Archiv der Kategorie: Allgemein

Kinder und Azubis waren ganz bunt

Vier Auszubildende der VR-Bank Nordeifel eG beteiligten sich am Wirtschaftsaktionstag des Kreises Euskirchen – Malereinsatz im Familienzentrum Kall
Kall – Schön sah die Wand im Außenbereich des Familienzentrums Kall nicht aus, auf die Leiterin Gaby Müller und ihr Team Tag für Tag blickten. Das hat sich während des Aktionstags der Wirtschaft des Kreises Euskirchen aber geändert. Dafür sorgten nicht nur die Kindergartenkinder, sondern auch vier Auszubildende der VR-Bank Nordeifel eG.
Die Bank-Azubis und das Familienzentrum hatten vor wenigen Monaten auf der dem Aktionstag vorausgehenden Börse zusammengefunden. „Wir hatten unser Problem geschildert und die Azubis sind übereingekommen, dass sie unsere Wand gerne bemalen wollen“, berichtete Gaby Müller. Maximilian Könn, der vonseiten der VR-Bank Nordeifel die Auszubildenden betreut, erklärte: „Ganz nach dem Credo unserer Bank wollen wir die Eifel lebens- und liebenswert machen. Deshalb ist die Teilnahme am Aktionstag für uns ein logischer Schritt. Die Idee kam aus dem Mitarbeiterkreis.“
Dabei stand das Projekt witterungsbedingt sogar auf der Kippe. Denn der Bauhof der Gemeinde Kall musste die Wand vorher verputzen – und das war bei zunächst anhaltenden Regenfällen und anschließendem Frost zunächst nicht möglich. „Zum Glück hatten wir dann doch noch ein paar schöne Sonnentage, sodass da geklappt hat“, sagte Müller.
Komplett unvoreingenommen reisten die vier Bank-Azubis Nora Frantzen, Patrick Jansen, Lars Meyer und Marcel Rodert mit Maximilian Könn nach Kall. Im Familienzentrum stimmten sie sich gemeinsam mit den Erziehern und den Kindern ab, wie die Wand gestaltet wurde.
Schnell war klar: Die Kinder werden miteinbezogen. Vor dem flachen Teil der Wand stellten sie sich auf, dann wurden ihre Umrisse auf die weiße Wand gezeichnet. Vor dem höheren Teil der Mauer platzierten sich die vier Azubis und taten es ihnen gleich. Anschließend wurden diese Umrisse farblich ausgemalt, auch die Vornamen der Kinder und Azubis wurden verewigt.
Fertig wurden die Azubis aber noch nicht am Aktionstag, ein zweiter Einsatztag wird folgen. Das liegt aber nicht daran, dass die Auszubildenden und die Kinder langsam gearbeitet hatten, sondern eher daran, dass bei sieben Grad die Farbe so schlecht getrocknet ist. „Wir werden hier noch Gesichter reinmalen“, versprach Könn. Und er geht auch davon aus, dass die VR-Bank Nordeifel in zwei Jahren beim dritten Wirtschaftsaktionstag des Kreises teilnimmt.
pp/Agentur ProfiPress

Kinder und Azubis machten, mit Unterstützung der Erzieher des Familienzentrums Kall, gemeinsame Sache und verschönerten eine Wand im Außenbereich. Foto: Thomas Schmitz/pp/Agentur ProfiPress

Die Kinder und auch die Azubis malten ihre auf der weißen Wand verewigten Umrisse bunt aus. Foto: Thomas Schmitz/pp/Agentur ProfiPress

Die beiden „Chefs“ sind zufrieden: Familienzentrums-Leiterin Gaby Müller und Maximilian Könn, Ansprechpartner für die Auszubildenden der VR-Bank Nordeifel. Foto: Thomas Schmitz/pp/Agentur ProfiPress

Azubi Lars Meyer verewigt seine Handabdrücke. Seinen Umriss hat er in den Farben der VR-Bank Nordeifel ausgemalt. Foto: Thomas Schmitz/pp/Agentur ProfiPress

Neues Baugebiet in Dahlem

Es sind echte Filetstücke, die die Gemeinde Dahlem, die VR-Bank Nordeifel eG und Vieten Immobilien derzeit anbieten. Auf einer Gesamtfläche von 35.000 Quadratmetern stehen an der Markusstraße, direkt gegenüber dem Seniorenheim Haus Marienhöhe, in Hanglage 33 Grundstücke zum Verkauf. 26 davon gehören der Gemeinde, zwei von ihnen sind bereits verkauft. Die Aussicht über Dahlem und die Eifel ist traumhaft.
„Das Neubaugebiet am Buchenweg, auf der anderen Seite der Markusstraße, ist gefüllt. Jetzt nehmen wir den nächsten Abschnitt in Angriff – an diesem schönen Plätzchen“, berichtet Dahlems Bürgermeister Jan Lembach. Denn die Nachfrage nach Grundstücken in Dahlem ist da, die kleinste Gemeinde Nordrhein-Westfalens ist stetig gewachsen. „1995 hatte Dahlem noch 1400 Einwohner, mittlerweile sind es 1650“, so Lembach weiter.
Das liegt auch an der guten Infrastruktur in Dahlem, das mit Discounter, Bäcker, Metzger und weiteren Geschäften seinen Bewohnern alles bietet – inklusive eines Bahnanschlusses. „In Dahlem ist alles Wichtige im Ort“, fasst Lembach das zusammen.
Die Grundstücke, die „Auf Mittelweg“ (so die historische Flurbezeichnung) zum Verkauf stehen, sind zwischen 640 und 1000 Quadratmeter groß. Sie richten sich vor allen Dingen an junge Familien, die auf der Suche nach einem geeigneten Platz für ihr Eigenheim
sind. Denn Dahlem verfügt über einen Kindergarten und eine Grundschule. „Jeder, der herkommt, erhält für sein Kind auch garantiert einen Platz“, verspricht Lembach. Er ergänzt: „Das heißt natürlich nicht, dass sich nur Familien hier ansiedeln dürfen. Andere Interessenten sind ebenfalls herzlich willkommen.“
Entstehen werden drei Häuserreihen. Eine liegt an der Markusstraße, die anderen beiden werden über den neu geschaffenen Holunderweg erreichbar sein. Die Grundstücke werden einen Gasanschluss erhalten, außerdem werden Glasfaserleitungen verlegt. „Bis ins Haus mit einer Geschwindigkeit von 300 MBit/s“, verspricht Lembach.
Die VR-Bank Nordeifel eG und Vieten Immobilien aus Mechernich stehen der Gemeinde Dahlem zur Seite. „Wir freuen uns riesig, die bereits beim Projekt Waldpark bewährte Partnerschaft mit der Kommune fortzuführen“, meint Wolfgang Merten vom Vorstand der Hausbank der Region. Die VR-Bank Nordeifel eG tritt dabei nicht nur als Vermarkter auf, sondern auch als Finanzierungspartner. „Der Erwerb eines Grundstücks und der Bau eines Hauses sind Entscheidungen fürs Leben“, so Merten weiter. Das Angebot von neuen, preiswerten und hochklassigen Baugrundstücken wie nun in Dahlem sei wichtig für die Region.“ (ts)

