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Allgemeine Informationen zur Region Nordeifel

Kinder und Azubis waren ganz bunt

Vier Auszubildende der VR-Bank Nordeifel eG beteiligten sich am Wirtschaftsaktionstag des Kreises Euskirchen – Malereinsatz im Familienzentrum Kall
Kall – Schön sah die Wand im Außenbereich des Familienzentrums Kall nicht aus, auf die Leiterin Gaby Müller und ihr Team Tag für Tag blickten. Das hat sich während des Aktionstags der Wirtschaft des Kreises Euskirchen aber geändert. Dafür sorgten nicht nur die Kindergartenkinder, sondern auch vier Auszubildende der VR-Bank Nordeifel eG.
Die Bank-Azubis und das Familienzentrum hatten vor wenigen Monaten auf der dem Aktionstag vorausgehenden Börse zusammengefunden. „Wir hatten unser Problem geschildert und die Azubis sind übereingekommen, dass sie unsere Wand gerne bemalen wollen“, berichtete Gaby Müller. Maximilian Könn, der vonseiten der VR-Bank Nordeifel die Auszubildenden betreut, erklärte: „Ganz nach dem Credo unserer Bank wollen wir die Eifel lebens- und liebenswert machen. Deshalb ist die Teilnahme am Aktionstag für uns ein logischer Schritt. Die Idee kam aus dem Mitarbeiterkreis.“
Dabei stand das Projekt witterungsbedingt sogar auf der Kippe. Denn der Bauhof der Gemeinde Kall musste die Wand vorher verputzen – und das war bei zunächst anhaltenden Regenfällen und anschließendem Frost zunächst nicht möglich. „Zum Glück hatten wir dann doch noch ein paar schöne Sonnentage, sodass da geklappt hat“, sagte Müller.
Komplett unvoreingenommen reisten die vier Bank-Azubis Nora Frantzen, Patrick Jansen, Lars Meyer und Marcel Rodert mit Maximilian Könn nach Kall. Im Familienzentrum stimmten sie sich gemeinsam mit den Erziehern und den Kindern ab, wie die Wand gestaltet wurde.
Schnell war klar: Die Kinder werden miteinbezogen. Vor dem flachen Teil der Wand stellten sie sich auf, dann wurden ihre Umrisse auf die weiße Wand gezeichnet. Vor dem höheren Teil der Mauer platzierten sich die vier Azubis und taten es ihnen gleich. Anschließend wurden diese Umrisse farblich ausgemalt, auch die Vornamen der Kinder und Azubis wurden verewigt.
Fertig wurden die Azubis aber noch nicht am Aktionstag, ein zweiter Einsatztag wird folgen. Das liegt aber nicht daran, dass die Auszubildenden und die Kinder langsam gearbeitet hatten, sondern eher daran, dass bei sieben Grad die Farbe so schlecht getrocknet ist. „Wir werden hier noch Gesichter reinmalen“, versprach Könn. Und er geht auch davon aus, dass die VR-Bank Nordeifel in zwei Jahren beim dritten Wirtschaftsaktionstag des Kreises teilnimmt.
pp/Agentur ProfiPress

Kinder und Azubis machten, mit Unterstützung der Erzieher des Familienzentrums Kall, gemeinsame Sache und verschönerten eine Wand im Außenbereich. Foto: Thomas Schmitz/pp/Agentur ProfiPress

Die Kinder und auch die Azubis malten ihre auf der weißen Wand verewigten Umrisse bunt aus. Foto: Thomas Schmitz/pp/Agentur ProfiPress

Die beiden „Chefs“ sind zufrieden: Familienzentrums-Leiterin Gaby Müller und Maximilian Könn, Ansprechpartner für die Auszubildenden der VR-Bank Nordeifel. Foto: Thomas Schmitz/pp/Agentur ProfiPress

Azubi Lars Meyer verewigt seine Handabdrücke. Seinen Umriss hat er in den Farben der VR-Bank Nordeifel ausgemalt. Foto: Thomas Schmitz/pp/Agentur ProfiPress

GenoEifel erweitert Angebotspalette

Marie-Luise Contemprée aus Urfey und Karl-Heinz Pepping aus Nierfeld sind zwar Rentner, zum alten Eisen gehören sie aber deshalb noch lange nicht. Im Gegenteil: Sie beide wollen sich beschäftigen. Da kam ihnen die Idee der GenoEifel eG – Die Generationengenossenschaft gerade recht. Beide engagieren sich als Helfer in der im April gegründeten Genossenschaft. Die ersten Einsätze haben sie auch schon hinter sich gebracht – und zwar bei Helga Stein in Schleiden und Gerda Adleff in Dreiborn.
„Ich war schon bei der Gründungssitzung in Gemünd dabei“, berichtete die 93-jährige Adleff. Ihre Tochter habe sie schließlich überzeugt, der Genossenschaft beizutreten. Und tatsächlich folgte bald auch schon das erste Problem. An einem Sonntagmorgen musste sie von Dreiborn nach Mechernich gebracht werden, weil von dort aus eine Reise nach Borkum startete. „Du hast doch die Genossenschaft, da rufe ich mal an“, dachte Adleff, wie sie jetzt im Rahmen einer Pressekonferenz erzählte, in der die GenoEifel eine Zwischenbilanz präsentierte. Johanna Mertens, eine der Koordinatorinnen im festen Büro im Kaller Rathaus, vermittelte ihr Marie-Luise Contemprée. „Sie hat mich nicht nur pünktlich abgeholt. Sie ist auch noch geblieben, bis der Bus kam, damit ich nicht alleine warten musste“, lobte Gerda Adleff.
Ähnlich erging es Helga Stein. Seit dem Tod ihres Mannes ist sie mit ihrem großen Haus und dem Garten überfordert. „Da hat sich einiges angesammelt.“ Die GenoEifel vermittelte ihr Karl-Heinz Pepping, der sich als wahres Allround-Talent herausstellte und sowohl im Garten für Ordnung sorgte, als auch – in einem zweiten Termin – den tropfenden Wasserhahn reparierte, eine Lampe anbrachte und ihr sogar das Handy-Programm WhatsApp installierte und erklärte. „Seitdem habe ich wieder viel mehr Kontakt zu meiner Familie“, freute sich Stein.
Diese Beispiele sind der Beweis dafür, dass die GenoEifel eG – Die Generationengenossenschaft funktioniert, Vorstand und Aufsichtsrat zeigen sich äußerst zufrieden. Die Auftaktveranstaltung im Gemünder Kurhaus Ende Mai war furios. Der kleine Kursaal platzte bei der Vorstellung aus allen Nähten. Der Andrang auf die Beitrittserklärungen war ebenfalls enorm. Und tatsächlich: Die im April gegründete GenoEifel eG hat mittlerweile fast 100 Mitglieder. „Damit ist das Ziel, das wir uns für dieses Jahr gesetzt haben, beinahe erreicht“, freute sich Aufsichtsratsvorsitzender Wolfgang Merten und ergänzte: „Wir haben sogar das erste jugendliche Mitglied.“ Vorstandssprecher Malte Duisberg legt auf junge Unterstützer viel Wert: „Bei Schulungen wollen wir gucken, ob wir junge Leute gewinnen können.“
Trotz des erfolgreichen Starts gab es Bedenken. „Wir sind schon mit der Sorge gestartet, dass sich wenig Helfer, aber viele Hilfesuchende melden“, berichtete Merten. Doch diese Sorgen waren unberechtigt, denn auf die Eifeler ist Verlass. Man hilft sich wo man kann. Die Anzahl der Mitglieder teilt sich ungefähr zu je einem Drittel in Helfer, Hilfesuchende und Förderer auf, also Menschen, die der GenoEifel eG momentan nur mit ihrem Mitgliedsbeitrag unter die Arme greifen. „Viele von ihnen haben gesagt, dass Sie momentan noch keine Hilfe benötigen, das Konzept aber so toll finden, dass sie uns jetzt schon unterstützen möchten“, erzählte Koordinatorin Corinne Rasky. So ähnlich hält es auch Marie-Luise Contemprée. „Ich benötige derzeit keine Hilfe. Ich bin der GenoEifel aber beigetreten, weil sie eine Anlaufstelle ist, falls ich mal Hilfe brauche.“ Und so lange hilft die Urfeyerin eben anderen.

