Gemeinsam für die Region

Familiengenossenschaft ist „Innovatives Netzwerk 2016“
Mit einem innovativen Projekt hat es die Familiengenossenschaft Nordeifel-Euskirchen in Berlin auf das Siegertreppchen geschaff t. Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales zeichnete am Mittwoch herausragende, innovative Akteure aus, die sich besonders für eine regionale Fachkräftesicherung engagieren. Mit dem Projekt „Was einer alleine nicht schafft, das schaffen viele“ gehörte die Familiengenossenschaft zu den fünf Preisträgern.
Stellvertretend nahmen Bernd Altgen und Wolfgang Merten von der VR-Bank Nordeifel eG und Malte Duisberg von der Stiftung Evangelisches Alten- und Pflegeheim Gemünd den Preis in Berlin entgegen. Hervorgehoben wurde dabei der Vorbildcharakter des genossenschaftlichen Netzwerkes für die Region und darüber hinaus.
Die Familiengenossenschaft Nordeifel-Euskirchen wurde im Jahr 2014 auf Initiative der VR-Bank Nordeifel eG gegründet. Schon seit den 90er-Jahren hatte sich die Genossenschaftsbank aktiv für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf eingesetzt und dafür das Qualitätssiegel „Familienfreundlicher Arbeitgeber“ erhalten. Mit der Familiengenossenschaft sollten von der Eifeler Hausbank erprobte familienfreundliche Angebote wie Vertrauensarbeitszeit, Jobsharing und Homeoffice auch in anderen Unternehmen übernommen werden.
Darüber hinaus erhalten die Mitgliedsunternehmen, ihre Mitarbeiter und Familien kostenfreie Informationen rund um Themen wie Kinderbetreuung, Pflege/Demenz und Krisensituationen. Inzwischen sind etwa 50 Unternehmen mit rund 5.000 Mitarbeitern in diese Struktur eingebunden. So können nun nachhaltige Angebote mit einem höheren Wirkungsgrad umgesetzt werden.
Bernd Altgen, Vorstandsvorsitzender der VR-Bank Nordeifel eG, erklärte den Gedanken des Konzeptes: „Wir haben durch unser engmaschiges Netzwerk mit Partnern aus der Region die Möglichkeit geschaffen, dass jedes Mitglied in seinen individuellen Anliegen beraten und unterstützt werden kann. Ganz nach dem Motto: Was einer alleine nicht schafft, das schaffen viele.“
Und es geht noch weiter: Mit der Entwicklung einer Generationengenossenschaft. „Nachdem die Drei-Generationen-Haushalte immer mehr weggebrochen sind, wollen wir eine Drei-Generationen-Region auf den Weg bringen“, erklärte Wolfgang Merten vom Vorstand der VRBank Nordeifel eG. Dabei gehe es darum, hilfsbedürftige Senioren zu unterstützen – sei es in Form von Rasenmähen oder einfach nur durch die Zeit für ein Gespräch oder einen Spaziergang. Mitglieder der Genossenschaft hätten dann einen Anspruch auf solche Hilfeleistungen. Die Helfer könnten für ihren Einsatz eine Vergütung bekommen oder sich auf ihrem persönlichen Konto Zeit gutschreiben lassen, die sie im Bedarfsfall wieder gegen Hilfe eintauschen könnten. „So wollen wir die Menschen in der Region halten und gleichzeitig einen Anreiz für neue Ansiedlungen schaffen“, so Wolfgang Merten.
Bernd Altgen ging sogar noch einen Schritt weiter: Die Eifel könne sich unter Federführung der VR-Bank Nordeifel eG zu einer Verantwortungspartnerregion nach dem Modell der Bertelsmann-Stiftung weiterentwickeln. Diese Idee entspricht genau dem, was Staatssekretär Thorben Albrecht zur Preisverleihung beim vierten Innovationstag in Berlin betonte: „Es ist unser gemeinsames Ziel, lebenswerte Regionen zu gestalten, in denen die Menschen gerne arbeiten und leben. Deshalb müssen wir unsere Anstrengungen zur Fachkräftesicherung auf eine Arbeitswelt im Wandel ausrichten und müssen vor Ort weiter aktiv bleiben.“ (st)

Bernd Altgen und Wolfgang Merten (v.l.) von der VR-Bank Nordeifel eG nahmen zusammen mit (v.r.) Malte Duisberg den Preis von Staatssekretär Thorben Albrecht und Martin Wansleben, Hauptgeschäftsführer der Deutschen IHK, entgegen. Foto: Innovationsbüro Fachkräfte für die Region

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