INTERESSE?
Ansprechpartner:
Vieten Immobilien oHG
Tel. 02443/5323
info@vieten-immobilien.de


Preisen das Neubaugebiet in Dahlem an: v.l. Alfred Kirch und Andrea Finder (Vieten Immobilien), Bürgermeister Jan Lembach, VR-Bank-Vorstand Wolfgang Merten, Dahlems Wirtschaftsförderer Erwin Bungartz und Ortsbürgermeisterin Marita Schramm, die auch Mitarbeiterin der VR-Bank Nordeifel eG ist. Foto: Schmitz

Die Grundstücke liegen an der Markusstraße sowie am neu geschaffenen Holunderweg im Westen von Dahlem. Foto: Gemeinde Dahlem

Kultur bei Nacht in der Nordeifel

Mechernich, Blankenheim und Nettersheim kooperieren bei der Veranstaltungsreihe

Historische Orte, Museen und unentdeckte Kleinode der Nordeifel öffnen im Herbst zum vierten Mal ihre Tore bis in die Nacht und laden zu acht packenden Abendveranstaltungen an spannenden Locations ein. Erstmals steht die Reihe unter dem Leitthema „Wasser“, dem prägenden Element der Eifel. Die Veranstaltungsreihe der Nordeifel Tourismus GmbH ist eine Hommage an die vielfach unbekannte kulturelle Vielfalt und Einmaligkeit der Nordeifel. Sie wird vom Ministerium für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport des Landes NRW finanziell gefördert.

Unter dem Motto „Panta Rhei – Alles fließt“ haben sich die Städte und Gemeinden Blankenheim, Mechernich und Nettersheim zusammen mit dem Freundeskreis Römerkanal e.V. ein ganz besonderes Programm zum Thema „Wassertechnik“ einfallen lassen: An drei Veranstaltungstagen im September und Oktober wird Professor Klaus Grewe auf unterschiedlichste Arten Wissenswertes über die Technik des Wasserleitungsbaus vermitteln. Den Auftakt bildet dabei ein Vortrag am Samstag, 23. September, 20 Uhr, in der Römischen Brunnenstube „Klausbrunnen“ bei Kallmuth.

Bei der Veranstaltung „Panta Rhei I – Die Wassertechnik im neuen Licht“ wird die Brunnenstube in einem völlig neuen Licht erscheinen; mit modernen Leuchtmitteln sphärisch illuminiert, wird sie an diesem Abend zur Vortragsbühne, auf der Klaus Grewe mit Hilfe moderner Technik eine fachkundige Einführung in die Wassertechnik längst vergangener Zeiten geben wird. „Wir sind gespannt, wie sich unsere Besucher fühlen, wenn das Sammelbecken zum Besucherraum umfunktioniert wird und sie dort sitzen, wo früher das Quellwasser gesammelt wurde“, so Sabine Wahlen von der Stadtverwaltung Mechernich.

Die grandiose Technik des 95,4 Kilometer langen Römerkanals ist nach wie vor überwältigend, und es ist laut Professor Grewe „erstaunlich, mit welch einfachen Hilfsmitteln die römischen Ingenieure es geschafft haben, dieses Bauwerk in kürzester Zeit fertigzustellen“.

Zur Veranstaltung werden Erfrischungen und ein kleiner Imbiss angeboten. Karten sind zum Preis von zehn Euro im Vorverkauf erhältlich im Rathaus Mechernich, Bergstraße 1, 53894 Mechernich, Telefon: 02443/49-4320. Restkarten gibt es an der Abendkasse. Warme Kleidung und festes Schuhwerk werden empfohlen.

Bei „Panta Rhei II“ in Nettersheim werden die Besucher am Samstag, 7. Oktober, ab 19 Uhr auf eine nächtliche Wanderung mit römischen Legionären geschickt. Mit Professor Grewe wird die Trasse des Römerkanals erkundet, um das technische Meisterwerk „mit Füßen zu begreifen“.

Am Samstag, 21. Oktober, gibt es ab 18 Uhr bei „Panta Rhei III – Die Wasserspuren der Grafen von Blankenheim“ einen Zeitsprung ins Mittelalter. Die Wasserleitung der Grafen von Blankenheim ist Ziel der Exkursion, bei der mit Pechfackeln in der Hand, erneut unter Leitung von Klaus Grewe, die Trasse erkundet wird.

Das Programmheft von „Nordeifel – Kultur bei Nacht 2017“ mit allen Highlights und teilnehmenden Partnern liegt in allen Tourist-Informationen und bei allen Partnern aus. Alle Informationen können Interessierte auch unter www.nordeifel-tourismus.de abrufen. Die Eintrittspreise liegen je nach Veranstaltung für Erwachsene zwischen sechs und 19,50 Euro. Tickets können bei den jeweiligen Veranstaltern bezogen werden.

Baufinanzierung von A bis Z

Niedrige Kreditzinsen, gutes Wetter – Frühjahr und Sommer sind die perfekte Zeit, um mit dem Hausbau anzufangen. Im Interview gibt Baufinanzierungsspezialist der VR-bank Nordeifel eG Arno Graff Tipps zu Krediten.

» Herr Graff, welche Voraussetzung sollte ich als Kunde mitbringen, wenn ich einen Kredit aufnehmen will?

Arno Graff: Die Kunden sollten über ein gewisses Maß an Eigenkapital verfügen, als Faustregel gelten 10 bis 20 Prozent der Kaufsumme oder Baukosten. Wenn man natürlich, wie in der Eifel oft immer noch üblich, bereits über ein Baugrundstück verfügt oder beim Bau vieles in Eigenleistung erledigt, dann wirkt sich das auch positiv aus. Wichtig ist natürlich auch, dass das Einkommen für die Ratenzahlung reicht. Dabei sollten auch Eventualitäten berücksichtigt werden, etwa der Wegfall eines Gehalts durch Elternzeit oder Arbeitslosigkeit.

» Und wenn kein Eigenkapital vorhanden ist?