Nach der Auftaktveranstaltung zog die Generationengenossenschaft buchstäblich über die Dörfer. In Schmidtheim, Sistig, Scheven, Freilingen und Wolfert stellte sich die GenoEifel den interessierten Bürgern vor und beeindruckte mit ihrem Konzept so sehr, dass sich umgehend Kümmerer fanden, also ehrenamtliche Ansprechpartner vor Ort. Weitere Termine im Herbst sind geplant, nämlich am Donnerstag, 5. Oktober, im Dollendorfer „Gürzenich“, am Dienstag, 7. November, im Vereinshaus Dahlem sowie am Donnerstag, 16. November, im Olefer Pfarrsaal. Beginn ist jeweils um 18.30 Uhr. Geplant sind außerdem Veranstaltungen in Hellenthal und Kall, sie sind aber noch nicht terminiert.
Bei diesen Informationsveranstaltungen äußerten die Besucher ihre Sorgen und Nöte. „Dabei stellte sich heraus, dass wir bestimmte Felder bislang überhaupt nicht im Blick hatten“, erzählte Rasky. Wolfgang Merten ergänzte: „Bei diesen Veranstaltung zeigt sich das tatsächliche Leben der Eifeler und was sie wirklich benötigen.“
Deshalb hat die GenoEifel eG ihre Angebotspalette ausgebaut und bietet nun Hilfen an Computer und Smartphone, kleinere Näharbeiten, Hundesitting oder Mitfahrgelegenheiten an. Einige Mitglieder haben angeboten, als Leihomas eingesetzt werden zu wollen.
Auch Besuchsdienste sind ein Thema, denn einige Mitglieder haben sich gemeldet und dazu bereiterklärt, Menschen, die einsam sind, zu besuchen, ein Schwätzchen zu halten, füreinander da zu sein. „Gerade jetzt, zu Beginn der dunklen Jahreszeit, ist das ein wichtiges Thema, um die trüben Gedanken einsamer Menschen – egal ob alt oder jung – zu vertreiben“, erklärte Duisberg. Das entspricht auch dem Grundgedanken der GenoEifel eG. Es geht darum, sich gegenseitig im Alltag zu unterstützen, sich mit Menschen mit gleichen Interessen zusammenzuschließen, Dienste anzubieten und Dienste in Anspruch zu nehmen. Besonders einsame ältere Menschen sollen sich nicht scheuen, sich bei der GenoEifel zu melden, so Duisberg.
Mittlerweile haben Corinne Rasky und ihre Kolleginnen Johanna Mertens und Marita Manderfeld auch ein festes Büro im zweiten Stock des Kaller Rathauses bezogen, das montags und mittwochs von 10 bis 12 und donnerstags von 16 bis 18 Uhr geöffnet ist und barrierefrei zugänglich ist. Erreichbar ist die GenoEifel eG – Die Generationengenossenschaft aber natürlich auch telefonisch (02441/88861, bitte außerhalb der Öffnungszeiten auf den Anrufbeantworter sprechen) und per E-Mail (info@GenoEifel.de).
Wer Interesse an einer Mitgliedschaft bei der GenoEifel hat, findet Beitrittserklärungen in jeder Filiale der VR-Bank Nordeifel eG und auf der Internetseite www.genoeifel.de/files/GenoEifel/Beitrittserklärung.pdf. Eine Änderung betrifft den Mitgliedsbeitrag. Sind mehrere Personen aus einem Haushalt Mitglied der Generationengenossenschaft, gilt der neu geschaffene Haushalts-Jahresbeitrag von 40 Euro. „Wir fanden es unfair, dass Eheleute, die beide Mitglied sind, jeweils 40 Euro zahlen müssen“, erklärt Merten diese Änderung. Mitglied werden kann man ab 14 Jahren, bis zum Alter von 21 Jahren ist der vergünstigte Jahresbeitrag von zwölf Euro fällig.

Kultur bei Nacht in der Nordeifel

Mechernich, Blankenheim und Nettersheim kooperieren bei der Veranstaltungsreihe

Historische Orte, Museen und unentdeckte Kleinode der Nordeifel öffnen im Herbst zum vierten Mal ihre Tore bis in die Nacht und laden zu acht packenden Abendveranstaltungen an spannenden Locations ein. Erstmals steht die Reihe unter dem Leitthema „Wasser“, dem prägenden Element der Eifel. Die Veranstaltungsreihe der Nordeifel Tourismus GmbH ist eine Hommage an die vielfach unbekannte kulturelle Vielfalt und Einmaligkeit der Nordeifel. Sie wird vom Ministerium für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport des Landes NRW finanziell gefördert.

Unter dem Motto „Panta Rhei – Alles fließt“ haben sich die Städte und Gemeinden Blankenheim, Mechernich und Nettersheim zusammen mit dem Freundeskreis Römerkanal e.V. ein ganz besonderes Programm zum Thema „Wassertechnik“ einfallen lassen: An drei Veranstaltungstagen im September und Oktober wird Professor Klaus Grewe auf unterschiedlichste Arten Wissenswertes über die Technik des Wasserleitungsbaus vermitteln. Den Auftakt bildet dabei ein Vortrag am Samstag, 23. September, 20 Uhr, in der Römischen Brunnenstube „Klausbrunnen“ bei Kallmuth.

Bei der Veranstaltung „Panta Rhei I – Die Wassertechnik im neuen Licht“ wird die Brunnenstube in einem völlig neuen Licht erscheinen; mit modernen Leuchtmitteln sphärisch illuminiert, wird sie an diesem Abend zur Vortragsbühne, auf der Klaus Grewe mit Hilfe moderner Technik eine fachkundige Einführung in die Wassertechnik längst vergangener Zeiten geben wird. „Wir sind gespannt, wie sich unsere Besucher fühlen, wenn das Sammelbecken zum Besucherraum umfunktioniert wird und sie dort sitzen, wo früher das Quellwasser gesammelt wurde“, so Sabine Wahlen von der Stadtverwaltung Mechernich.

Die grandiose Technik des 95,4 Kilometer langen Römerkanals ist nach wie vor überwältigend, und es ist laut Professor Grewe „erstaunlich, mit welch einfachen Hilfsmitteln die römischen Ingenieure es geschafft haben, dieses Bauwerk in kürzester Zeit fertigzustellen“.

Zur Veranstaltung werden Erfrischungen und ein kleiner Imbiss angeboten. Karten sind zum Preis von zehn Euro im Vorverkauf erhältlich im Rathaus Mechernich, Bergstraße 1, 53894 Mechernich, Telefon: 02443/49-4320. Restkarten gibt es an der Abendkasse. Warme Kleidung und festes Schuhwerk werden empfohlen.

Bei „Panta Rhei II“ in Nettersheim werden die Besucher am Samstag, 7. Oktober, ab 19 Uhr auf eine nächtliche Wanderung mit römischen Legionären geschickt. Mit Professor Grewe wird die Trasse des Römerkanals erkundet, um das technische Meisterwerk „mit Füßen zu begreifen“.

Am Samstag, 21. Oktober, gibt es ab 18 Uhr bei „Panta Rhei III – Die Wasserspuren der Grafen von Blankenheim“ einen Zeitsprung ins Mittelalter. Die Wasserleitung der Grafen von Blankenheim ist Ziel der Exkursion, bei der mit Pechfackeln in der Hand, erneut unter Leitung von Klaus Grewe, die Trasse erkundet wird.

