangsweise für drei Wochen jemanden, der ein wenig im Haushalt hilft, sie fährt und Besorgungen macht – denn der eigene Mann ist selbst krank und in Reha.“ Foto: Manfred Lang/pp/Agentur ProfiPress

„Die Helfer sind versichert und in der Berufsgenossenschaft“, so Aufsichtsratsvorsitzender Wolfgang Merten, der die Eifeler Generationengenossenschaft seit 2013 mit plante und zum erfolgreichen LEADER-Projekt machte. Die GenoEifel eG erhält für die Startphase bis zum Jahr 2022 118.000 Euro aus dem LEADER-Programm und 63.000 Euro von insgesamt zehn regionalen Partnern, darunter die VR-Bank Nordeifel, die Stiftung Evangelisches Alten- und Pflegeheim Gemünd, Dr. Axe-Stiftung Köln, DHPG Euskirchen, Weiss-Verlag Monschau, e-regio Euskirchen, die Anwaltskanzlei Pelzer in Schleiden, die Steuerkanzlei Heinen/L`homme/Weishaupt & Partner in Mechermich, Heimbach und Schleiden, Bohnen & Mies in Schmidtheim und die Energie Nordeifel in Kall.  Foto: Manfred Lang/pp/Agentur ProfiPress