Arno Graff: Natürlich muss man immer betrachten, warum kein Eigenkapital da ist: Wer eine Ausbildung gemacht oder studiert hat, konnte natürlich nicht sparen. Wenn er aber nachweisen kann, dass er jetzt gut verdient, dann macht das eventuell doch den entscheidenden Unterschied. Hin und wieder kommen wir aber auch zu dem Schluss, dass ein Kredit besser erst später genommen wird. Die Interessenten sollten gemeinsam mit dem Berater einen Finanzplan aufstellen und zunächst sparen. Gerade wer baut sollte auch über mehrere Monate mit einer Doppelbelastung von Kreditrate und Monatsmiete über die Runden kommen beziehungsweise dies bei der Planung berücksichtigen.

» Welche Unterschiede bestehen eigentlich zwischen einem Hauskauf und einer Baufinanzierung?

Arno Graff: Hauptunterschied ist der Bereitstellungszeitpunkt des Geldes. Beim Kauf bezahlt man zeitnah die Gesamtsumme, beim Bau nach und nach, nämlich dann, wenn der nächste große Meilenstein des Hauses ansteht.

» Erklären Sie doch bitte mal, wie ein Kredit überhaupt funktioniert.

Arno Graff: Viele Menschen ziehen von der Kreditsumme einfach ihre Rate ab und rechnen das dann um. Aber das ist natürlich nicht richtig, denn es wird ja nicht nur getilgt, sondern es müssen auch Zinsen an die Bank gezahlt werden. Ich veranschauliche das mal an einem einfachen Beispiel. Sie nehmen eine Kreditsumme von 100.000 Euro auf, es fallen im Jahr 1,5 Prozent Zinsen und zwei Prozent Tilgung an. Im ersten Jahr hat man also 3.500 Euro gezahlt, die Kreditsumme liegt aber nicht bei 96.500 Euro, sondern bei 98.000 Euro, weil die Bank 1.500 Euro erhält.

» Kommen weitere Ausgaben auf einen zu?

Arno Graff: Beim Hauskauf sind neben dem Kaufpreis noch Notarkosten von bis zu zwei Prozent, die Grunderwerbssteuer von 6,5 Prozent und eventuell eine Makler-Courtage, die zwischen 3,57 und 5,95 Prozent liegt, fällig. Beim Hausbau fallen neben den Baukosten auch Zahlungen an den Architekten, einen Energieberater, einen Statiker, weitere Bauplanungskosten sowie die Kosten für die BauBG an, genau wie die Doppelbelastung von Miete und Rate über mehrere Monate hinweg. Auch eine Rohbau-, Feuer- und Bauherrenhelfer-Versicherung sind anzuraten.

» Worauf muss ich noch bei der Baufinanzierung achten?

Arno Graff: Nach Möglichkeit sollte die Kreditrate 30 bis 40 Prozent des zur Verfügung stehenden Nettoeinkommens betragen. Weitere zehn Prozent sollte man idealerweise sparen. Wenn also das Nettoeinkommen 2000 Euro beträgt, zieht man im Regelfall 1000 Euro für Lebenshaltungskosten ab. Die Kreditrate beträgt 600 bis 800 Euro. Und im Idealfall werden 100 Euro auf Seite gelegt.
» Wie viel Geld sollte ich denn immer „auf der hohen Kante“ haben?

Arno Graff: Es können immer unvorhergesehene Dinge passieren, Geräte gehen kaputt und müssen neu gekauft werden. Deshalb empfehlen wir, das so schnell wie möglich wieder eine Summe von rund 10.000 Euro angespart wird und die dann immer zur Verfügung steht.
» Über welchen Zeitraum sollte man einen Kredit zurückzahlen?

Arno Graff: Die meisten Leute wollen natürlich ihren Kredit vor Beginn der Rente abbezahlt haben, also mit 65 bis 67 Jahren. Das gelingt aber nicht immer.
» Man kann die Dauer doch auch mit Sondertilgungen verkürzen?

Arno Graff: Das stimmt, aber nicht jeder möchte das nutzen – vor allen Dingen wird diese Option selten ausgeschöpft. Wichtig ist: Nutzen Sie nicht das Urlaub- und Weihnachtsgeld für Sondertilgungen, die sollen wirklich für den Zweck, nach dem sie benannt sind, genutzt werden.
» Welche Modelle der Finanzierung gibt es überhaupt?

Arno Graff: Klassisch ist das Annuitätendarlehen mit Zinsen und Tilgung in einer Rate, also so, wie eben skizziert. Dann gibt es noch Zinszahlungsdarlehen der Bausparkassen. Dabei wird das Darlehen nicht sofort getilgt, man spart stattdessen Geld auf der anderen Seite an. Vorteil ist die Zinssicherheit. Als Sparer bestimme ich selbst, wann ich über das Geld verfügen möchte.
» Apropos: Für welche Dauer sollte man Zinsen festschreiben lassen?

Arno Graff: Möglich ist eine Zinsbindung zwischen drei und 30 Jahre. Je länger die Bindung, desto höher sind dann die Zinsen. Die Bank bietet auch nicht jede Dauer an, das erfolgt dann oft über den Verbund, also die Schwäbisch-Hall, die R+V-Versicherung oder die WL-Bank. Außerdem: Je länger die Zinsbindung dauert, desto mehr Sicherheiten müssen vorgewiesen werden. Natürlich ist alles individuell: Wer beispielsweise weiß, dass er Sondertilgungen ausschöpft, für den ergibt eine lange Zinsbindung keinen Sinn.
» Gibt es Förderungen durch den Staat?

Arno Graff: Die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) hat unterschiedliche Programme, etwa Wohn-Eigentum oder Energie-Effizienz. Dabei wird entweder ein Kredit gewährt oder Anschaffungen bezuschusst, die Antragstellung erfolgt über die Bank. Dann gibt es noch Zuschüsse des Bundesamtes für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (Bafa). Gerade für Familien ist auch Riester ein interessanter Baustein.
» Ich habe nun meinen Kredit abgeschlossen, alles läuft. Wie geht es weiter?

Arno Graff: Sie sollten sich dann weiteren wichtigen Dingen widmen, nämlich den Themen Sicherheit und Versicherungen.
» Welche sind denn wichtig?

Arno Graff: Der Todesfall sollte durch eine Risikolebensversicherung abgesichert werden, dann natürlich noch Versicherungen gegen Berufsunfähigkeit, Krankheit, Arbeitslosigkeit. Ein guter Ansprechpartner ist natürlich unser Verbundpartner, die R+V Versicherung.
» Das war’s dann aber – zumindest für die Dauer der Zinsbindung, oder?

Arno Graff: Spätestens nach zehn Jahren muss man sich zusammensetzen. Besser wäre aber eine Beratung alle zwei Jahre. Denn es kann sich ja immer etwas geändert haben. So kann man die Finanzierung und die langfristige Konzeption den individuellen Bedürfnissen anpassen. Und wenn man merkt, dass irgendwas nicht passt oder nicht verstanden wird, sollte man nicht den Kopf in den Sand stecken, sondern das Gespräch mit uns suchen. Gemeinsam finden wir bestimmt eine Lösung.