Das Programmheft von „Nordeifel – Kultur bei Nacht 2017“ mit allen Highlights und teilnehmenden Partnern liegt in allen Tourist-Informationen und bei allen Partnern aus. Alle Informationen können Interessierte auch unter www.nordeifel-tourismus.de abrufen. Die Eintrittspreise liegen je nach Veranstaltung für Erwachsene zwischen sechs und 19,50 Euro. Tickets können bei den jeweiligen Veranstaltern bezogen werden.

Baufinanzierung – Welche Unterlagen brauche ich?

Welche Unterlagen brauche ich?
Erster Teil der Baufinanzierungsserie im Blog „Wir in der Eifel“ – Unterschiede bei Finanzierung eines Immobilienkaufs oder eines Bauvorhabens
Der Bau oder Kauf eines Eigenheims ist heutzutage mit einem hohen bürokratischen Aufwand verbunden. Am Ende ist in der Regel ein kompletter Aktenordner prall gefüllt. Diese Unterlagen sollten sie beim Gespräch mit dem Berater Ihrer Bank auch alle mitbringen, wie Arno Graff vom Baufinanzierungsteam der VR-Bank Nordeifel eG erklärt. Alternativ können Sie Ihrem Berater bei der VR-Bank diese Unterlagen auch schon vor dem Termin als PDF-Dateien zukommen lassen. Die E-Mail-Adresse erhalten Sie bei der Terminabsprache.
„Einem Berater muss zunächst klar sein, was ein Kunde überhaupt vorhat. Will er kaufen oder bauen?“, beschreibt es Graff. In beiden Fällen sollten folgende Dokumente auf jeden Fall mitgebracht werden: Personalausweis, Einkommensnachweise (bei Eheleuten, die beide im Kaufvertrag stehen, von beiden) der letzten drei Monate und vom Dezember, eine Selbstauskunft, die es per PDF bei der VR-Bank Nordeifel eG gibt sowie eine Übersicht über Vermögen oder Verbindlichkeiten.
Hinzu kommen, je nach Grund für die Finanzierung, noch weitere Unterlagen:
Beim Kauf einer bereits existierenden Immobilie sollten die Unterlagen, die der Makler zur Verfügung stellt, mitgebracht werden, also das gesamte Exposé inklusive aller Pläne, Zeichnungen und Bilder sowie der Objektbeschreibung. Eine Aufstellung der Modernisierungsmaßnahmen wäre ebenfalls angebracht, weil daraus der Bankberater erkennen kann, ob hohe Renovierungskosten anfallen oder nicht. „Plant ein Käufer ein Veränderung des Grundrisses ist es natürlich teurer, als wenn nur Farbe und Tapete gekauft werden müssen“, berichtet Arno Graff, Filialleiter der VR-Bank Nordeifel eG.
Beim Bau eines Hauses ist natürlich nicht der Makler der erste Ansprechpartner, sondern im Regelfall der Architekt. Der ist sowohl für die Pläne als auch die Baukostenaufstellung zuständig. Beides sollte zum Beratungsgespräch mitgebracht werden. Außerdem benötigt die Bank einen Grundbuchauszug mit den Angaben zum Grundstück, den es in der Regel beim zuständigen Amtsgericht (im Einzugsgebiet der VR-Bank Nordeifel eG das Amtsgericht Schleiden) gibt. „Wenn aber beispielsweise Städte und Gemeinden die Baugrundstücke veräußern, erhält man als Käufer den Grundbuchauszug in den Rathäusern“, erklärt Graff. Wichtig für den Bankberater ist auch die Frage, ob der Käufer Eigenleistungen am Haus plant, denn je mehr ein Hausbesitzer selber macht, desto weniger Kosten fallen an. „Bei der Erstellung einer Eigenleistungstabelle ist eventuell auch der Architekt der erste Ansprechpartner“, erzählt Graff. So kann die Bank errechnen, wie hoch die erforderliche Summe bei einer Komplettfinanzierung ist oder wie hoch die Summe ist, wenn nur das Material erworben werden muss, weil der Kunde selbst tätig wird.
Sind alle Unterlagen vorhanden, verspricht die VR-Bank Nordeifel eG, innerhalb von 48 Stunden eine Entscheidung über die Vergabe eines Kredites zu fällen.

Lesen Sie  im nächsten Teil der Baufinanzierungsserie: Wie finde ich überhaupt ein Haus oder ein Grundstück?

NS-Denkmäler mutig demontiert

Stiftung Aktive Bürgerschaft zeichnet Sturmius-Gymnasium als eine von fünf Schulen bundesweit aus – Sozial-genial-Projekte werden von VR-Bank Nordeifel eG gefördert
Schleiden – „Wir freuen uns riesig!“, sagt Schulleiter Georg Jöbkes. Das städtische Johannes-Sturmius-Gymnasium in Schleiden wurde jetzt als einer von fünf Gewinnern im bundesweiten „Service-Learning-Wettbewerb“ der Stiftung Aktive Bürgerschaft in Berlin ausgezeichnet.
„Service Learning“ sei ein Bildungskonzept, das bürgerschaftliches Engagement und Unterricht verbinde, erläutert der Schulleiter. Das Programm wird gefördert von der DZ Bank und örtlichen Genossenschaftsbanken wie der VR-Bank Nordeifel eG.
Seit 2012 Schule engagiert sich die Schule im Service-Learning-Programm. Viele Projekte wurden unter dem Titel: „Sozialgenial – Schüler engagieren sich“ bereits umgesetzt. „Ohne die finanzielle Unterstützung der VR-Bank wäre das nicht möglich gewesen“, so der Schulleiter.
„Das haben wir daher gerne unterstützt“, freut sich Wolfgang Merten, Vorstandsmitglied der VR-Bank Nordeifel eG, mit den Schülern und der Schule. Er selbst war auch bei der Preisverleihung in Berlin mit vor Ort. Dort präsentierten die Schleidener Schüler, was in ihren Projekten steckt. Sie hatten sich mit unbequemen Denkmälern wie dem Täterort Vogelsang und furchteinflößenden Wandbildern der NS-Zeit intensiv beschäftigt.
Die Jury lobte die Themenauswahl der Schüler als „mutig“. Beachtenswert sei auch, dass die Schule die „sozial-genial“ Projekte nicht punktuell anbiete, sondern stattdessen in den Schulalltag dauerhaft integriert habe. Die Schüler befassten sich gemeinsam mit ihren Lehrern intensiv mit den Themen, führten Gespräche mit Zeitzeugen, durchforsteten Archive und Quellen, lernten historisch-wissenschaftliches Arbeiten und nahmen auch Experten mit ins Boot.
Sie recherchierten: Wo liegt der Wert eines Denkmals? Wie sahen Bildung und Bildungsziele in der NS-Zeit aus – und heute? Gibt es eine Verbindung der damaligen Hitlerschule in der damaligen Ordensburg und der Schleidener Schule? Letztere gab es tatsächlich, wie Lehrerin Michaela Schnettker berichtete: „Kinder von Angestellten durften hier zur Schule gehen, weil es als unzumutbar galt, dass Mädchen der Angestellten in Vogelsang auf das kirchliche Gymnasium in Schleiden gehen.“
Unter dem Titel „Konstruktive Bilddemontage des Täterortes Vogelsang“ haben die Schüler mit Unterstützung der Vogelsang IP und polnischen Schülern in Collagen etwa die furchteinflößenden Wandbilder und Statuen der Architektur auf Vogelsang verändert – so wurden beispielsweise aus heroischen Reiterstatuen nun fackeltragende Freiheitsstatuen.
„Als Bürgermeister ist man natürlich froh und stolz, wenn man als Schulträger eine Schule in der Stadt hat, die bundesweit eine von fünf Schulen ist, die eine solche Auszeichnung bekommt“, so Schleidens Bürgermeister Udo Meister. Die Schule gebe mit ihrer „sozial-genialen“ Arbeit wichtige gesellschaftliche Impulse. Schließlich sei die Institution kein isolierter (Lebens)-Raum „wie ein Aquarium“: „Hier werden Beziehungen hergestellt, verknüpft und es werden gesellschaftliche Prozesse angestoßen. Ihr bringt die Menschen zum Nachdenken.“
„Ich habe früher gar nicht so auf Denkmäler geachtet“, sagte Schülerin Nela Esken. „Heute sehe ich sie mit anderen Augen und nehme auch die Umgebung viel bewusster wahr.“
Weitere Projekte sollen folgen, verspricht Jöbkes. Passend dazu hatte VR-Bank-Vorstandsmitglied Merten eine weitere tolle Nachricht im Gepäck: Er versprach der Schule eine „Exklusiv-Partnerschaft“. Damit erkläre sich die VR-Bank auf vertraglicher Basis bereit, dauerhaft solch „sozial-genialen“ Projekte zu unterstützen.
Das Bildungskonzept mache Sinn, sagt Werner Böhnke, Vorsitzender der Stiftung: „Junge Menschen werden sich flexibel und schnell auf unterschiedliche und komplexe Situationen einstellen müssen, nicht nur im Berufsleben, sondern auch in der Mitgestaltung der Gesellschaft. Sie werden mit dem, was sie gelernt haben, neue, heute noch unbekannte Fragen beantworten müssen.“ Die dafür nötigen Kompetenzen fördere „Service Learning“.
Neben dem Schleidener Sturmius-Gymnasium waren 2017 die vier weiteren Gewinner-Schulen: Ernst-Reuter-Schule in Karlsruhe (Baden-Württemberg), Heinz-Nixdorf-Gesamtschule Paderborn (NRW), Integrierte Gesamtschule Kreyenbrück in Oldenburg (Niedersachsen), Regenbogenschule in Stolberg (Nordrhein-Westfalen). Bislang haben sich laut Stiftung über 80.000 Schüler aus 600 Schulen in 2000 sozial-genial-Projekten engagiert.

Das Schleidener Johannes-Sturmius-Gymnasium ist eine der fünf Gewinner-Schulen beim bundesweiten Service-Learning-Wettbewerb – zur Freude von Schulleiter Georg Jöbkes (hinten links), Bürgermeister Udo Meister (links), Lehrern und Schülern. Die VR-Bank Nordeifel eG, hier vertreten durch Vorstandsmitglied Wolfgang Merten (4.v.l.), unterstützte das Projekt. Foto: Kirsten Röder/pp/Agentur ProfiPress

Fast 27.000 Euro fürs Überleben

Die liebenswerte Eifel muss lebenswert bleiben.“ Das ist für Bernd Altgen, Vorstandsvorsitzender der VR-Bank Nordeifel eG, eine der Hauptantriebe seines Tuns. Damit die Eifel sogar überlebenswert
bleibt, nimmt die VR-Bank fast 27.000 Euro in die Hand. 13.650 Euro will sie in einem Crowdfunding-Projekt mit Schulen für die Anschaffung von Defibrillatoren ausgeben. Weitere 10.000 Euro erhalten die Jugendfeuerwehren in den sechs Eifelkommunen,
in denen die VR-Bank präsent ist. Das Geld stammt aus dem VR-MitgliederFonds Nordeifel. Der Strategiebeirat hat die Verteilung der Mittel für beide Zwecke befürwortet. Bernd Altgen
und sein Vorstandskollege Wolfgang Merten überreichten
Schecks an Udo Crespin, Leiter der Feuerwehr und des Rettungsdienstes im Kreis Euskirchen, sowie an Schleidens Wehrleiter Udo Schmitz, der mit Stadtjugendwärtin
Vanessa Reder und Jugendfeuerwehrmann Niklas Hupp das Geld stellvertretend für alle Jugendfeuerwehren der Region in Empfang nahm. Bei dem Crowdfunding-Projekt wurden 21 Eifeler
Schulen und deren Fördervereine angeschrieben. 650 Euro stellt die VR-Bank ihnen für die Anschaffung eines Defibrillators in Aussicht. Dafür müssen aber von den Schulen Spenden in Höhe von weiteren 650 Euro gesammelt werden. Nur wenn diese
Summe erreicht ist, fließt auch das Geld aus dem VR-MitgliederFonds. „Wir wollen die jungen Leute
animieren, mitzumachen“, erzählt Merten. Wie wichtig ein Defibrillator sein kann, erklärt Udo Crespin. „In jeder Minute, die bei einem Herz-/Kreislaufstillstand nicht reagiert wird, sinkt die Überlebenschance um zehn Prozent.“ Angst brauche man bei der Verwendung eines „Defis“ nicht zu haben, das Gerät „spreche“ mit dem Nutzer. Da es Kammerflimmern erkennt, kann es auch nicht fälschlicherweise ausgelöst werden.
Auch das Geld für die Jugendfeuerwehren ist gut
angelegt. Pro Mitglied erhalten die kommunalen
Jugendfeuerwehren 27,50 Euro. Das Geld muss für
die Ausbildung, die Ausrüstung und die Bekleidung
verwendet werden.

Helfen und helfen lassen

Statt Mehrgenerationenhaushalt kommt die Mehrgenerationenregion: Wer fit ist, hilft denen, die Gesellschaft und Unterstützung über die Pflege hinaus brauchen – GenoEifel eG, die Generationengenossenschaft mit Sitz in Kall, bringt beide Seiten zusammen – LEADER-Projekt startet mit 181.000 Euro in der Nordeifel und mit Ausdehnungsabsichten auf den gesamten Kreis Euskirchen – Die Betätigungsfelder sind reich: Fahren, Arztbesuche, Behördengänge, Vorlesen, Rasenmähen, Mensch-ärgere-dich-nicht spielen, im Haushalt helfen, Zuwendung geben – Neun Euro die Stunde, ein Geschäft ausschließlich unter Genossenschaftsmitgliedern

Schleiden/Kreis Euskirchen – Das Prinzip ist ebenso genial wie einfach: „Fitte“ Menschen kümmern sich um gebrechlichere Frauen und Männer, gehen für sie einkaufen, erledigen kleinere Arbeiten und Besorgungen und leisten den oft einsamen Alleinstehenden Gesellschaft. Sie tun über die Pflege hinaus das, was früher in einem Mehrgenerationenhaushalt die Kinder für die Eltern, die Enkel für Oma und Opa getan haben.
„Wir versuchen, das Modell Familie auf die ganze Nordeifel-Region zu übertragen“, sagte Wolfgang Merten heute in einer Pressekonferenz in Schleiden.  Bei dem Termin in der VR-Bank Nordeifel stellten Aufsichtsratsvorsitzender Wolfgang Merten und Vorstandsvorsitzender Malte Duisberg gemeinsam mit den Koordinatorinnen Corinne Rasky und Marita Manderfeld die „GenoEifel eG“ vor, eine Generationengenossenschaft, die ab sofort Hilfsbedürftige und Helfer zusammenbringen will.
„Es geht nicht um klassische Pflege“, so Malte Duisberg, „dafür ist in aller Regel durch vorhandene Dienste gesorgt.“ Aber die haben kaum Zeit für Gespräche, Zuwendung, kleine Hilfen im Alltag, so Wolfgang Merten: „Ich kenne eine Frau, die könnte jetzt weiter zu Hause alleine leben, obwohl sie keine Angehörigen mehr hat, wenn sie die Leistungen der Dienstleistungsgenossenschaft in Anspruch nähme, sich jemand um sie kümmern würde, ihr den Rasen mäht, Besorgungen macht und auch mal Zeit für eine Partie Mensch-ärgere-dich-nicht hat.“