NS-Denkmäler mutig demontiert

Stiftung Aktive Bürgerschaft zeichnet Sturmius-Gymnasium als eine von fünf Schulen bundesweit aus – Sozial-genial-Projekte werden von VR-Bank Nordeifel eG gefördert
Schleiden – „Wir freuen uns riesig!“, sagt Schulleiter Georg Jöbkes. Das städtische Johannes-Sturmius-Gymnasium in Schleiden wurde jetzt als einer von fünf Gewinnern im bundesweiten „Service-Learning-Wettbewerb“ der Stiftung Aktive Bürgerschaft in Berlin ausgezeichnet.
„Service Learning“ sei ein Bildungskonzept, das bürgerschaftliches Engagement und Unterricht verbinde, erläutert der Schulleiter. Das Programm wird gefördert von der DZ Bank und örtlichen Genossenschaftsbanken wie der VR-Bank Nordeifel eG.
Seit 2012 Schule engagiert sich die Schule im Service-Learning-Programm. Viele Projekte wurden unter dem Titel: „Sozialgenial – Schüler engagieren sich“ bereits umgesetzt. „Ohne die finanzielle Unterstützung der VR-Bank wäre das nicht möglich gewesen“, so der Schulleiter.
„Das haben wir daher gerne unterstützt“, freut sich Wolfgang Merten, Vorstandsmitglied der VR-Bank Nordeifel eG, mit den Schülern und der Schule. Er selbst war auch bei der Preisverleihung in Berlin mit vor Ort. Dort präsentierten die Schleidener Schüler, was in ihren Projekten steckt. Sie hatten sich mit unbequemen Denkmälern wie dem Täterort Vogelsang und furchteinflößenden Wandbildern der NS-Zeit intensiv beschäftigt.
Die Jury lobte die Themenauswahl der Schüler als „mutig“. Beachtenswert sei auch, dass die Schule die „sozial-genial“ Projekte nicht punktuell anbiete, sondern stattdessen in den Schulalltag dauerhaft integriert habe. Die Schüler befassten sich gemeinsam mit ihren Lehrern intensiv mit den Themen, führten Gespräche mit Zeitzeugen, durchforsteten Archive und Quellen, lernten historisch-wissenschaftliches Arbeiten und nahmen auch Experten mit ins Boot.
Sie recherchierten: Wo liegt der Wert eines Denkmals? Wie sahen Bildung und Bildungsziele in der NS-Zeit aus – und heute? Gibt es eine Verbindung der damaligen Hitlerschule in der damaligen Ordensburg und der Schleidener Schule? Letztere gab es tatsächlich, wie Lehrerin Michaela Schnettker berichtete: „Kinder von Angestellten durften hier zur Schule gehen, weil es als unzumutbar galt, dass Mädchen der Angestellten in Vogelsang auf das kirchliche Gymnasium in Schleiden gehen.“
Unter dem Titel „Konstruktive Bilddemontage des Täterortes Vogelsang“ haben die Schüler mit Unterstützung der Vogelsang IP und polnischen Schülern in Collagen etwa die furchteinflößenden Wandbilder und Statuen der Architektur auf Vogelsang verändert – so wurden beispielsweise aus heroischen Reiterstatuen nun fackeltragende Freiheitsstatuen.
„Als Bürgermeister ist man natürlich froh und stolz, wenn man als Schulträger eine Schule in der Stadt hat, die bundesweit eine von fünf Schulen ist, die eine solche Auszeichnung bekommt“, so Schleidens Bürgermeister Udo Meister. Die Schule gebe mit ihrer „sozial-genialen“ Arbeit wichtige gesellschaftliche Impulse. Schließlich sei die Institution kein isolierter (Lebens)-Raum „wie ein Aquarium“: „Hier werden Beziehungen hergestellt, verknüpft und es werden gesellschaftliche Prozesse angestoßen. Ihr bringt die Menschen zum Nachdenken.“
„Ich habe früher gar nicht so auf Denkmäler geachtet“, sagte Schülerin Nela Esken. „Heute sehe ich sie mit anderen Augen und nehme auch die Umgebung viel bewusster wahr.“
Weitere Projekte sollen folgen, verspricht Jöbkes. Passend dazu hatte VR-Bank-Vorstandsmitglied Merten eine weitere tolle Nachricht im Gepäck: Er versprach der Schule eine „Exklusiv-Partnerschaft“. Damit erkläre sich die VR-Bank auf vertraglicher Basis bereit, dauerhaft solch „sozial-genialen“ Projekte zu unterstützen.
Das Bildungskonzept mache Sinn, sagt Werner Böhnke, Vorsitzender der Stiftung: „Junge Menschen werden sich flexibel und schnell auf unterschiedliche und komplexe Situationen einstellen müssen, nicht nur im Berufsleben, sondern auch in der Mitgestaltung der Gesellschaft. Sie werden mit dem, was sie gelernt haben, neue, heute noch unbekannte Fragen beantworten müssen.“ Die dafür nötigen Kompetenzen fördere „Service Learning“.
Neben dem Schleidener Sturmius-Gymnasium waren 2017 die vier weiteren Gewinner-Schulen: Ernst-Reuter-Schule in Karlsruhe (Baden-Württemberg), Heinz-Nixdorf-Gesamtschule Paderborn (NRW), Integrierte Gesamtschule Kreyenbrück in Oldenburg (Niedersachsen), Regenbogenschule in Stolberg (Nordrhein-Westfalen). Bislang haben sich laut Stiftung über 80.000 Schüler aus 600 Schulen in 2000 sozial-genial-Projekten engagiert.

Das Schleidener Johannes-Sturmius-Gymnasium ist eine der fünf Gewinner-Schulen beim bundesweiten Service-Learning-Wettbewerb – zur Freude von Schulleiter Georg Jöbkes (hinten links), Bürgermeister Udo Meister (links), Lehrern und Schülern. Die VR-Bank Nordeifel eG, hier vertreten durch Vorstandsmitglied Wolfgang Merten (4.v.l.), unterstützte das Projekt. Foto: Kirsten Röder/pp/Agentur ProfiPress

Hilfst du mir, helfe ich dir

Gewaltiger Andrang bei der Auftaktveranstaltung zur Generationengenossenschaft GenoEifel eG im Gemünder Kurhaus – Vorstand, Aufsichtsrats und Koordinatorin stellten Konzept vor

Schleiden-Gemünd/Eifel – Wolfgang Merten war „überwältigt vom Andrang“, Malte Duisberg „sehr froh, dass Sie so zahlreich erschienen sind“. Tatsache ist: Wenn noch ein paar Leute mehr gekommen wären, hätte die Auftaktveranstaltung der Generationengenossenschaft GenoEifel eG in eine andere Lokalität verlegt werden müssen. Denn der kleine Kursaal im Gemünder Kurhaus platzte buchstäblich aus allen Nähten, der große Kursaal wäre zur Not frei gewesen. Die fleißigen Helfer der VR-Bank Nordeifel eG schafften von dort noch eilig Stühle herbei, dennoch mussten einige der rund 160 Besucher stehen. Auch die ausgelegten 100 Beitrittserklärungen waren flugs vergriffen.