Kontakt Tel. 0160/ 90 95 27 18,
E-Mail: genoeifel@vr-banknordeifel.de

Auch Corinne Rasky nannte ein Beispiel aus dem so genannten „richtigen Leben“: „Die Ehefrau muss operiert werden, braucht übergangsweise für drei Wochen jemanden, der ein wenig im Haushalt hilft, sie fährt und Besorgungen macht – denn der eigene Mann ist selbst krank und in Reha.“ Da wird die GenoEifel eG mit Sitz im Kaller Rathaus (Tel. 0160/ 90 95 27 18, E-Mail: genoeifel@vr-banknordeifel.de) künftig in ihre Kartei an potenziellen Helfern gucken, wen sie für die drei Wochen vermitteln kann.
Das System lebt von der Hoffnung, dass sich genügend Menschen in Eifel und Kreis Euskirchen finden, die einen Teil ihrer Zeit für solche Hilfen zu geben bereit sind. Hilfebedürftige gibt es durch die demografische Entwicklung immer mehr . . .
Wer ihnen beisteht, indem er zum Beispiel Fahrdienste erledigt, die Senioren zur Kirche oder zum Arzt begleitet, sie im Heim besucht, mit ihnen spazieren geht, ihnen vorliest, Bilder aufhängt oder die Betten bezieht, soll das nicht ohne Gegenleistung tun.
Denn die Generationengenossenschaft führt Buch über die geleisteten Stunden. Die kann man in einem Zeitkonto ansparen – und in Anspruch nehmen, wenn und falls man selbst einmal Begleitung und Unterstützung dieser Art in Anspruch nehmen will.
Außerdem besteht die Möglichkeit, sich die geleisteten Stunden bezahlen zu lassen. Malte Duisberg: „Wer der Meinung ist, dass das Leben so gut zu ihm war, dass er ohne Gegenleistung unterstützen und begleiten will, der kann sich auch so engagieren.“

Ein Geno-Anteil für 50 Euro,
40 Euro Beitrag im Jahr

Der Stundensatz beträgt neun Euro für diejenigen, die Hilfe in Anspruch nehmen. Der Helfer bekommt davon sechs, die Genossenschaft drei Euro. Außerdem müssen Helfer wie Hilfsbedürftige, um überhaupt zueinander vermittelt zu werden, Mitglied der GenoEifel eG werden. Der Jahresbeitrag kostet 40 Euro. Außerdem muss man einmalig mindestens einen Anteil an der Genossenschaft erwerben (50 Euro).
„Das ist eine faire Grundlage, auf der wir den Versuch wagen, eine solidarische Gesellschaft in der Nordeifelregion und später im ganzen Kreis Euskirchen zu organisieren“, so Wolfgang Merten, der Aufsichtsratsvorsitzende. Das hat auch die EU erkannt und das Projekt in seine LEADER-Förderung aufgenommen.
Insgesamt fließen in der Startphase der Jahre 2017 bis 2022 181.000 Euro Fördermittel in die GenoEifel eG, 118.000 aus dem LEADER-Programm, 63.000 Euro von insgesamt zehn regionalen Partnern, darunter Firmen und Stiftungen wie die Stiftung Evangelisches Alten- und Pflegeheim Gemünd, deren Geschäftsführer Malte Duisberg ist. Natürlich engagierte sich auch die VR-Bank Nordeifel stark, deren Vorstandsmitglied Wolfgang Merten ist.
Außerdem die Dr. Axe-Stiftung Köln, die DHPG Euskirchen, der Weiss-Verlag Monschau, e-regio Euskirchen, die Anwaltskanzlei Pelzer in Schleiden, die Steuerkanzlei Heinen/L`homme/Weishaupt & Partner in Mechermich, Heimbach und Schleiden, Bohnen & Mies in Schmidtheim und die Energie Nordeifel in Kall.
Im Vorfeld der Genossenschaftsgründung hatten sich Malte Duisberg und Wolfgang Merten bei vergleichbaren Genossenschaften vor allem in Süddeutschland umgesehen und unter Weglassen von Schwächen und Nachteilen ein eigenes Modell aus den positiven Erfahrungen konstruiert, das sie jetzt in einer Pressekonferenz vorstellten.

Auftaktveranstaltung am
29. Mai, 18.30 Uhr, in Gemünd

Im Oktober war die Gründung, am 29. Mai soll die Geno Eifel eG in einer Auftaktveranstaltung um 18.30 Uhr im Kleinen Kursaal Gemünd der Region vorgestellt werden. Dem Vorstand gehört neben Malte Duisberg Karl Vermöhlen an, dem Aufsichtsrat außer Merten auch Claudia Weishaupt von Heinen/L’homme/Weishaupt und der frühere Geschäftsführer, jetzige Pensionär und Kommunalpolitiker Hans Reiff.
Zum Auftakt der Pressekonferenz nannte Malte Duisberg die Grundvoraussetzung für die Generationengenossenschaft in Eifel und Börde: „Wir stellen uns damit einer der größten Voraussetzungen unserer Zukunft, das muss klar sein. Die Gesellschaft wird älter, gerade auf dem Land wollen viele möglichst lange selbstbestimmt und möglichst selbstständig leben. Dazu brauchen sie die Hilfe, die früher eine Mehrgenerationenfamilie gegeben hat. Da es die nicht mehr gibt, hilft kein Zetern und klagen: Wir mussten und wir haben nach einer Alternative gesucht!“
Wolfgang Merten: „Neben professioneller Hilfe wird bürgerschaftliches Engagement immer wichtiger. Noch nie haben so viele ältere Menschen so viel Kompetenz und Berufserfahrung im Alter eingebracht wie heute.  Noch nie haben ältere Menschen über so viel Zeit verfügt, nicht zuletzt durch die länger werdende Zeit des Ruhestandes, wie heute. Ältere Menschen wollen Dinge selber in die Hand nehmen, sich ehrenamtlich einbringen und gleichzeitig für sich selbst einen Nutzen generieren. Wir bringen beide Seiten zusammen: Die, die Unterstützung brauchen und die, die sie geben wollen und geben können!“
pp/Agentur ProfiPress

Ein historisches Bild, es entstand am 7. Oktober 2016 in den Räumen der VR-Bank Nordeifel: Die Versammlungsteilnehmer der Genossenschaftsgründung der GenoEifel eG haben die entsprechenden Protokolle unterzeichnet. Foto: Manfred Lang/pp/Agentur ProfiPress

„Geniale Idee“ bescheinigten Medienvertreter in einer Pressekonferenz den „Erfindern“ der Generationengenossenschaft GenoEifel eG (von links): Karl Vermöhlen, Wolfgang Merten, Corinne Rasky, Malte Duisberg, Marita Manderfeld, Claudia Weishaupt und Hans Reiff.  Foto: Manfred Lang/pp/Agentur ProfiPress

Vorstandsvorsitzender Malte Duisberg sprach von einem nachhaltigen Konzept auf Generationen. Professionellen Diensten und Handwerkern sollen die freiwilligen Helfer nicht ins Gehege kommen: „Es geht um ehrenamtliche Begleitung und kleine Hilfen im Alltag, Erzählen, vorlesen, mit auf den Friedhof, in die Kirche oder zum Arzt gehen, die Matratzen drehen, Betten neu beziehen, Rasen mähen, Mensch-ärgere-dich-nicht-spielen.“ Dass die Hilfsbedürftigen etwas für die Leistung bezahlen sollen, habe auch etwas mit Würde und Respekt zu tun: „Wir wollen die Menschen nicht zu Almosenempfängern machen.“ Foto: Manfred Lang/pp/Agentur ProfiPress

Corinne Rasky will gemeinsam mit Marita Manderfeld Helfer und Hilfsbedürftige betreuen und zusammenbringen. Sie nannte ein Beispiel: „Die Ehefrau muss operiert werden, braucht übergangsweise für drei Wochen jemanden, der ein wenig im Haushalt hilft, sie fährt und Besorgungen macht – denn der eigene Mann ist selbst krank und in Reha.“ Foto: Manfred Lang/pp/Agentur ProfiPress

„Die Helfer sind versichert und in der Berufsgenossenschaft“, so Aufsichtsratsvorsitzender Wolfgang Merten, der die Eifeler Generationengenossenschaft seit 2013 mit plante und zum erfolgreichen LEADER-Projekt machte. Die GenoEifel eG erhält für die Startphase bis zum Jahr 2022 118.000 Euro aus dem LEADER-Programm und 63.000 Euro von insgesamt zehn regionalen Partnern, darunter die VR-Bank Nordeifel, die Stiftung Evangelisches Alten- und Pflegeheim Gemünd, Dr. Axe-Stiftung Köln, DHPG Euskirchen, Weiss-Verlag Monschau, e-regio Euskirchen, die Anwaltskanzlei Pelzer in Schleiden, die Steuerkanzlei Heinen/L`homme/Weishaupt & Partner in Mechermich, Heimbach und Schleiden, Bohnen & Mies in Schmidtheim und die Energie Nordeifel in Kall.  Foto: Manfred Lang/pp/Agentur ProfiPress

Genossenschaftsidee ist Weltkulturerbe

Die Unesco hat die Genossenschaftsidee kürzlich zum immateriellen Weltkulturerbe erklärt. Als Genossenschaftsbank ist die VR-Bank Nordeifel eG von Anfang an von diesem Prinzip überzeugt. Im Interview erklärt Bernd Altgen, warum die genossenschaftliche Idee gerade den Zeitgeist trifft, warum besonders strukturschwache Regionen davon profitieren können und wie sich die VR-Bank Nordeifel eG in diesem Bereich engagiert.

» Was denken Sie, welche Auswirkungen könnte die Erklärung zum immateriellen Weltkulturerbe für die Genossenschaftsidee haben?

Bernd Altgen: Ich hoffe, dass die Genossenschaften dadurch etwas mehr ins Bewusstsein der Menschen geraten. Obwohl es ein tradiertes Modell ist, das Menschen schon seit mehr als 150 Jahren zusammenbringt, kann es gleichzeitig hoch innovativ sein. Schließlich sind momentan viele Menschen auf der Suche nach Modellen, die den Gemeinschaftssinn fördern.

» Die Genossenschaftsidee hat also einen modernen Charakter?

Bernd Altgen: Genau. Betrachtet man zum Beispiel Shared Services oder Crowdfunding – auch dahinter steht meines Erachtens eine genossenschaftliche Idee. Sie bietet den Menschen mehr Möglichkeiten, Ideen zu entwickeln und auch Taten folgen zu lassen. Genossenschaften bringen in dem Maße Nutzen und Wertschöpfung, wie die Mitglieder ihre Leistungen in Anspruch nehmen.
In der evolutionären Entwicklung hat der Mensch früh erkannt, dass man gemeinsam mehr erwirtschaften kann. Menschen beteiligen sich an Projekten, um einen Vorteil für sich zu generieren und gleichzeitig ein möglichst geringes persönliches Risiko einzugehen. An einer Genossenschaft kann man sich beteiligen und ist gleichzeitig nur beschränkt haftbar zu machen. Bei dieser Rechtsform steht eben der Mensch – und nicht das Kapital – im Mittelpunkt.

» Welche Werte zeichnen eine Genossenschaft aus?

Bernd Altgen: All jene Werte, die Menschen verbinden: Nachhaltigkeit, Verlässlichkeit, Solidarität, Ehrlichkeit und Respekt, Fairness und Gerechtigkeit. Es geht dabei um die Frage, wie man Menschen dazu motivieren kann, verantwortlich die Zukunft zu gestalten. Nur wenn alle Akteure davon profitieren, kann es partnerschaftliches Handeln geben, das Nachhaltigkeit schafft.

» In einer Genossenschaft können sich die Mitglieder nach demokratischem Prinzip an der Gestaltung des Unternehmens beteiligen. Welche Möglichkeiten gibt es dazu bei der VR-Bank Nordeifel eG?

Bernd Altgen: In unseren Versammlungen können die Mitglieder ihre Vertreter wählen, die jeweils 250 Genossenschaftsmitglieder repräsentieren. Außerdem binden wir unsere Mitglieder über verschiedene Beiräte in die unternehmerische Gestaltung ein. So haben wir zum Beispiel Regional- und Strategiebeiräte, die über die Vergabe der Mittel aus dem Regionalfonds bestimmen. Die gewählten Mitglieder haben dort nämlich die Stimmenmehrheit – und können den Vorstand überstimmen. Und natürlich sind unsere Mitglieder auch im Aufsichtsrat vertreten.

» Wie profitieren die Mitglieder darüber hinaus von einer Genossenschaftsbank?
Bernd Altgen: Wir sind auf unsere Mitglieder angewiesen – und darauf, dass sie sich in der Region wohlfühlen und hier ihren Lebensmittelpunkt haben. Darauf fußt letztlich unser regionales Engagement. Wir wollen Menschen und Unternehmen aktivieren, um die Region nach vorne zu bringen – für eine gute Zukunft. Letztendlich muss unser Wirken natürlich dem Zweck der Genossenschaft dienen. Unser Grundauftrag hier in der Nordeifel ist sozusagen die „Dableibensvorsorge“.
In der Nordeifel ist heute die Hälfte der Einwohner Mitglied in der VR-Bank Nordeifel eG. So ist es für uns alle nachhaltig wirtschaftlich, wenn wir die Region nach vorne bringen. Wenn unsere Mitglieder die Eifel als lebenswert empfinden und hier ihren Lebensmittelpunkt haben, wird die Region auch wirtschaftlich tragfähiger. Und natürlich brauchen wir auch hochqualifizierte Mitarbeiter in unserem Unternehmen, denen wir so vor Ort eine Perspektive bieten können.
Die Genossenschaft ist eben ein Menschensystem, in dem die Werte die Leitplanken bilden, die die Menschen miteinander verbinden, für eine gute Zukunft in der Heimat.
» Welche Herausforderungen sehen Sie aktuell für Genossenschaften?
Bernd Altgen: Die Genossenschaftsidee basiert von Anfang an auf dem Prinzip der Hilfe zur Selbsthilfe. Wenn wir zu den Ursprüngen zurückkehren gab es immer einen Mangel oder einen Druck auf die Menschen, der der Auslöser für die Gründung einer Genossenschaft war. Allgemein sind sicherlich Themen wie Demografie, Digitalisierung und die sogenannte Arbeitswelt 4.0 eine Herausforderung für die Gesellschaft. Die Eifel ist darüber hinaus eine strukturschwache Region, in der wir als Bürger selbst gefordert sind, etwas zu bewegen. Aus diesem Grund unterstützt die VR-Bank Nordeifel eG schon seit Jahren die Gründung von engagierten Genossenschaften in der Region, wie zum Beispiel die Schülergenossenschaft der Realschule Schleiden, den Sistiger Dorfladen, das Streuobstwiesen Netzwerk Nordeifel eG, die GenoEifel eG – die Generationengenossenschaft und die Dienstleistungsgenossenschaft Eifel DLG eG. (st)


Bernd Altgen, Vorstandsvorsitzender der VR-Bank Nordeifel eG, sieht den innovativen Charakter der Genossenschaftsidee. Foto: Tucholke


Frische Genossenschaft Sistig eG (Dorfladen)
Kurz vor der Schließung konnten die Sistiger Bürger ihren Dorfladen retten und als Genossenschaft weiter betreiben. Fest angestellte Arbeitskräfte werden hier von Freiwilligen unterstützt, um die örtliche Infrastruktur zu erhalten. Unter eigenem Label werden sogar Brot, Wurst und Bier verkauft. Die VR-Bank Nordeifel eG beriet bei der Gründung in wirtschaftlichen Fragen.


GenoEifel eG – die Generationengenossenschaft
Die Idee ist eine Drei-Generationen-Region: Jüngere Menschen setzen sich bei der Hilfe für alt gewordene Eifeler ein – in Form von Rasenmähen, durch die Zeit für ein Gespräch oder einen Spaziergang. Für ihren Einsatz bekommen sie eine Vergütung oder lassen sich Zeit auf ihrem persönlichen Konto gutschreiben, die sie im Bedarfsfall wieder gegen Hilfe eintauschen können.