Das Interesse an diesem im Kreis Euskirchen und der Eifel einmaligen Konzept war und ist gewaltig. Es geht vereinfacht gesagt darum, dass Menschen anderen, meist älteren Menschen in alltäglichen Situationen helfen – bei der Gartenarbeit, der Hausarbeit oder sich einfach mal eine Stunde pro Woche Zeit nehmen. „Die Grundidee zur Generationengenossenschaft, die damals noch eine Seniorengenossenschaft werden sollte, hat unser Vorstandsvorsitzender Bernd Altgen von einem Seminar in Baden-Württemberg mitgebracht“, berichtete VR-Bank-Nordeifel-Vorstand Wolfgang Merten, gleichzeitig auch Aufsichtsratsvorsitzender der GenoEifel eG.

Unterstützt wird die Generationengenossenschaft mit Leader-Mitteln. 118.000 Euro fließen aus diesem EU-Maßnahmenprogramm bis 2022 an die GenoEifel, hinzu kommen 63.000 Euro von Dritten, darunter auch von der VR-Bank Nordeifel eG sowie deren Stiftung, der Dr.-Axe-Stiftung aus Bonn, der Stiftung Evangelisches Altenheim Gemünd und der Heinen-L’homme-Weishaupt und Partner Steuerberater Partnerschaft mbB. Mitglieder der Generationengenossenschaft erwerben außerdem für 50 Euro einen Geschäftsanteil, pro Jahr werden außerdem 40 Euro Mitgliedsbeitrag fällig.

Dieses Geld wird nicht nur zum Aufbau der GenoEifel eG benötigt, sondern auch um die Gehälter der beiden festen Mitarbeiterinnen Corinne Rasky und Marita Manderfeld zu bezahlen, die derzeit ein Büro im Kaller Rathaus bezogen haben und im Jahr 2019 ins „Haus der Begegnung“ umziehen sollen, das neben dem Rathaus entsteht. Übrigens: Wer sich die Beiträge nicht leisten kann, soll in Zukunft von einem noch einzurichtenden Hilfsfonds partizipieren.

Doch warum ist eine Generationengenossenschaft überhaupt nötig? „Es gibt im Gegensatz zu früher keine Mehrgenerationenhaushalte mehr“, erklärte Vorstandssprecher Malte Duisberg. Heute würden Eltern bei ihren Kindern nach dem Prinzip verfahren „Lerne war, leiste was, geh‘ hinaus in die Welt und werde was“. Zwar gebe es schon das Netzwerk an Urft und Olef, Koordinatorin ist wie bei der GenoEifel Corinne Rasky, doch das beschränke sich auf Freizeitaktivitäten.

Leistungsempfänger und Leistungsgeber

„Bei uns geht es um gegenseitige Hilfestellungen, wir wollen Menschen zusammenbringen, die Bedarf haben“, erklärt Duisberg. Unterschieden wird bei der Generationengenossenschaft zwischen Leistungsempfänger und Leistungsgeber. Damit das Konzept funktioniert, werden beide Seiten benötigt.

Neun Euro Stundenlohn zahlen die Leistungsempfänger auf ein Konto ein. Drei Euro davon gehen an die GenoEifel eG. „Nach der Förderung muss sich die Genossenschaft selbst tragen“, erklärt Wolfgang Merten. Die restlichen sechs Euro erhalten die Leistungsgeber, die sich das Geld auch auf einem Zeitkonto gutschreiben lassen können, das Geld also „parken“ und später, wenn sie Hilfe benötigen, wieder abrufen. Als Vermittler dienen Corinne Rasky und Marita Manderfeld. Die werden beide Seiten auch interviewen, damit der Leistungsgeber genau weiß, was auf ihn zukommt. Wichtig auch: Weil es sich bei der GenoEifel um eine gemeinnützige Genossenschaft handelt, ist der Leistungsgeber auch über die Berufsgenossenschaft versichert.

Doch was für Arbeiten sind überhaupt vorstellbar? Es geht um Begleitung bei Terminen, Fahrdienste, Besuche inklusive Gesellschaft leisten und Gesellschaftsspielen, Entlastungen im Alltag und Hilfen im Haushalt, Einkaufsdienste, „mit Rädern zum Essen“, Hilfe beim Ausfüllen von Formularen, gemeinsame Ausflüge oder gemeinsames Wandern oder auch Gartenarbeit. „Ich selbst fahre zweimal im Jahr zu einer Tante nach Wuppertal, weil ich ihre Matratze wenden muss. Alleine kann sie das nicht mehr“, erklärte Malte Duisberg und betonte: „Wir sind aber kein professioneller Anbieter und wollen uns klar abgrenzen von allen Handwerkerleistungen, denn wir wollen keine Konkurrenz darstellen.“

Auch wenn die Hauptzielgruppe die Senioren sind, richtet sich das Angebot der GenoEifel nicht nur an diese. „Als Mama weiß ich, dass auch jüngere Menschen Hilfe benötigen“, sagte Corinne Rasky und meint Babysitter-, Begleit-, Hol- und Bringdienste für die Kinder, Kinderbetreuung in den Kita-Randzeiten oder eine Leseoma oder einen Leseopa.

Erreichbar ist die GenoEifel eG im Rathaus Kall unter 02441/88861 oder per E-Mail unter info@genoeifel.de. Weitere Informationen gibt es auf der Homepage www.genoeifel.de, außerdem liegen in allen Filialen der VR-Bank Nordeifel eG Broschüren aus, die auch Beitrittserklärungen beinhalten. In Zukunft sollen sich in Ortschaften Kümmerer finden, die als ehrenamtliche Ansprechpartner fungieren. „In Sistig, Scheven und Schmidtheim gibt es schon welche“, berichtete Malte Duisberg.