HAMMERauch eSG (Schülergenossenschaft)
Die Schülergenossenschaft möchte jungen Menschen schon früh ökonomisches Wissen, Selbstständigkeit und Teamgeist vermitteln. Wie eine echte Genossenschaft ist sie mit Vorstand und Aufsichtsrat aufgebaut und betreibt die Geschäftsfelder Nachhilfenetzwerk, Schulauktionen und schuleigenes Eventmanagement mit Cateringservice. Die Schüler werden dabei regelmäßig durch Mitarbeiter der VR-Bank Nordeifel eG unterstützt.


Dienstleistungsgenossenschaft Eifel DLG
Arbeitgeber aus der Nordeifel haben sich zusammengeschlossen, um als Genossenschaft für die Mitglieder Leistungen aus den Bereichen Personalführung, Chancengleichheit & Diversity, Gesundheit, Wissen & Kompetenz und Digitalisierung zu entwickeln, bereitzustellen oder einzukaufen. Die Eifel DLG, eine Idee der VR-Bank Nordeifel eG, soll ihre Mitglieder wirtschaftlich und sozial fördern – und die Region nach vorne bringen.

Projekte des Vereinswettbewerbs „Ihr seid wir“

Seit einigen Jahren zeichnet die VRBank Nordeifel eG herausragende Projekte von Vereinen im Wettbewerb „Ihr seid wir“ aus. Die erhaltenen Siegprämien dienten für die auf dieser Doppelseite vorgestellten Projekte als wichtige Finanzierungsgrundlage.

Musikverein Harmonie Wolfert
Ob musikalische Früherziehung oder Jugendausbildung: der Musikverein Harmonie Wolfert fördert mit den 1500 Euro aus dem Vereinswettbewerb „Ihr seid wir“ der VR-Bank Nordeifel eG den Nachwuchs. „Wir legen seit Jahren besonderen Wert auf eine hochwertige und qualifizierte Jugendarbeit in unserem Verein“, erzählt der Vorsitzende Erwin Klinkhammer.
In Kooperation mit der Musikschule „Spiel mit“ aus Daun führen Musiklehrer Kinder an ihr erstes Instrument heran. „Jugend für unseren Verein – Vereint für die Zukunft!“ heißt das Projekt, mit dem sich der Musikverein bei dem Wettbewerb der Bank beworben hatte. Jeden Dienstag proben die insgesamt 14 Kinder und Jugendlichen: Die eine Hälfte ist zwischen fünf und sieben Jahren alt und nimmt an der Früherziehung teil, die andere Hälfte ist zwischen acht und 18 Jahren und ist Teil der von Musiklehrer Wolfgang Sitta geleiteten Jugendausbildung.
Gerade bei den Jugendlichen macht sich das stetige Üben bemerkbar. Ein Großteil nimmt bereits an den rund 20 Auftritten teil, die der Musikverein mit seinen 26 aktiven Mitgliedern jährlich absolviert.
Das Repertoire besteht aus klassischer Blasmusik wie Marsch, Walzer und Polka. Gerade die jüngeren Vereinsmitglieder haben aber mittlerweile auch durchgesetzt, dass modernere Stücke, etwa Filmmusiken, gespielt werden. (ts)

KG Blau-Weiß Schleiden
Freier Eintritt für Schleidener Jecken: Die sogenannte Nachmittagssitzung für Senioren und Menschen mit Handicap ist im Schleidener Karneval sehr beliebt. Unter anderem verbringen Menschen aus Pflegeeinrichtungen, etwa dem Haus Effata, der Lebenshilfe und dem Liebfrauenhof, gemeinsam eine jecke Zeit. Bislang war im Eintrittspreis auch eine Tasse Kaffee enthalten.
In diesem Jahr war die Karnevalssitzung, die erstmals in der ehemaligen Hauptschule stattfand, allerdings komplett kostenfrei. Denn die ausrichtende KG BlauWeiß Schleiden hatte beim Vereinswettbewerb „Ihr seid wir“ der VR-Bank Nordeifel eG teilgenommen und im Bezirk Schleiden den zweiten Platz errungen. Von dem Geld – insgesamt waren es 1000 Euro – konnte sogar noch die Gage für einen Künstler gezahlt werden.
Rund 80 Menschen feierten zum 40-jährigen Bestehen des Vereins unter dem Motto „Seit 40 Johr mim Hätz am rechten Fleck, sin mir in Schleede blau wiess jeck“. Das Schleidener Jungprinzenpaar Leon I. und Alina I. waren ebenso auf der Bühne wie das Dreiborner Prinzenpaar André III. und Sarah I. und das Ettelscheider Dreigestirn Prinz Katrin I., Bauer Jessica I. und Jungfrau Annika I. Garde- und Showtänzer zeigten ebenso wie das Synchron- und Solo-Tanzpaar des Vereins ihr Können. Julius Schmitz alias „Augustus“ trat in die Bütt. (ts)

Nettersheimer Tennisclub
Als Gewinner des Vereinswettbewerbs in Nettersheim kann der örtliche Tennis-Club mit der Prämie den Sanitärbereich im Keller des Klubheims sanieren. „Da hat sich seit dem Bau des Vereinsheims, also seit 1977/78, nichts mehr getan“, berichtet Vereinsvorsitzender Volker Mießeler. In drei Arbeitsschritten wurden und werden die Toiletten und Duschen umgestaltet, und zwar nicht nur optisch, sondern auch von der Aufteilung. „Die war nicht optimal“, sagt Mießeler.
Ein Herren-WC wurde bereits umgewandelt, im zweiten Schritt wurden im vergangenen Winter die Herren-Duschen und eine zweite Herren-Toilette saniert – wofür auch die Gewinnsumme verwendet wurde. In einem dritten Schritt soll schließlich der Sanitärbereich für die Damen erneuert werden. Dazu wurden städtebauliche Fördermittel beantragt. Das gesamte Projekt schlägt mit rund 20.000 Euro zu Buche.
Eine vernünftige Infrastruktur sei notwendig, schließlich kooperiert der Verein auch mit anderen Partnern, etwa der Gesamtschule. „Ohne Sponsoring und Förderungen ist so ein Projekt für einen kleinen Verein aber nicht zu stemmen“, sagt Mießeler. (ts)

Dorfgemeinschaft Reetz
In Reetz kümmert sich die Dorfgemeinschaft um alles, was die Heimat- und Brauchtumspflege angeht. Veranstaltungen zu Karneval, Kirmes, Sankt Martin
und zum Altentag werden genauso in Eigenleistung organisiert wie Müllsammelaktionen, die Pflege von Wegekreuzen und Wanderbänken und das jährliche Reibekuchenfest. Gleichzeitig kümmert sich der Verein darum, die Infrastruktur für das Leben in der Gemeinschaft zu schaffen, etwa mit dem Bau des Bürgerhauses, der Gestaltung eines Jugendraumes oder dem Ausbau der Grillhütte.
Zum zweiten Mal hat die Dorfgemeinschaft Reetz kürzlich beim Vereinswettbewerb „Ihr seid wir“ der VR-Bank Nordeifel eG gewonnen. Mit der aktuellen Prämie soll in Kürze die Grillhütte um- und ausgebaut werden. Die Prämie aus dem Vereinswettbewerb des vergangenen Jahres konnte vor allem in die Gestaltung des Jugendraumes am alten Pfarrheim investiert werden. Daran beteiligten sich auch die Jugendlichen, die ihre Arbeitsleistung und ihre Ideen zur Raumplanung mit einbrachten.
Der Raum steht den Jugendlichen unter anderem als offener Jugendtreff im Ort und für Feiern zur Verfügung. „Uns ist es ein Anliegen, die Jugendlichen schon früh an das Thema Gemeinschaft heranzuführen“, sagt der Vereinsvorsitzende Peter Brenner. Schriftführer Helmut Prämassing stimmt ihm zu: „So kann sich jeder mit seinen Rechten und Pflichten in das Gemeinschaftsleben einbringen.“ (st)

Behinderten- & Versehrten-Sportgemeinschaft Dahlem
Im Schwimmbad in Dahlem herrscht gute Laune. Die Männer und Frauen der Behinderten- und Versehrten-Sportgemeinschaft (BVSG) Dahlem haben ihre Karnevalsfeier ins Schwimmbecken verlegt. Mit bunten Perücken, Masken, Luftballons und Kostümen haben sie Spaß bei der Wassergymnastik, zu der Karnevalsmusik aus den Lautsprechern schallt. Annegret Söns, Kursleiterin und Vorsitzende des Vereins, steht mit ihrer Stellvertreterin Ute Wurst am Beckenrand und macht die Übungen vor.
Die BVSG Dahlem hat im Vereinswettbewerb den zweiten Platz belegt und freut sich über das Preisgeld. Das soll in neue Schwimmhilfen angelegt werden. „Es gibt Hanteln fürs Wasser, um bei den Übungen die Muskeln zu stärken“, erklärt Söns und fügt hinzu: „Die habe ich schon oft in Schwimmbädern gesehen – aber bisher waren sie zu teuer.“
Ein Teil der Prämie wurde zur finanziellen Unterstützung der geselligen Veranstaltungen des Vereins wie die Weihnachtsfeier genutzt. Söns: „Viele unserer Mitglieder leben alleine und freuen sich, wenn wir im Verein zusammenkommen, sie sich unterhalten oder miteinander singen können.“ (st)

Eifelwirtschaft: Stimmung gut!

Die dhpg, eines der führenden, mittelständischen Beratungsunternehmen in Deutschland mit Sitz in Euskirchen seit 40 Jahren, hat mit Unterstützung der VR-Bank Nordeifel in einem wissenschaftlichen Gutachten den Wirtschaftsstandort Eifel unter die Lupe genommen – 80 Betriebe, größtenteils aus dem Kreis Euskirchen, beteiligten sich an der Umfrage – Überraschende und durchweg positive Lage hiesiger Handwerks- und Gewerbebetriebe

Euskirchen/Eifel – Die Eifel ist als Wirtschaftsstandort entschieden besser als ihr Ruf. Zwar gibt es das oft zitierte Nord-Süd-Gefälle tatsächlich, aber unter dem Strich sind die Handwerks-, Gewerbe- und Industriebetriebe zwischen Ville und Venn erheblich zufriedener mit ihrer ökonomischen Lage und der Infrastruktur als gemeinhin behauptet wird.

Die deutschlandweit zu beobachtende Tendenz weg vom Land und hin in die Städte und Ballungsrandzonen („Urbanisierung“), so dhpg-Sprecher Volker Loesenbeck, ist im Kreis Euskirchen nicht zu bemerken.
Das war Tenor einer Pressekonferenz, die Loesenbeck und Brigitte Schultes vom Steuerberatungs- und Wirtschaftsberatungsbüro dhpg sowie Wolfgang Merten und Dieter Benning von der VR-Bank Nordeifel gemeinsam in Euskirchen gaben.

Gegenstand war die erste Standortanalyse überhaupt, die die seit 1977 in Euskirchen am Charleviller Platz ansässige, bundesweit tätige Steuer- und Wirtschaftsberatungskanzlei dhpg mit Unterstützung der VR-Bank Nordeifel bei der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg, CENTIM, Centrum für Entrepreneurship, Innovation und Mittelstand, in Auftrag gegeben hatte.

Angeschrieben und online angefragt worden waren 640 Firmen – der Rücklauf von 12,5 Prozent sei mehr als doppelt so hoch wie im Durchschnitt solcher Studien, so zitierte Volker Loesenbeck Professor Dr. Klaus Deimel von CENTIM. Die wichtigsten Aussagen der im September/Oktober 2016 durchgeführten Befragung von 80 Wirtschaftsunternehmen mit unter neun bis über 500 Beschäftigten und mit Jahresumsätzen zwischen unter zwei und über 50 Millionen Euro.

Die wichtigsten Aussagen der Studie:

1.    Die Unternehmen im Kreis Euskirchen sind nicht aus Zufall in der Eifel. Sie wurden entweder dort gegründet oder haben sich bewusst im Raum zwischen Weilerswist und Dahlem angesiedelt. 75 Prozent der Unternehmen sind zufrieden mit diesem Standort, nur zehn Prozent würden sich auch irgendwo anders ansiedeln. Das angeblich belastende Eifelimage spielt bei den Unternehmern eine zu vernachlässigend geringe Rolle. Im Gegenteil. VR-Bank-Vorstand Wolfgang Merten: „Das zeigt natürlich auch, dass wir relativ wenig neue Betriebe für die Eifel werben.“

2.    Es gibt in der Eifel drei Unternehmertypen, deren Wirtschaftsweise sich zum Teil stark voneinander unterscheidet: Erfahrene Traditionsorientierte, Innovationsoffensive durchaus mit Bereitschaft zum Risiko und vorsichtige Innovatoren.

3.    Die Unternehmen im Wirtschaftsraum Eifel blicken durchweg positiv auf ihre aktuelle Geschäftslage. 23,2 Prozent sind insgesamt „sehr zufrieden“, im Euskirchener Nordkreis sogar 36,8 Prozent, 50,7 Prozent sind „eher zufrieden“, 42,1 Prozent im Südkreis. Nur 7,2 Prozent sind kreisweit „eher unzufrieden“, nur 1,4 Prozent sind „sehr unzufrieden“.

4.    Was die Zufriedenheit mit Infrastruktur und Rahmenbedingungen trübt, sind der Grad der Digitalisierung, das Nichtvorhandensein von Breitbandverkabelung, mangelnde kommunale Unterstützung beziehungsweise zu hohe Gewerbesteuerhebesätze, verbesserungsbedürftige Verkehrsanbindung (A 1-Lückenschluss) und Fachkräftemangel.

dhpg und VR-Bank bieten Beratung und Hilfe

In ersten Unternehmergesprächen zur Standortanalyse in Euskirchen und Schleiden riet die dhpg den Unternehmen aufgrund des Gutachtens zu Innovationsfreude und aktiver Zukunftsgestaltung, die VR-Bank Nordeifel bot dabei ihre offene Zusammenarbeit an.

Beide Institutionen wollen gemeinsam mit den Unternehmern ihren Einfluss auf die Politik geltend machen, die Rahmenbedingungen im Kreis Euskirchen zu verbessern. Einen Termin bei der Wirtschaftsförderung des Kreises hat die dhpg schon abgestimmt.

Volker Loesenbeck: „Der Unterstützungsgrad ist unterschiedlich in den Kommunen. Festzuhalten bleibt, dass Städte und Gemeinden im Haushaltssicherungskonzept oft gezwungen sind, hohe Gewerbesteuersätze zu nehmen.“ Kall beispielsweise habe den bundesweiten Spitzenreiter München (Hebesatz 490 Prozent) inzwischen mit 515 Prozentpunkten noch überflügelt.

Wolfgang Merten: „Im Übrigen neigen die Eifeler Firmen nicht zum Wehklagen, sondern sie improvisieren und helfen sich selbst bei Schwierigkeiten.“ Die VR-Bank wolle aber hier mit ihren neuen Dienstleistungsgenossenschaft Plattform und Vernetzung der Eifeler Unternehmen bieten und in Solidargemeinschaft mit ihnen realisieren.

Digitale und verkehrstechnische Infrastruktur sowie der Fachkräftemangel werden als zentrale Herausforderungen gesehen. Nahezu zwei Drittel der befragten Unternehmen begegnen dem Fachkräftemangel in Form von flexibleren Arbeitszeitmodellen, betrieblicher Altersvorsorge und Weiterbildungsangeboten. Auch bessere Bezahlung soll Experten in die Eifel locken.
pp/Agentur ProfiPress


Am Rande der Pressekonferenz vor dem Sitz der dhpg, einem der führenden, mittelständischen Beratungsunternehmen in Deutschland mit Sitz in Euskirchen seit 40 Jahren (von links): Brigitte Schultes, Dieter Benning, Wolfgang Merten und Volker Loesenbeck. Foto: Manfred Lang/pp/Agentur ProfiPress