Beschränkt ist das Angebot zu Beginn auf die sechs Südeifelkommunen Blankenheim, Dahlem, Hellenthal, Kall, Nettersheim und Schleiden sowie auf das Stadtgebiet Mechernich. Das Gebiet soll aber nach und nach auf den gesamten Kreis Euskirchen und sogar auf die Leader-Region, zu der auch Teile von Aachen und Düren gehören, ausgeweitet werden. „Wir müssen die GenoEifel aber zuerst ans Laufen bekommen“, sagte Wolfgang Merten. Den Grundstein, der eher die Wirkung eines Meilensteins hatte, haben alle Beteiligten im Gemünder Kurhaus gelegt

„Eifelsteig“ bundesweit Spitze

Pressekonferenz der Eifel Tourismus ET in Daun: Deutsches Wanderinstitut verleiht zum dritten Mal „Wandersiegel Premiumweg“ – „Eifelsteig“ in Qualität und Anspruch weiter gesteigert: Bundesweit Platz 3 u.a. hinter dem Salzalpensteig und vor dem Rheinsteig – 25-prozentige Umsatzsteigerung bei den Beherbergungsbetrieben – Eifelvereine kooperieren mit der Tourismusbranche im Wegemanagement und ab jetzt auch durch kostenlose Mitwandermöglichkeiten für Urlauber und Ausflügler – Ehrenamtliche Wegepaten geehrt

Daun/Eifel – Der 313 Kilometer lange „Eifelsteig“ von Aachen nach Trier gilt als einer der schönsten, attraktivsten und am besten ausgeschilderten Streckenwanderwege Deutschlands. Am Dienstag wurde dem „Premium-Wanderweg“ im Forum Daun zum dritten Mal in Folge das Deutsche Wandersiegel verliehen.
Landrat Heinz-Peter Thiel, der Präsident der Zukunftsinitiative Eifel und stellvertretende Vorsitzende der Eifel-Tourismus GmbH, die Eifelvereinsvorsitzende und Prümer Bürgermeisterin Mathilde Weinandy, Geschäftsführer Klaus Schäfer und Projektmanager Wolfgang Reh von der Eifel-Tourismus GmbH, Streckenmanager Matthias Irle und Eifelvereins-Geschäftsführer Manfred Rippinger nahmen die Auszeichnung aus den Händen von Klaus Erber, dem Vorsitzenden des Deutschen Wanderinstituts, entgegen.
Der „Eifelsteig“, über dessen Frequentierung es keine Zählung und folglich auch keine Statistik gibt, erfreut sich nach allgemeiner Einschätzung steigender Beliebtheit. Allein 2016 steigerte sich der Umsatz durch Übernachtungen entlang des verschlungen durch weite Eifelteile von Aachen nach Trier geführten Premiumweges um 25 Prozent auf rund 620.000 Euro.
Darin nicht eingerechnet sind Direktbuchungen bei den Beherbergungsbetrieben und die vielen Euros, die die Walker links und rechts des Weges in Gastronomiebetrieben und Geschäften lassen.

Von 51 auf 56 Punkte gesteigert

Die „Erfolgsstory Eifelsteig“ sei auch nach 18 Jahren noch steigerungsfähig, konstatierte Klaus Erber anlässlich der dritten Verleihung des „Deutschen Wandersiegels Premiumweg“. So kletterte  die Benotung des „Eifelsteigs“ gegenüber der zweiten Wandersiegelverleihung nochmals von 51 auf 56 Punkte. Der Bewertung liegen 36 Kriterien und insgesamt 320 Einzelgesichtspunkte zu Grunde.
Die Juroren des Deutschen Wanderinstituts machen keineswegs nur Stichproben, sondern begehen die gesamten Strecken. Es geht vor allem um Abwechslungsreichtum, Ausschilderung, Sehenswürdigkeiten, Natur, sinnvolle Einbindung von Ortslagen und Kulturlandschaft, das Format des Weges, Anspruch und Leitsystem.
Unter dem Strich kam der „Eifelsteig“ diesmal hinter dem Saar-Hunsrück-Steig (65 Punkte) und dem Salzalpensteig (61) und vor Soonwaldsteig (53) und Rheinsteig (51) auf Platz 3 der deutschen Premiumwanderwege. Insgesamt hat das Deutschen Wanderinstitut bei dem alle drei Jahre stattfindenden „Touren-TüV“ 579 Wanderwege unter die Lupe genommen, darunter 551 Rundwanderwege. In die gute Benotung des „Eifelsteiges“ sind ebenfalls solche Rundwanderrouten, so genannte „Partnerwege“ wie die Vulkanwanderpfade, der Rursee-Wanderweg oder der Wildnis-Trail mit aufgenommen worden.
Die Eifelvereinsvorsitzende Mathilde Weinandy dankte im Anschluss an die Wandersiegelverleihung den etwas über 60 ehrenamtlichen Wegepaten des Eifelvereins, darunter allein 26 Wegepaten auf dem „Eifelsteig“, für ihren Einsatz. Die Frauen und Männer, die dafür sorgen, dass der Weg in Schuss bleibt und abhanden gekommene Leitpfosten und Ausschilderungen sofort ersetzt werden, waren ebenfalls am Dienstag zu einer Tagung ins Forum Daun eingeladen worden.

Ein Euro eingesetzt, zehn Euro generiert

Wie Landrat Thiel betonte, habe die Eifel Tourismus GmbH im vergangenen Jahr 70.000 Euro Marketingmittel in die Bewerbung des „Eifelsteigs“ gesteckt und damit je eingesetztem Euro zehn Euro Umsatz generiert. Auch die Zahl der regelmäßigen Internet-User, nämlich 5000, zeige die Beliebtheit des „Eifelsteigs“, so Klaus Schäfer. Der „Eifelsteig“ hat 15 Etappen in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz, die jeweils zwischen 14 und 27 Kilometer lang sind.
Wandern sei heute kein Hobby der Ü-50-Generation mehr, so Mathilde Weinandy und Klaus Erber: „Die Leute werden immer jünger“. Besonders stark steigt der Anteil der unter 30jährigen „Walker“ und „Trecker“ auf erlebnisstarken Wanderrouten wie dem „Eifelsteig“, so Wolfgang Reh.
Projektmanager Reh war es auch, der in der Pressekonferenz von Zukunftsinitiative Eifel und Eifel-Tourismus GmbH eine neue gemeinsame Aktion zwischen Eifelverein und Tourismusbranche vorstellte. Das Projekt „Miteinander in der Eifel wandern“ mache die jährlich von 1000 Wanderführern angebotenen rund 8000 Wanderungen der einzelnen Eifelvereins-Ortsvereine auch für Touristen zugänglich, so Eifelvereins-Geschäftsführer Manfred Rippiner. Sie können sich ohne Mitgliedschaft und Beiträge den jeweiligen geführten Wanderungen anschließen. Und zwar kostenlos.
Das genügt nicht nur dem Sicherheitsbedürfnis von Menschen, die sich nicht alleine in die Natur wagen, so Wolfgang Reh: „Es entspricht auch dem Bedarf nach Gemeinschaft, den wir im Tourismus verstärkt beobachten.“
Eifel-Tourismus ET-Geschäftsführer Klaus Schäfer lobte in der Pressekonferenz „die klasse Zusammenarbeit mit den Betrieben“, eine Kooperation, die man nun auch für den Bereich Radwanderungen in der Eifel anstrebe.
Wolfgang Reh ordnete die zufriedenen Gesichter der Wirte und Beherberger entlang des „Eifelsteigs“ so ein: „Es ist richtig, dass wir nach wie vor keine Zahlen kennen, wie viele Wanderer den »Eifelsteig« begehen, aber so lange das Lächeln auf den Gesichtern der Betriebsinhaber wachsende Zufriedenheit ausstrahlt, sind auch wir auf dem richtigen Weg.“
pp/Agentur ProfiPress

Bei der Verleihung des „Deutschen Wandersiegels Premiumweg“ (von links): Landrat Heinz-Peter Thiel, der Präsident der Zukunftsinitiative Eifel und stellvertretende Vorsitzende der Eifel-Tourismus ET GmbH, die Eifelvereinsvorsitzende und Prümer Bürgermeisterin Mathilde Weinandy, Klaus Erber, der Vorsitzende des Deutschen Wanderinstituts,  Eifel Tourismus ET-Geschäftsführer Klaus Schäfer, Streckenmanager Matthias Irle, Eifelvereins-Geschäftsführer Manfred Rippinger und Projektmanager Wolfgang Reh von der Eifel-Tourismus ET GmbH. Foto: Manfred Lang/pp/Agentur ProfiPress

Ehrenamtliche Eifelvereins-Wegepaten, die den „Eifelsteig“ und seine Randrundwege kontrollieren und in Schuss halten, waren am Dienstag anlässlich der Verleihung des „Deutschen Wandersiegels Premiumweg“ zu einer Tagung ins Forum Daun eingeladen worden. Foto: Reiner Züll/pp/Agentur ProfiPress


Abwechslungsreichtum und tolle Aussichten, wie hier am Rursee, waren zwei von 36 Kriterien und 320 Einzelgesichtspunkten, die die Juroren des Deutschen Wanderinstitutes bei ihrer neuerlich von 51 auf 56 Punkte gesteigerten Bewertung des „Eifelsteiges“ zu Grunde legten. Die „TüV-Abnehmer“ machten keineswegs nur Stichproben, sondern begingen die gesamte 313 Kilometer lang Strecke von Aachen bis Trier. Foto: Rudolph Greuel/pp/Archiv ProfiPress

Eifelvereins-Geschäftsführer Manfred Rippinger kündigte für 2017 eine neue gemeinsame Aktion zwischen Eifelverein und Eifel Tourismus ET GmbH an: „MITeinander in der Eifel wandern“. Damit wird auch Touristen die kostenlose Teilnahme an über 8000 geführten Einzelwanderungen der Eifelvereins-Ortsgruppen ermöglicht. Foto: Manfred Lang/pp/Agentur ProfiPress

Während der „Eifelsteig“-Pressekonferenz der Eifel Tourismus ET GmbH im Saal „Kreuzberg“ des Forums Daun (von rechts): Uschi Regh und Klaus Schäfer von der Eifel Tourismus ET GmbH, Klaus Erber vom Deutschen Wanderinstitut, Projektmanager „Eifelsteig“ Wolfgang Reh, Landrat Heinz-Peter Thiel, die Eifelvereinsvorsitzende Mathilde Weinandy und Eifelvereins-Geschäftsführer Manfred Rippinger. Foto: Manfred Lang/pp/Agentur ProfiPress

Auch kulturhistorische Monumente wie das Aquädukt bei Vussem (Stadt Mechernich) wurden auf dem 313 Kilometer langen Premiumwanderweg von Aachen nach Trier in großer Zahl eingebunden. Archivfoto: Eifel Tourismus ET/pp/Agentur ProfiPress

Nach der Verleihung der Urkunde „Deutsches Wandersiegel Premiumweg“ für den „Eifelsteig“ (von rechts): Klaus Schäfer, Matthias Irle, Klaus Erber und Heinz-Peter Thiel. Foto: Manfred Lang/pp/Agentur ProfiPress

Zahlreiche Journalisten verfolgten die Pressekonferenz anlässlich der dritten Verleihung des „Deutschen Wandersiegels Premiumweg“ für den „Eifelsteig“ und die Vorstellung des neuen Gemeinschaftsprojektes „MITeinander in der Eifel wandern“ von Eifelverein und Eifel Tourismus ET GmbH im Forum Daun. Foto: Manfred Lang/pp/Agentur ProfiPress

Das Herz der Eifelkrimis

Vor 17 Jahren zog der KBV-Verlag nach Hillesheim – Dort entstand ein Mekka für Krimifans in ganz Deutschland – Jacques Berndorf als bekanntester Autor
Hillesheim – Mord und Todschlag in der Eifel? Nostalgiker mit Ortskenntnissen behaupten: Ohne ist es keine gelungene Dorfkirmes. Doch wenn man Menschen aus dem Rest Deutschlands befragt, was sie mit der Eifel verbinden, kommt ganz schnell das Thema Krimi aufs Tapet.
Das Herz der Eifelkrimis schlägt in Hillesheim. Dort hat der KBV-Verlag von Ralf Kramp seinen Sitz im Kriminalhaus, zu dem auch noch die rund 30.000 Bücher umfassende Krimi-Bibliothek gehört. Ebenfalls in dem Haus untergebracht sind das Café Sherlock und die Buchhandlung Lesezeichen von Kramps Frau Monika – natürlich stilecht mit Krimi-Ecke. Und nur einen Steinwurf entfernt befindet sich das Krimihotel, mit dem der Verlag aber nichts zu tun hat.
Dabei war die Reaktion vieler Einheimischer zunächst verhalten. „Was soll das denn hier?“ sei er gefragt worden, erinnert sich Kramp. „Doch die Hillesheimer haben schnell begriffen: Eifelkrimis sind ein profitabler Wirtschaftsfaktor und ein Pfund, mit dem man wuchern kann.“ Touristen kommen nur um zu schauen, ob es wirklich in der Eifel so aussieht, wie in den Büchern beschrieben. Die Touristinfo veranstaltet Führungen zu den fiktiven Kriminalschauplätzen, über den gesamten Vulkaneifelkreis verstreut findet das Krimifestival „Tatort Eifel“ statt. Kommunalpolitik und Verwaltung tragen das alles mit. „Hier wird positiv begleitet“, lobt Kramp das gute Miteinander, obwohl der Autor und Verlagsleiter offen zugibt: „Geplant war das alles so nicht.“
Denn wohl nur Insider wissen, dass der Verlag ursprünglich in Köln gegründet wurde und das KBV auch nicht für Krimibuchverlag oder Kramps Buchverlag steht, sondern für Klein und Blechinger Verlag. Anfang der 90er-Jahre gründeten Herbert Klein und Nicolai Blechinger das Unternehmen in der Subbelrather Straße. Das Angebot bestand aus einer bunten Palette, unter anderem auch aus Reiseführern. Allerdings spezialisierte sich der Verlag schnell auf Kriminalliteratur.
Ende der 90er-Jahre, nach einem Prozess um ein vermeintliches Ken-Follett-Buch, trennte sich Herbert Klein vom Verlag (Nicolai Blechinger war schon kurz nach der Gründung wieder ausgestiegen) und verkaufte ihn an ein Herausgeberpaar aus Hamm. Das stieß KBV im Jahr 2000 wieder ab und bot den Verlag Ralf Kramp an, der 1996 seinen ersten Roman „Tief unterm Laub“ dort veröffentlicht hatte. „Ich war neben Ken Follett schließlich der bestverkaufte Autor“, sagt Kramp und schmunzelt, schließlich kann das nicht jeder von sich behaupten. Wegen privater Umbrüche – Kramp hatte gerade seine zweite Frau Monika kennengelernt und war in die Eifel gezogen – stimmte er zu.
Aus dem Krimibuch-Autor und Karikaturisten war ein Verlagschef geworden – der zunächst fast alles in Eigenregie machte. Lediglich Volker Neumann als freier Mitarbeiter unterstützte ihn. Mittlerweile ist der Verlag gewachsen, Neumann ist aber nach wie vor dabei und siebt nach der Erstsichtung innerhalb des Hauses die eingesandten Manuskripte weiter aus. KBV beschäftigt darüber hinaus noch einen Korrektor, zwei Lektoren sowie Mitarbeiter in den Bereichen Veranstaltung, Erstsichtung, Produktion und Vertrieb.
Etwa 30 Krimis veröffentlicht KBV jährlich. Als Meilenstein bezeichnet Kramp, dass er den Journalisten Michael Preute, besser bekannt als Jacques Berndorf, Ende 2007 für KBV gewinnen konnte. Dessen Eifelkrimis stehen regelmäßig auf den Bestsellerlisten ganz oben. Außerdem veröffentlicht KBV unter dem Label Edition Eyfalia auch Bücher außerhalb des Krimisektors, zuletzt etwa sehr erfolgreich die Landarzt-Anekdoten „Ein Doc in der Eifel“ von Dr. Franz-Josef Zumbé und Manfred Lang. Allerdings gibt Kramp zu: „Ein Eifelroman, der nicht Krimi ist, lässt sich außerhalb der Eifel nur schwer verkaufen.“
Angewiesen ist der Verlag deshalb auch auf Autoren aus der Eifel. Und die erreichen nicht selten eine gewisse lokale Prominenz. „Das funktioniert in der Provinz besser als in der Metropole, wo Autoren oft unter ferner liefen agieren“, sagt Kramp.
Zu Beginn residierte der Verlag in der Buchhandlung von Monika Kramp in Hillesheim, anschließend in der Mietwohnung darüber. 2007 folgte der große Umzug in die Alte Gerberei – unter anderem auch deshalb, weil der Krimi-Experte Thomas Przybilka, Leiter des Bonner Krimi Archivs Sekundärliteratur (BoKAS), seine 20.000 Bücher umfassende Bibliothek wegen Problemen mit der Statik seines Hauses auflösen musste. Kramp schlug zu – und das Kriminalhaus mit Café Sherlock, Präsenzbibliothek, Verlag und Buchhandlung war geboren. 2013 folgte der Umzug an den jetzigen Standort, in dem früher ein Café mit Konditorei beheimatet war.
Und auch wenn man glaubt, das Haus sei mittlerweile voll: Ein paar freie Flecken gibt es noch. So planen Ralf und Monika Kramp in einem Anbau im Dachgeschoss einen begehbaren „Tatort“. „Im Haus muss dann ein Kriminalfall gelöst werden“, erklärt er. Die Umsetzung soll bald beginnen.
Und dann singt der Autor noch ein Loblied auf seine Heimat, aus der er viel Kraft schöpft. „Ich bin eins mit der Region und den Leuten“, sagt Kramp. Auch seine Mitarbeiter kommen fast alle aus der Eifel. „Wir brauchen die Eifel“, sagt Kramp und ergänzt: „Die Eifel wird auch ohne Krimis weiter existieren, nur in anderer Form.“
Nach dem derzeitigen Konzept könne jeder Schritt nachverfolgt werden: Im Idealfall schreiben Eifeler Autoren in Eifeler Orten, veröffentlichen in einem Eifeler Verlag und verkaufen ihre Werke in Eifeler Buchhandlungen. Früher wurde sogar in der Eifel, genauer gesagt in Eupen, gedruckt. Kramp erklärt das so: „Vorne steht Eifel drauf, dann muss auch im ganzen Geschäft die Eifel drin sein.“
pp/Agentur ProfiPress


Das Thema Krimi bestimmt das Bild in der Stadtmitte von Hillesheim. Im Vordergrund das Kriminalhaus mit dem Café Sherlock, im Hintergrund das Krimihotel. Foto: Thomas Schmitz/pp/Agentur ProfiPress

Ralf Kramp an seinem Schreibtisch im Verlag. Der Krimiautor ist seit 16 Jahren gleichzeitig Leiter des KBV-Verlags. Foto: Thomas Schmitz/pp/Agentur ProfiPress

Jahrzehntelanger Lesespaß ist garantiert: Etwa 30.000 Krimis umfasst die Bibliothek des Kriminalhauses. Foto: Thomas Schmitz/pp/Agentur ProfiPress

In einem Schrank sind unzählige Bücher über Sherlock Holmes und Doktor Watson vereint. Foto: Thomas Schmitz/pp/Agentur ProfiPress

Im „Grünen Salon“ finden Lesungen statt. Der Autor sitzt dabei in der Kanzel. „Wie Pater Brown“, stellt Ralf Kramp dazu fest. Foto: Thomas Schmitz/pp/Agentur ProfiPress

Verlagsleiter Ralf Kramp bespricht sich mit Produktionsmitarbeiterin Sabine Hockertz. Foto: Thomas Schmitz/pp/Agentur ProfiPress

Ralf Kramps Ehefrau Monika führt seit vielen Jahren eine Buchhandlung in Hillesheim. Zu finden ist sie im Erdgeschoss des Kriminalhauses. Natürlich gibt es eine Krimiecke. Foto: Thomas Schmitz/pp/Agentur ProfiPress

Der Namensgeber des Café Sherlock, Sir Arthur Conan Doyles Romanfigur Sherlock Holmes, wacht über die Gäste. Foto: Thomas Schmitz/pp/Agentur ProfiPress